Urlaubszeit - Einbruchszeit: "Konsument" zeigt, wie man Dieben keine Chance lässt

Vorbauen mit einbruchhemmenden Türen und Alarmanlagen. Achtung vor sichtbaren Adressanhängern bei Reisegepäck.

Wien (OTS) - Die Zahl der Einbrüche in Wohnungen ist im Zeitraum von Jänner bis Mai 2009 gegenüber dem Vorjahr um elf Prozent gestiegen - bei Einfamilienhäusern war sogar ein Plus von 38 Prozent zu verzeichnen. Wie so oft gilt: Gelegenheit macht Diebe, und zahlreiche solcher Gelegenheiten bieten sich während der Urlaubszeit in den Sommermonaten Juli, August und September. Wer im wahrsten Sinne des Wortes vorbaut, ist hier in einer besseren Ausgangsposition: Oft schrecken schon der Anblick von einbruchhemmenden Türen oder Alarmanlagen ab. Doch auch kleinere Maßnahmen wie etwa ein Urlaubspostfach oder ein Zeitschalter können zu größerer Sicherheit beitragen.

Vor allem bei längeren Abwesenheiten sollte man ein paar zusätzlich Maßnahmen ergreifen, damit die Abwesenheit nicht auffällt. Sichere Hinweise für eine längere Abwesenheit sind überfüllte Briefkästen oder mit Werbung zugepflasterte Haus- oder Wohnungstüren. "Am besten ersucht man die Nachbarn, sich um die Post zu kümmern oder man richtet ein Urlaubspostfach ein. Auch das Zeitungsabonnement kann unterbrochen werden", informiert "Konsument"-Sicherheitsexperte Mirko Bernhard. "Es schadet auch nicht, den Nachbarn zu bitten, ein Auge auf die Wohnung bzw. das Haus zu haben."

Auch Zeitschalter können eine Anwesenheit vortäuschen, indem sie -am besten in unregelmäßigen Abständen - verschiedene Lichter an- oder ausgehen lassen oder Radio und Fernseher ein- und ausschalten. Rollläden sollten als Zeichen der Abwesenheit tagsüber nicht geschlossen sein.

Wer sein Eigenheim während des Urlaubs - und generell - schützen möchte, sollte keine Leitern im Garten liegen lassen. Auch Gartenmöbel oder Mülltonnen können als Aufstiegshilfen zum Fenster oder zur Balkontüre dienen. Am besten vermeidet man dichte Bepflanzung direkt am Haus, da diese Stellen besonders einbruchgefährdet sind. "Fenster sind eine wesentliche Schwachstelle. Besseren Schutz erreicht man etwa durch den Einbau von versperrbaren Fensterriegeln. Bandsicherungen im Bereich der Scharniere verhindern das Aushebeln der Fenster", so Bernhard. "All das hilft allerdings nicht bei gekippten Fenstern oder Balkontüren, die ein willkommenes Schlupfloch für Einbrecher bieten."

Oft ist der Weg des geringsten Widerstands die Wohnungstür. Für ungebetene Gäste ist es ein Kinderspiel, einfache Türen mit einfachen Schlössern aufzubrechen. Dabei ist jeder zusätzliche Schutz nur so gut, wie das schwächste Glied in der Kette - und zu diesen Gliedern zählen Türrahmen, Scharniere, Türblatt, Schutzbeschlag und Schloss. "Einbruchhemmende Türen stellen in der Regel ein so großes Hindernis dar, dass Einbrecher vor der Tat zurückschrecken oder aufgeben," erklärt Hofrat Mag. Walter Hladik, Vorstand des Büros für Kriminalprävention. "Empfehlenswert sind Türen mit der Widerstandsklasse 3, die sich mit Schraubenzieher oder dem sogenannten ,Kuhfuß’ erst nach fünf Minuten öffnen lassen. Denn die meisten Einbrecher geben auf, wenn sie länger als zwei Minuten zum Knacken einer Türe brauchen."

Abschreckende Wirkung hat nicht zuletzt eine Alarmanlage. Das Leben mit einer Alarmanlage will jedoch gelernt sein, denn die Bewohner müssen auf die "Bedürfnisse" der Anlage Rücksicht nehmen: So werden viele Fehlalarme durch die Anwender selbst ausgelöst, etwa durch unbedachtes Öffnen von Fenstern oder wenn die Anlage beim Betreten des Hauses nicht zeitgerecht entschärft wird. Für den Kauf einer Alarmanlage sollte man sich Zeit nehmen und gut überlegen, welche Alarmanlage am besten zur Lebensweise passt. Angebote einholen und vergleichen zahlt sich aus: Bei einem "Konsument"-Test (10/2007) war die angebotene Qualität so unterschiedlich wie die Preise, die von 1.800 bis 7.000 Euro reichten.

Wertsachen wie Sparbücher gehören am besten in den Tresor und sollten immer getrennt vom Losungswort aufbewahrt werden. Um einen Überblick über die Wertgegenstände im eigenen Haushalt zu haben, ist es sinnvoll, eine Inventarliste anzulegen, die die einzelnen Wertsachen möglichst genau beschreibt. Aufbewahrt werden sollte sie aber außerhalb der eigenen vier Wände, da sie sonst möglicherweise nach dem Einbruch verschwunden ist.

Auch sichtbare Adressanhänger am Reisegepäck sollten vermieden werden. Einbrecher können so an Flughäfen und Bahnhöfen leicht erkennen, wo sich der nächste Einbruch anbietet. Verräterisch kann auch die Abwesenheitsnotiz beim E-Mail-Client sein.

Weitere Informationen zum Thema gibt der "Konsument"-Ratgeber "Keine Chance für Diebe!". Dieser umfasst 136 Seiten und ist um 14,90 Euro im Buchhandel und beim VKI (zuzüglich Versandkosten) erhältlich. Der Ratgeber kann auch online auf www.konsument.at bestellt werden.

Rückfragen & Kontakt:

Verein für Konsumenteninformation/
Testmagazin "Konsument"
Mag. Andrea Morawetz
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01/588 77 - 256
Email: amorawetz@vki.at
www.konsument.at

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