Tankstellenbetreiber fordern faire Rahmenbedingungen

WKÖ-Müller fordert Partnerschaft mit Mineralölkonzernen

Wien (PWK524) - Die heimischen Tankstellen fordern von den Mineralölkonzernen faire Rahmenbedingungen ein: Das geht aus einer neuen Studie hervor, die vom Fachverband Garagen, Tankstellen und Servicestationen der Wirtschaftskammer Österreich in Auftrag gegeben wurde und heute in Wien vom Obmann dieses Fachverbandes, Ferdinand Müller, und Studienautorin Claudia Brandstätter vom Marktforschungsinstitut bmm präsentiert wurde. Befragt wurden 378 Tankstellenbetreiber.

"Die konkreten Spritpreise werden von den jeweiligen Mineralölkonzernen festgelegt, der Tankstellenpächter hat keinen Einfluss darauf. Die Tankstellenpächter kalkulierten bereits jetzt mit Margen im Promillebereich. in der Branche herrscht zudem ein starker Verdrängungswettbewerb, der zu Lasten mittelständischer, freier Anbieter geht", erklärte Müller. Umsatzrückgänge von über zehn Prozent und die durchwegs schlechte Eigenkapitalausstattung belaste die Tankstellenpächter, wodurch man mit der Ausdünnung des Versorgungsnetzes rechnen müsse.
Der gelungene PR-Gag anlässlich der Eröffnung einer Diskont-Tankstelle in Salzburg belege, dass die Konzerne eine intransparente Preisgestaltung hätten. So könnten Pächter in der Nähe des Diskonters den Treibstoff günstiger abgeben, als ihn ein Eigenhändler der gleichen Marke einkaufe. Dies führe zu einer Marktverdrängung.

"Probleme gibt es auch bei den Verträgen: Vielen Pächter entscheiden sich aufgrund der vorgelegten Geschäftspläne zur Vertragsunterzeichnung und geraten in der Folge immer mehr in die Unterdeckung. Die vorgelegten Geschäftspläne sollten daher eine verbindliche Grundlage des Pachtvertrages werden, denn jetzt sind rund 70 Prozent der Tankstellenpächter sind in Unterdeckung, die Interessenvertretung ist also gefordert", erläuterte Müller.

Müller: "Schon seit längerer Zeit wird mit Treibstoff richtig Kohle gemacht, Folgerichtig finden sich im aktuellen ‚Forbes-Magazine‘-Ranking der bestverdienenden Firmen gleich acht Öl-und Energiekonzerne unter den Top 10. Nummer eins der Gewinn-Weltmeister ist ExxonMobil mit einem Gewinn von 40 Milliarden Dollar."

Bereits vor längerer Zeit sei dem Fachverband Mineralölindustrie eine überarbeitete Version des "Wohlverhaltenskataloges" übermittelt worden. Die Gespräche zur Umsetzung seien jedoch ins Stocken geraten. Die aktuelle Situation der Tankstellenpächter zeige eindeutig, wie wichtig die Umsetzung eines Regelwerkes dieser Art jedoch wäre. Die Mineralölindustrie sollte sich wieder, wie in der Vergangenheit üblich, an diesen Katalog halten. (IP)

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