Volkshilfe: "Inhuman und unsinnig"

Weidenholzer: Forderung nach Abschaffung der Schubhaft für Minderjährige und Erhöhung der Mittel für Grundversorgung

Wien (OTS) - Menschen hinter Gitter zu sperren, ohne sie über den Grund dafür aufzuklären, Kinder und Jugendliche in eine Zelle zu stecken, ohne sozialarbeiterischen Beistand, Menschen abzuschieben in eine unsichere Zukunft, weil ihr Herkunftsland als "sicher" erklärt wurde - all das ist aus menschenrechtlicher Sicht bedenklich. Deshalb fordert die Volkshilfe wiederholt, menschenwürdige Bedingungen zu schaffen für jene Menschen, die in Österreich auf einen Bescheid warten, ob sie hier bleiben können oder das Land wieder verlassen müssen.

"Dass die Rechtsberatung von AsylwerberInnen in den letzten Jahren immer mehr eingeschränkt wurde, dass psychosoziale Beratung in der Schubhaft überhaupt nicht mehr finanziert wird und dass viele Bedingungen in der Schubhaft wie etwa die Gesundheitsversorgung mangelhaft sind, ist für ein demokratisches Land wie Österreich unwürdig", kritisiert Univ.-Prof. Dr. Josef Weidenholzer, Präsident der Volkshilfe Österreich. Aber es geht nicht nur um humane Werte, auch aus volkswirtschaftlicher Sicht ist die Methode der Schubhaft "ein Irrsinn", sagt Weidenholzer. Denn ein Tag in der Grundversorgung kostet derzeit im Schnitt 17 bis 19 EUR, ein Tag in der Schubhaft mindestens vier Mal so viel.

Werden die neuen Fremdengesetze wie vorgesehen im Herbst beschlossen, landen weitaus mehr Menschen als bisher in der Schubhaft. "Das ist inhuman und auch aus wirtschaftlicher Sicht unverständlich. Wir fordern daher die Abschaffung der Schubhaft für Minderjährige, den Einsatz gelinderer Mittel für unbescholtene AsylwerberInnen und im Gegenzug dazu eine längst notwendige Erhöhung der Mittel für die Grundversorgung", bekräftigt Weidenholzer abschließend.

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