Neue Kärntner Tageszeitung - Kommentar: Hauptsache nebensächlich (von Claudia Grabner)

Ausgabe 28. Juli 2009

Wien (OTS) - Je real grauslicher es wird, desto größer ist der Zwang wegzuhören. Derisch sein auf gut Kärntnerisch. Konjunkturelle Talfahrt? Ja sicher, aber man hat sich abgefunden. Korrupte Milliardenflüsse? Ja, aber man kann eh nichts machen. Ein ausufernder Schuldenberg? Ja, aber wir sind machtlos dagegen. Der resignierende Mensch - er wacht erst auf, wenns kurios wird. Oder skurril. Oder sonst wie nebensächlich. Wie etwa bei Dichands Wunsch nach einer Pröllschen Machtaufteilung. Dann ganz plötzlich sind die Lebensgeister geweckt, es groteskelt wie zu Nestroys Possenzeiten.

Da tüfteln also die Parteien an präsidialen Strategien und pfeifen auf jede reale Grauslichkeit (weil sich die hoffentlich von alleine lösen?). Jedenfalls lassen die Staatsverantwortlichen trotz Warnrufen sämtlicher Experten wissen: "Um über die Finanzierung der Megakrise nachzudenken - das hat Zeit bis nach der Krise." Genau diese Logik hat uns in all die Turbulenzen hineingeführt. Nachdenken, wenn nichts mehr geht ...

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