Weltreligionen bekunden ihren Willen zu Frieden und Toleranz

Dritter Kongress der Weltreligionen in der kasachischen Hauptstadt Astana eröffnet - Kardinal Tauran mahnt konkrete Fortschritte bei gemeinsamen Aktionen für eine friedlichere Welt ein

Astana, 01.07.2009 (KAP) Mit einem gemeinsamen Bekenntnis zu mehr Dialog und gegenseitigem Respekt ist am Mittwoch in der kasachischen Hauptstadt Astana der Dritte Kongress der Weltreligionen eröffnet worden. 77 Delegationen, die alle großen Kirchen und Religionen der Welt repräsentieren, fanden sich in Astana mit dem Ziel ein, konkrete Schritte für einen verstärkten interreligiösen und interkulturellen Dialog zu setzen. Kardinal Jean-Louis Tauran, der an der Spitze der katholischen Delegation steht, mahnte in seinem Grußwort zu einem Frieden, der auf Gerechtigkeit gründen müsse.

Der Präsident des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog wies auf die vier Dimensionen des Dialogs hin: den Dialog des Lebens, der Aktion, der Theologie und der spirituellen Erfahrung. Vom Treffen in Astana erhoffe er sich vor allem Fortschritte im Bereich gemeinsamer Aktionen der Religionen zum Wohl der Menschheit. Tauran unterstrich, dass Papst Benedikt XVI. den Kongress mit großem Wohlwollen und im Gebet begleite.

Der Kongress der Weltreligionen findet nach 2003 und 2006 heuer zum dritten Mal in Astana statt und geht auf eine Initiative von Präsident Nursultan Nasarbajew zurück. Nasarbajew lobte in seiner Eröffnungsrede das harmonische Zusammenleben der Religionen und Kulturen in Kasachstan. Allen Religionen gemeinsam seien moralische Werte wie Gerechtigkeit, ohne die eine neue friedliche Weltordnung nicht möglich sei.

Auch die Vertreter des Islam betonten in ihren Wortmeldungen mehrfach die friedlichen und humanen Aspekte des Islam. Der Großscheich der Al-Azhar-Universität in Kairo, Muhammad al-Tantawi, forderte Toleranz und Freundschaft, und der Generalsekretär der Islamischen Weltliga, Scheich Abdalla ben Mukhsin at-Turki, plädierte für die friedliche Koexistenz der Religionen.

Israels Präsident Peres zu Gast

Ehrengast der Konferenz ist Israels Staatspräsident Shimon Peres, der sich derzeit auf Staatsbesuch in Kasachstan aufhält. Er wies alle Formen von religiös begründeter Gewalt, von Fanatismus und Terrorismus zurück und plädierte für neue Friedensinitiativen im Nahen Osten, zu denen er besonders die Vertreter von Saudi-Arabien bei der Konferenz einlud. Deutlich gegen den Iran gemünzt war die Aussage von Peres, dass jede Form von atomarer Drohung abzulehnen sei.

Ishmael Noko, Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes, brach eine Lanze für Offenheit und religiösen Pluralismus. Er wolle alle Teilnehmer an der Konferenz verpflichten, sich in ihrem Bereich tatsächlich für Frieden einzusetzen und gegen jede Form von religiös begründeter Gewalt vorzugehen. Schließlich stellte Noko schon zu Beginn der Konferenz die Frage nach möglichen Ergebnissen; allein mit "schönen Worten" dürfe man sich nicht zufrieden geben.

(forts. mgl.)
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