Maßnahmen des Dialogforums dämpfen Flugverkehrsbelastungen

Die im Mediationsverfahren vereinbarten und vom Dialogforum umgesetzten Maßnahmen helfen der Bevölkerung

Wien (OTS) - "Die Analyse des Flugverkehrsgeschehens 2008 zeigt, dass trotz der im Vorjahr bisher höchsten Passagierzahlen am Flughafen Wien (19,7 Mio) die Flugverkehrsbelastungen parallel nicht mitgewachsen sind. Das hohe Niveau der Einhaltung der Regelungen zur Abwicklung des Flugverkehrs konnte erneut erfüllt werden. Erfolgreich war auch der Aufholprozess zur Erreichung der Reduktionsziele bei den An- und Abflügen in der Nachtkernzeit. Abweichungen mussten hingegen bei den Zielwerten für die Verteilung der Starts und Landungen nach Pisten festgestellt werden. Nach der schwierigen Anlaufphase ist nun auch die Umsetzung des Lärmschutzprogramms voll angelaufen", stellt DI Wolfgang Hesina, Geschäftsführer des Dialogforums, anlässlich der Veröffentlichung des Evaluierungsberichts 2008 fest.

Nachtflugregelung: Erfolgreicher Aufholprozess bei der Reduktion der Zahl der An- und Abflüge in der Nachtkernzeit (23:30 Uhr bis 05:30 Uhr)

Die Vereinbarungen über nächtliche Starts und Landungen konnten erneut zu 99,9% eingehalten werden. In der Nachtkernzeit zwischen 23:30 Uhr und 05:30 Uhr wurde die Zahl der Starts und Landungen auf 5.348 Flugbewegungen gedrückt. Damit konnte das Reduktionsziel 2008 voll erreicht und der Reduktionsrückstand aus dem Jahr 2007 bis auf 82 Bewegungen aufgeholt werden. Ende 2009 soll die Zahl der Flugbewegungen in der Nachtkernzeit bei 4.700 eingefroren werden. Kann eine 3. Piste am Flughafen Wien gebaut werden, muss die Zahl der Starts und Landungen in der Nachtkernzeit dauerhaft auf 3.000 gesenkt werden.

Weniger Fluglärmbetroffene insgesamt, leichter Anstieg der Zahl der Menschen in den 50 dB bis 57 dB Fluglärmzonen

Im Dauerschallpegelbereich zwischen 45 dB und 50 dB am Tag ist die Zahl der betroffenen Personen zurückgegangen, womit von 2007 auf 2008 ein leichter Rückgang der Gesamtzahl aller Betroffenen zu verzeichnen war. In den Pegelbereichen zwischen 50 dB und 57 dB ist die Zahl gestiegen, wobei dies vorwiegend auf die Zunahme der Landungen vom Norden her kommend am Ostrand des Wiener Stadtgebiets, über Großenzersdorf und die Lobau (Piste 16) von knapp 25% zurückzuführen war.

Abweichungen bei der Einhaltung der Zielwerte des Pistenverteilungsplans

Bei den Starts Richtung Westen (Piste 29) wurde der vereinbarte Zielwert (63%) mit +3,6%-Punkten erneut - auf dem bisher geringsten Niveau - überschritten. Der Süden Wiens und die angrenzenden niederösterreichischen Gemeinden waren dadurch stärker als geplant vom Flugbetrieb betroffen. Bei allen anderen Startrichtungen wurden die Zielwerte unterschritten, wodurch die Siedlungsgebiete in diesem Bereich gegenüber den Zielwerten entlastet werden konnten.

