AUVA unterstützt Radkampagne des Lebensministeriums

Wien (OTS) - "Radfahren schont die Umwelt und ist gut für die Gesundheit. Aber es darf nicht zu einer Zunahme der Radunfälle führen", forderte Rudolf Silvan, Landesstellenausschuss-Vorsitzender der AUVA Landesstelle Wien, beim heutigen Radevent und Pressegespräch von BM DI Nikolaus Berlakovich anlässlich der Begrüßung der "Klimatour 2009" mit internationalen Teilnehmern in Wien.

Die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) ist nicht nur für Unfälle am Arbeitsplatz und in der Schule, sondern auch für Unfälle auf Arbeits- und Schulwegen zuständig. Im Sinne der Prävention unterstützt sie den Ankauf der für die Radkampagne des Lebensministeriums benötigten Radhelme und übernimmt die Hälfte der Kosten.

Der Trend zum umweltfreundlichen und gesundheitsförderlichen Fahrrad macht sich leider auch in den Weg-Unfallzahlen bemerkbar. Ereigneten sich österreichweit in den Jahren 2005 und 2006 noch insgesamt 3.268 derartige Radunfälle, waren es in den Jahren 2007 und 2008 bereits insgesamt 3.703. Das entspricht einer Steigerung um 13,3 Prozent. Die höchste Steigerung ist in Vorarlberg (+ 22,2 %), gefolgt von Wien (+ 18,1 %) zu verzeichnen. Rückläufig sind die Zahlen nur im Burgenland (- 7,9 %) sowie in Kärnten (- 8,2 %). Berücksichtigt man die steigende Anzahl an Versicherten seit 2004 zeigt sich eine konstante Unfallrate mit 3,9 Rad-Wegunfällen auf 10.000 Versicherte.

Vorsitzender Silvan: "Rund 44 Prozent der Weg-Radunfälle führen zu Quetschungen und Prellungen. Bei rund 22 Prozent kommt es zu Knochenbrüchen. Neben Armen und Beinen ist der Kopf besonders gefährdet. Ein besonderes Augenmerk in der Prävention liegt auf Kopfverletzungen, da sie zu besonders schwerwiegenden Schädel-Hirn-Schädigungen mit oft lebensverändernden Folgen führen können. Die AUVA begrüßt daher die aktuelle Diskussion über das Tragen von Radhelmen. Wir appellieren an alle Radfahrerinnen und Radfahrer, ihren Kopf im eigenen Interesse mit einem Helm zu schützen".

Zur Vermeidung von Radfahrunfällen beginnt die AUVA bereits in den Schulen mit der Sicherheitserziehung. "Unsere Radfahr-Workshops sind ein international ausgezeichnetes Musterbeispiel, wie man sicheres Radfahren bereits im Kindesalter fest verankern kann. Dabei geht es sowohl um die technische Beherrschung des Fahrrades als auch um richtiges Verkehrsverhalten. Das alles wird spielerisch vermittelt. Dass die Kinder dabei einen Helm als persönliche Schutzausrüstung tragen, gehört selbstverständlich dazu", so Vorsitzender Silvan von der für Burgenland, Niederösterreich und Wien zuständigen AUVA Landesstelle.

Wien ist anders - auch bei den Radunfällen am Arbeitsweg

Wien liegt mit einer Unfallrate von 3,2 pro 10.000 Versicherte in den Jahren 2004 bis inklusive 2008 etwas besser als der Österreich-Schnitt von 3,9. Leider passierten in diesem Zeitraum in Wien vier der insgesamt zwanzig tödlichen Radunfälle am Weg zur oder von der Arbeit. Insgesamt verzeichnet die AUVA Statistik für Wien 1.616 von insgesamt 8.553 Wegunfällen mit dem Fahrrad in Österreich. Zum Vergleich: in selben Zeitraum (2004 bis 2008) gab es insgesamt rund 8.900 Wegunfälle in Wien und etwa 44.200 in Österreich.

Wien ist anders, wenn es um die Altersverteilung und die betroffenen Körperteile geht: Am meisten gefährdet sind die 31- bis 40-Jährigen mit mehr als 31 Prozent gefolgt von den 21- bis 30-Jährigen (rund 25 Prozent) und den 41- bis 50-Jährigen (zirka 23 Prozent). Österreichweit liegen 11- bis 20-Jährige und 41- bis 50-Jährige mit jeweils rund 23 Prozent vor den 31- bis 40-Jährigen mit rund 22 Prozent.

Abweichend vom Bundestrend werden in Wien die Arme (27,1 Prozent gegenüber 24 Prozent) häufiger verletzt. Außerdem liegen Bein- und Kopfverletzungen in Wien mit jeweils rund 20 Prozent näher beisammen. Die Österreich-Werte zum Vergleich: mehr als 21 Prozent Beine und knapp 20 Prozent Kopf. Dies zeigt erneut, wie wichtig der Helm ist.

Der Bundestrend

Jeweils rund 23 Prozent der Weg-Radunfälle passieren in den Altersgruppen zwischen 40 und 50 und zwischen 11 und 20. Auf rund 22 Prozent kommen die 31- bis 40-Jährigen. Leider gab es seit 2004 zwanzig tödliche Fahrradunfälle in Österreich, 19 am Arbeitsweg und einer am Schulweg. Am Weg zur Arbeit passieren bis zu zwei Drittel mehr Unfälle als auf der Heimfahrt. Auch das sind wichtige Gründe, warum sich die AUVA bei SchülerInnen und Erwachsenen für Sicherheitstraining am Rad und das Tragen von Radhelmen einsetzt.

Über die AUVA: Soziale Unfallversicherung für rund 4,5 Millionen Versicherte

Bei der AUVA sind rund 4,5 Mio. Personen gesetzlich gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten versichert: 1,3 Mio. Arbeiter, 1,5 Mio. Angestellte, 380.000 Selbständige sowie 1,3 Mio. Schüler und Studenten. Die AUVA finanziert ihre Aufgaben als soziale Unfallversicherung überwiegend aus Pflichtbeiträgen der Dienstgeber. Diese zahlen 1,4 Prozent der monatlichen Bruttolohnsumme jedes Dienstnehmers (bis zur Höchstbeitragsgrundlage von 4.020,00 Euro) als Unfallversicherungsbeitrag ein.

Prävention ist die vorrangige Kernaufgabe der AUVA, weil sich damit das Schadensgeschehen ursächlich beeinflussen lässt. Prävention - also die Verhütung von Unfällen und die Vorbeugung von Berufskrankheiten - senkt die Kosten für die Heilbehandlung, die Rehabilitation und die finanzielle Entschädigung von Unfallopfern am wirksamsten. Die AUVA hat sich daher nie als "Verwalter" von Arbeitsunfällen betrachtet oder sich darauf beschränkt, "nur" die Haftung der Arbeitgeber im Falle von Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten zu übernehmen. Die AUVA hat es immer als ihre vorrangige Aufgabe angesehen, aktiv und offensiv Arbeitsunfälle zu verhüten: etwa durch intensive Aufklärung über Gefahren am Arbeitsplatz, Information oder Motivation der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, durch Forschung oder durch vorbeugende Betreuung von besonders bedrohten Versicherten. In die Säule Prävention wurden 2007 rund 60 Mio. Euro investiert.

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Tel.: 02242 38300, 0676 33 24 879
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