Kinderbetreuungsgeld: Politik muss Familienrealität endlich anerkennen

Längerer Kinderbetreuungsgeldbezug für AlleinerzieherInnen bei allen Varianten

Wien (ÖGB) - "Es muss endlich von allen politischen Seiten anerkannt werden, dass das klassische Familienbild mit Mutter-Vater-Kind in vielen Fällen nicht mehr mit der Realität übereinstimmt. 40 Prozent aller Elternteile sind Alleinerziehende. Sie haben es schwer genug und dürfen nicht auch noch beim Kindergeld benachteiligt werden", sagt ÖGB-Frauenvorsitzende Brigitte Ruprecht. Daher müsse das Kinderbetreuungsgeld an Alleinerziehende länger ausbezahlt werden. "Natürlich übernehmen im Optimalfall beide Eltern einen Teil der Karenzzeit. Wenn aber nur einer da ist, darf der Staat die Alleinerziehenden, meist die Mütter, nicht mit Geldkürzungen bestrafen", so Ruprecht.++++

Ruprecht ist aber nicht nur gegen eine Benachteiligung von AlleinerzieherInnen beim einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld. "Für alleinerziehende Mütter und Väter braucht es eine generelle Regelung bei allen Varianten des Kinderbetreuungsgeldes", fordert die Bundesfrauenvorsitzende. Eine Möglichkeit wäre, das Kinderbetreuungsgeld für AlleinerzieherInnen für zumindest zwei Monate zu verlängern.

"Das Argument, es gäbe nicht genug Geld, gilt nicht. Diejenigen, die bereits weniger Geld haben, dürfen nicht weiter bestraft werden", schließt Ruprecht.(fk)

ÖGB, 6. Juli 2009 Nr. 437

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