AMS Wien: 15,4 Prozent mehr Arbeitslose im Juni

Lehrstellenmarkt sogar leicht verbessert

Wien (OTS) - Das AMS Wien verzeichnete im Juni einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen gegenüber dem Vorjahr von 15,4 Prozent. Damit waren in Wien 69.665 Personen arbeitslos gemeldet, das sind um 9.278 mehr als vor einem Jahr. Dies ist wiederum der bei Weitem geringste Anstieg aller Bundesländer: In ganz Österreich stieg die Arbeitslosigkeit um 33 Prozent.
Auch diesmal waren in Wien Männer weit stärker vom Steigen der Arbeitslosigkeit betroffen als Frauen: Erhöhte sich diese bei letzteren um 9,6 Prozent oder 2.466 auf 28.253 Personen, so betrug das Plus bei den Männern 19,7 Prozent oder 6.812 Personen, womit insgesamt 41.412 Männer arbeitslos gemeldet waren. Die höchsten Anstiege verzeichneten die Metall- und Elektrobranche sowie die Büroberufe und der Handel.
Nach Altersgruppen getrennt zeigt sich folgendes Bild: Am kräftigsten stieg die Arbeitslosigkeit wiederum bei Jugendlichen bis 24 Jahre, und zwar um 27,9 Prozent oder 2.123 Personen; im Haupterwerbsalter (25 bis 49 Jahre) stieg die Arbeitslosigkeit um 15,6 Prozent und bei Personen älter als 45 Jahre um 10,6 Prozent.
Um der steigenden Arbeitslosigkeit zu begegnen, setzt das AMS Wien eine Reihe zusätzlicher Förderinstrumente ein. "Vor allem für Jugendliche wird es - wie bereits im Frühjahr - so auch im Herbst mehr Ausbildungsplätze als ursprünglich vorgesehen geben", konkretisiert Claudia Finster, Geschäftsführerin des AMS Wien. Das AMS Wien finanziert heuer mehr als 1.000 solcher zusätzlichen Lehrstellen, insgesamt ca. 4.500.
Diese Initiative trägt bereits erste Früchte. "Die Zahl der Lehrstellen suchenden Jugendlichen ist gesunken", freut sich Finster. In Zahlen heißt dies: Um 60 Jugendliche weniger als noch vor einem Jahr suchen eine Lehrstelle, insgesamt sind es derzeit 1.011; bedauerlicherweise fiel auch die Zahl der Stellenangebote, und zwar um 81 auf 290.
In Punkto neu gemeldete offene Stellen verzeichnete auch Wien einen Rückgang, und zwar um 14,3 Prozent. Immerhin gaben die Unternehmen im Juni 5.499 offene Stellen bekannt, insgesamt verfügt das AMS Wien derzeit über 6.752 Stellenangebote. Finster: "Auch hier versuchen wir, gegenzusteuern. Einerseits mit verstärkten Weiterbildungsangeboten, andererseits mit Förderungen wie Einstellbeihilfen oder dem neuen Kombilohnmodell."
Die Zahl der Schulungen hat das AMS Wien gegenüber dem Vorjahr erhöht: Derzeit besuchen 21.702 Personen Weiterbildungskurse, das sind um 27,8 Prozent mehr als im Juni 2008. Finster: "Bei steigender Arbeitslosigkeit muss man in Fortbildung investieren. Je höher die Qualifikation, desto größer die Chance, wieder in Beschäftigung zu kommen." Dementsprechend positiv hat sich die Dauer der Arbeitslosenvormerkung entwickelt: Diese sank von 100 auf 91 Tage gegenüber Juni 2008.
Unter der ausländischen Bevölkerung stieg die Arbeitslosigkeit um 21,8 Prozent; unter der inländischen Bevölkerung betrug das Plus 13,5 Prozent.
Wie schon in den vergangenen Monaten und Jahren konnte auch diesmal die Langzeitarbeitslosigkeit gesenkt werden: Nur noch 743 Personen waren Ende Juni länger als ein Jahr arbeitslos, damit um 388 oder 34,3 Prozent weniger als vor einem Jahr.

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