FH Technikum Wien: Institut für Embedded Systems erhält erstes Patent

Wien (OTS) - Für die Erfindung eines neuartigen Konzeptes zum koordinierten und gleichzeitigen Testen und Debuggen (d.h. Diagnostizieren, Auffinden und Beheben von Fehlern) von verteilten Embedded Systems wurde dem Institut für Embedded Systems an der FH Technikum Wien jetzt erstmals ein österreichisches Patent erteilt. Das neue Konzept wurde von einem Forscherteam des Instituts für Embedded Systems entwickelt und im vergangenen Jahr zum Patent angemeldet.

"Unsichtbare" Computersysteme

Embedded Systems sind "unsichtbare" Computersysteme, die, eingebettet in elektronische Systeme und Geräte, diese steuern, regeln, überwachen oder Daten bzw. Signale verarbeiten. Verteilte Embedded Systems sind mehrere, einzelne derartige Systeme und Geräte, die miteinander vernetzt sind und zusammen arbeiten. Eine Fertigungsstraße in einem Industriebetrieb ist z.B. ein solches "verteiltes Computersystem": Roboter, Produktionsmaschinen, Handhabungsgeräte, Förderbänder und Transportsysteme sind miteinander vernetzt und stellen im Verbund automatisiert ein Produkt her. Die koordinierte Analyse von derartigen verteilten Computersystemen war zeitgleich bisher nicht möglich.

Koordiniertes Testen und Debuggen

Das neue Konzept aus dem Institut für Embedded Systems bietet dafür nunmehr eine Lösung. Erstmals können verschiedene Systeme in einem verteilten Computersystem - z.B. das Steuerprogramm eines Roboters und das eines Transportsystems - zu einem beliebigen Zeitpunkt zeitgleich getestet und eine entsprechende Diagnose erstellt werden. Ermöglicht wird das durch das neuartige Konzept, konkret ein Mikrochip, der in jedem System und Gerät des "verteilten Computersystems" eingebaut sein muss. Die Mikrochips in den Systemen und Geräten kommunizieren miteinander und liefern die entsprechenden Daten, die wiederum an einem eigenen Gerät (z.B. Laptop) mit entsprechender Diagnosesoftware beobachtet und gesteuert werden können. Dabei wird ausgewertet, was die beiden Programme zu exakt demselben Zeitpunkt verarbeiten. Hervorzuheben ist, dass für diese Test- und Diagnosevorgänge keine zusätzlichen Kabel zu den Computersystemen, die beobachtet bzw. gesteuert werden, erforderlich sind. Die Steuer- und Diagnosedaten werden über das bereits vorhandene Computernetzwerk übertragen.

"Wir sind sehr stolz, dass unserem Institut nach mehrjähriger Forschung & Entwicklung im Bereich Test und Diagnose von verteilten Embedded Systems jetzt für ein neues, innovatives Verfahren zur koordinierten Fehlersuche erstmals das Patent in Österreich erteilt wurde", freut sich FH-Prof. DI Peter Balog, Leiter des Instituts für Embedded Systems, über den Erfolg seines Teams. Darauf aufbauend arbeite man im Rahmen des Projektes COORDES, einem von der FFG geförderten Research Studio Austria, bereits an industriegerechten Implementierungen der neuen Erfindung. Zudem werde in Kooperation mit dem Austria Wirtschaftsservice (AWS) eine Erweiterung des nationalen Patents zu einem internationalen Patent in Erwägung gezogen.

Forschung & Entwicklung an der FH Technikum Wien

"Die Patenterteilung an das Institut für Embedded Systems ist eine Bestätigung der hohen Qualität der Leistungen unserer Fachhochschule auf dem Gebiet der Forschung & Entwicklung", so DI Dr. Kurt Woletz, F&E-Koordinator an der FH Technikum Wien, ergänzend. Forschung & Entwicklung besitzt an der FH Technikum Wien einen hohen Stellenwert, durch die Anwendungsorientierung wird gezielt Nutzen für Unternehmen geschaffen. Gemeinsam mit Industrie und Gewerbe, Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitären Einrichtungen betreibt die Fachhochschule zahlreiche Projekte in Forschung & Entwicklung. Die aktuellen Forschungsergebnisse fließen in die Lehre ein und tragen dazu bei, die Qualifikation der AbsolventInnen zu erhöhen. Der Bereich Embedded Systems hat sich in den vergangenen Jahren zum größten Forschungsbereich der FH Technikum Wien entwickelt.

Institut für Embedded Systems

Das Institut für Embedded Systems an der FH Technikum Wien beschäftigt sich bereits seit mehreren Jahren mit dem Testen und der Diagnose von Embedded Systems, u.a. im Rahmen des von der österreichischen Forschungsgesellschaft FFG geförderten F&E-Projektes DECS (Design Methods for Embedded Control Systems), des von der Stadt Wien, MA27 geförderten Projektes "Fehlersuche in Echtzeitsystemen" oder des ebenfalls von der Stadt Wien, MA27 geförderten "Kompetenzteams für Test und Verifikation von zuverlässigen Systemen". Im Zuge dieser Projekte wurde auch das neuartige Konzept für das koordinierte Testen und Debuggen von verteilten Embedded Systems entwickelt.

Neben der Forschungsarbeit organisiert das Institut für Embedded Systems zahlreiche Lehrveranstaltungen in den Bereichen Embedded Systems, Informations- und Kommunikationstechnologie sowie Elektronik. Angeboten und abgehalten werden diese Lehrveranstaltungen u.a. im Bachelorstudiengang Elektronik und im Masterstudiengang Embedded Systems an der FH Technikum Wien.

Fachhochschule Technikum Wien

Mit derzeit über 2.000 AbsolventInnen und mehr als 2.500 Studierenden sowie 11 Bachelor- und 16 Masterstudiengängen ist die FH Technikum Wien der größte Fachhochschul-Anbieter für technische Studien in Österreich. Das wissenschaftlich fundierte und gleichzeitig praxisnahe Studienangebot ist vielfältig und individuell kombinierbar. Die Studiengänge werden in Vollzeit- und/oder berufsbegleitender Form angeboten. Neben einer qualitativ hochwertigen technischen Ausbildung wird an der FH Technikum Wien auch großer Wert auf Sprachausbildung sowie wirtschaftliche und persönlichkeitsbildende Fächer gelegt. Sehr gute Kontakte zu Wirtschaft und Industrie eröffnen den Studierenden bzw. AbsolventInnen beste Karrierechancen. Die FH Technikum Wien wurde 1994 gegründet und erhielt im Jahr 2000 als erste Wiener Einrichtung Fachhochschulstatus. Sie ist ein Netzwerkpartner des Fachverbandes der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI). www.technikum-wien.at

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