Hörgeräteakustiker: Gut bei Beratung und Anpassung

"Konsument": Zusatzausstattung in einigen Fällen unnötig.

Wien (OTS) - Schätzungen zufolge sind mehr als 1,6 Millionen Österreicher vom Nachlassen des Hörvermögens betroffen, darunter zunehmend auch junge Menschen. Jedes Jahr gehen in Österreich rund 65.000 Hörsysteme über die Ladentische. "Konsument" untersuchte in Kooperation mit dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, wie gut Patienten, die ein Hörgerät benötigen, beraten werden und wie gut die Geräte von Akustikern angepasst werden. Getestet wurden sechs führende österreichische Anbieter mit zumindest zwei Niederlassungen in Wien. Insgesamt fiel der Test positiv aus. Die Bewertung reicht von "sehr gut" (Testsieger Hartlauer) bis "durchschnittlich" (Hörgeräte Seifert).

Zwei Testpersonen mit ärztlichen Überweisungsscheinen suchten jeweils sechs zufällig ausgewählte Filialen auf. Dabei sollte nicht nur die Beratungsqualität getestet werden, sondern es wurde auch erhoben, ob adäquate Geräte angeboten werden. Beide Testpersonen äußerten den Wunsch nach einer finanziell günstigen Lösung. Dieser Wunsch wurde nicht immer erfüllt. Im Falle eines Kaufes wären bis zu 2.000 Euro aus der eigenen Tasche fällig gewesen. Im Normalfall findet ein Patient jedoch mit einem von der Kasse voll finanzierten sogenannten Tarifgerät um rund 1.500 Euro für beide Ohren das Auslangen. Ist es beruflich oder medizinisch notwendig, übernimmt die Krankenkasse sogar Kosten bis maximal 3.888 Euro.

Im zweiten Teil des Tests ließen sich insgesamt zwölf Testpersonen (je zwei pro Anbieter) in den sechs ausgewählten Filialen ein Hörsystem anpassen. Nach Abschluss der Probetragezeit wurde bewertet, ob die Patienten die geeigneten Geräte erhalten haben und auch die jeweils günstigste Lösung gewählt wurde. Hier schnitten die Hörgeräteakustiker in der Mehrheit "sehr gut" und "gut" ab. In zwei Fällen (Neuroth und Hörgeräte Seifert) wurde aber die technische Versorgung in je einem Testfall bemängelt, da eine grundsätzlich falsche Versorgung gewählt wurde. Vier Mal wurden die Tester mit Tarifgeräten ohne Zuzahlung versorgt, in drei Fällen wäre eine günstigere Versorgung möglich gewesen.

"Alles in allem verstehen die getesteten Hörgeräteakustiker ihr Handwerk", so "Konsument"-Gesundheitsexpertin Bärbel Klepp. "Kritisch anzumerken ist allerdings die Neigung, technische Sonderausstattungen anzubieten." So machten beispielsweise alle Anbieter Werbung für die Spracherkennung, die jedoch in Tarifgeräten nicht enthalten und nur gegen Aufzahlung erhältlich ist.

"Konsument"-Tipp: Patienten haben das Recht, verschiedene Gerät jeweils mindestens 14 Tage kostenlos Probe zu tragen. Diese Zeit sollte man sich auch nehmen, denn bis die Lautstärke passt, unangenehme Störgeräusche beseitigt wurden und die richtige Frequenz eingestellt ist, sind in der Regel mehrere Anpassungen notwendig. Durch Ausprobieren kann man das Gerät mit dem individuell besten Preis-/Leistungsverhältnis finden.

Alle Informationen zum Test gibt es im Juli-"Konsument" und auf www.konsument.at.

Rückfragen & Kontakt:

Verein für Konsumenteninformation/
Testmagazin "Konsument"
Mag. Andrea Morawetz
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01/588 77 - 256
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www.konsument.at

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