Bei den Landungen vom Südosten her über das Leithagebirge auf Piste 34 kam es mit 43,1% zur bislang geringsten Überschreitung des Zielwertes (41%). Überschritten wurden auch die Zielwerte bei den Landungen 11 und 16. Damit waren die niederösterreichischen Anrainergemeinden im Bereich der Landungen 16 und 34 sowie das Wiener Stadtgebiet im Bereich der Landungen auf Piste 11 sowie am Rande auch im Bereich von Piste 16 stärker vom Flugverkehr betroffen, als dies der 1. Teilvertrag vorsieht. Hauptursache für die Abweichungen waren insbesondere die häufigen Süd/Südostwindlagen in der zweiten Jahreshälfte 2008.

Vereinbarungen zur Flugverkehrslenkung nahezu vollständig umgesetzt

Auch im fünften Jahr der Evaluierung ist es gelungen, das hohe Niveau in der Einhaltung der Maßnahmen zur Flugverkehrslenkung zu halten. 97,1% der Starts und Landungen fanden in den festgelegten Korridoren statt, noch höher lag der Erfüllungsgrad der Vereinbarungen mit 99,7% beim "Einfädeln" der Flugzeuge auf das Instrumentenlandesystem (zur teilweisen Vermeidung von Überflügen von Gemeinden in unmittelbarer Pistennähe).

Lärmschutzprogramm nach Anfangsproblemen voll angelaufen

Nach der - bedingt durch die Ausweitung des Lärmschutzprogramms für das aktuelle 2-Pisten-System - schwierigen Startphase konnten bis zum Jahresende 2008 Sanierungsmaßnahmen mit 190 Eigentümer im Wert von rund 3 Mio Euro vereinbart und 64 Objekte baulich fertig gestellt werden. Zu diesen Objekten gehören auch die Schulen und Kindergärten in den Gemeinden Kleinneusiedl und Enzersdorf an der Fischa.

Anfragen und Beschwerden haben etwas zugenommen

Die Zahl der Anfragen und Beschwerden lag im Jahr 2008 bei insgesamt 11.140 und damit höher als im Vorjahr (+6,0%). Die Zunahmen konzentrierten sich auf Wien (Bezirke, 5, 10, 12 und 14), die meisten Anfragen kamen aus dem 23. Bezirk. Die Zahl der Anfragen und Beschwerden aus Niederösterreich/Burgenland blieb nahezu unverändert.

Trotz dynamischer Flugverkehrsentwicklung kein paralleles Anwachsen der Flugverkehrsbelastungen in Ostösterreich

Obwohl im Jahr 2008 am Flughafen Wien so viele Passagiere wie noch nie an- und abgeflogen sind (19,7 Mio), sind die Flugverkehrsbelastungen nicht parallel mitgewachsen. "Maßnahmen gegen Flugverkehrsbelastungen sind heute ebenso wichtig wie morgen. Im Dialogforum können Bürgerinnen und Bürger sowie Gemeinden und Länder wesentlich weiter reichende Maßnahmen gegen die Flugverkehrsbelastungen durchsetzen, als es der Gesetzgeber fordert. Wer die Ergebnisse des Evaluierungsberichts 2008 mit dem Aktionsplan und der Konfliktzone der vor wenigen Wochen veröffentlichten EU-Umgebungslärmrichtlinie vergleicht, wird dies sofort klar erkennen können," schließt DI Wolfgang Hesina.

Das Dialogforum bietet rund zwei Millionen Menschen aus ca. 130 Gemeinden und drei Bundesländern in Ostösterreich die Möglichkeit, sich über Repräsentanten in Verhandlung sowie die Umsetzung und Kontrolle von Maßnahmen gegen die Flugverkehrsbelastungen einzubringen.

Der Evaluierungsbericht 2008 (Lang- und Kurzfassung) steht ab sofort ebenso wie die Evaluierungsberichte für die Jahre 2004 bis 2007 auf der Website des Dialogforums (www.dialogforum.at) als Download zur Verfügung.

Rückfragen & Kontakt:

DI Wolfgang Hesina, Geschäftsführer
Verein Dialogforum Flughafen Wien
Tel.: +43 (0)1 7007 25251
eMail: w.hesina@dialogforum.at
www.dialogforum.at

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