Schmied: Bildungsbericht ist wichtiger Schritt zu faktenbasierter Entscheidungsfindung

Beitrag zu Diskussionsversachlichung und Grundlage für bildungspolitische Arbeit

Wien (SK) - Der kürzlich dem Parlament vorgelegte "Nationale Bildungsbericht Österreich 2009" (NBB) sei eine wesentliche Grundlage für die bildungspolitische Arbeit und ein weiterer wichtiger Schritt hin zu faktenbasierter Entscheidungsfindung und zu einer Versachlichung der bildungspolitischen Diskussion, so Bildungsministerin Claudia Schmied am Mittwochabend. Der NBB habe "unglaubliche Aktualität und steht in direktem Zusammenhang zu meinen Reformbestrebungen", so Schmied, die auch betonte, dass sich der Bildungsbericht als "große Quelle von ExpertInnenwissen mit einer Vielzahl zentraler bildungspolitischer Themen" beschäftige. Zum Thema Matura-Reform zeigte sich Schmied nach der heutigen Gesprächsrunde mit VP-Bildungssprecher Amon zuversichtlich, dass man bis zum Ministerrat am 30. Juni zu einer Einigung kommen werde. ****

Der NBB sei ein "sehr wertvoller" ExpertInnenbericht und als wesentliches Element eines Entwicklungsprozesses von großer Bedeutung, bekräftigte Schmied in einem gemeinsamen Gespräch mit dem Herausgeber und mit AutorInnen des Bildungsberichts. Ihr sei es sehr wichtig, dass der NBB eine breite und versachlichte Debatte anstoße und zudem auch eine gute Rezeption erfahre, so Schmied, die sich durch den Nationalen Bildungsbericht auch in ihrem Ansatz gestärkt sieht, dass es im Bildungsbereich nicht die eine allein wirksame Maßnahme gebe. Vielmehr müsse gleichzeitig an vielen Bereichen gearbeitet werden, ergänzte die Bildungsministerin. Der NBB greife z.B. mit der frühkindlichen Bildung, der Bildungsgarantie, der LehrerInnenausbildung oder der Schulautonomie ganz zentrale Bereiche der Bildungspolitik auf. Sie freue sich auf eine breite politische Debatte zum Nationalen Bildungsbericht und hoffe auf einen dadurch möglichen "kollektiven Blick auf die Wirklichkeit", so Schmied.

ExpertInnen betonen Versachlichung der Debatte

Am Gespräch zum Thema NBB nahmen neben Ministerin Schmied weiters teil: Werner Specht (BIFIE, Herausgeber NBB), Konrad Krainer (IUS, Mathematik, Naturwissenschaften), Martin Hartmann (Universität Innsbruck, Schulautonomie) sowie Christiane Spiel (Universität Wien, Lebenslanges Lernen). Die ExpertInnen betonten unisono, dass der NBB zu einer Versachlichung der Debatte führe und auch eine Fülle von Analysen und Einsichten liefere. Werner Specht informierte darüber, dass der NBB - durch Evidenzbasiertheit - die Bildungspolitik bei der Entscheidung und Steuerung unterstützen solle. Der nächste Bildungsbericht solle in drei Jahren erscheinen und dann stärker auf bildungspolitische Schwerpunktthemen fokussieren, so Specht. Konrad Krainer setzte sich in seinem Kurzreferat mit dem Themenbereich "Mathematik und Naturwissenschaft" auseinander und ortete hier verstärkten Handlungsbedarf, da die heimischen SchülerInnen gerade in diesem Bereich nur durchschnittlich abschneiden.

Meilenstein in Richtung Evidenzbasierung

Martin Hartmann referierte über Schulautonomie und betonte hier, dass 90 Prozent der Schulen die bestehende Lehrplanautonomie nutzen. Christiane Spiel unterstrich, dass der NBB ein "Meilenstein in Richtung Evidenzbasierung" sei. In ihrem Kurzreferat setzte sich Spiel mit dem Lebenslangen Lernen und der Bildungsmotivation auseinander.

Der zweibändige Nationale Bildungsbericht wurde im Auftrag von Bildungsministerin Claudia Schmied vom Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung des österreichischen Schulwesens (BIFIE) erstellt. Der erste, rund 200-seitige Band des NBB beinhaltet "Das Schulsystem im Spiegel von Daten und Indikatoren". Der zweite Band beschäftigt sich auf ca. 700 Seiten mit "Fokussierten Analysen bildungspolitischer Schwerpunktthemen".

Service: Der Nationale Bildungsbericht ist auf der Homepage des Bildungsministeriums unter
http://www.bmukk.gv.at/nbb09 abrufbar. (Schluss) mb

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