Neue Mittelschule: Familienverband kritisiert Wiener Stadtschulrat

Vorsitzende des Wiener Katholischen Familienverbandes, Lang, weist auf "gesetzeswidrige Vorgangsweise" bei Einführung der Neuen Mittelschule hin

Wien, 02.07.2009 (KAP) Der Wiener Katholische Familienverband (KFVW) hat anlässlich des Schulschlusses erneut die "gesetzeswidrige Vorgangsweise" bei der Einführung der Neuen Mittelschule in Wien kritisiert. Es herrsche Chaos, und Elternrechte würden vom zuständigen Wiener Stadtschulrat übergangen, so die KFVW-Vorsitzende Mechtild Lang in einer Aussendung am Donnerstag.

Als Beispiel nannte Lang das Gymnasium Maroltingergasse, für dessen Expositur der Stadtschulrat die Umwandlung in eine eigene - als Neue Mittelschule zu führende - Schule angekündigt hatte. Nur die Eltern der betroffenen Klassen seien zur Abstimmung eingeladen worden; nach wie vor fehlten aber Schulkennzahl, Standort und Flächenwidmung für die Expositur. "Juristisch gesehen ist das Gymnasium Maroltingergasse nach wie vor eine einzige Schule, der Großteil der Eltern wurde aber bewusst übergangen. Den künftigen Schulversuchsklassen hat man vorgegaukelt, sie würden im Schuljahr 2009/10 eine eigene Schule werden", bemängelte Lang.

Das Gesetz fordert laut KFVW neben der Zweidrittelzustimmung der Lehrerkräfte unmissverständlich die Zustimmung zu Schulversuchen von zwei Dritteln aller stimmberechtigten Eltern. Somit könne eine Mehrheit der bei der Abstimmung anwesenden Erziehungsberechtigten oder gar nur einzelner Klassen keinesfalls genügen. Das Schulorganisationsgesetz sehe vor, dass in die Modellversuche nur Schulen einbezogen werden dürfen, "an denen zwei Drittel der Lehrer und Erziehungsberechtigten der Schüler der Sekundarstufe 1 grundsätzlich zustimmen".

Die Abstimmung am Standort Maroltingergasse müsse daher wiederholt werden, alle Eltern müssen das ihnen zustehende Recht auch ausüben können, nötigenfalls durch eine Briefwahl, forderte Lang. "Der Stadtschulrat braucht selbst dringend juristische Nachhilfe und sollte seine während des Schuljahres nicht gemachten Hausübungen schleunigst nachholen, damit er nicht weiter ungesetzliche Vorgangsweisen deckt", kritisiert die Familienverbands-Vorsitzende.

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