Wiener Gemeinderat (4)

Erster Bauabschnitt Wiener Hauptbahnhof

Wien (OTS) - GR Mag. Wolfgang Gerstl (ÖVP) betonte, dass es sich beim Hauptbahnhof um eines der größten Schienenprojekte der letzten Jahrzehnte handle und dass er sich aufgrund dieser Bedeutung eine umfassende Auseinandersetzung erwarte. Das Projekt hätte schon viel früher starten müssen und zudem gebe es viel zu wenig Information. Noch immer wisse man nicht, welche Züge zukünftig welchen Bahnhof anfahren würden, er erwarte sich auch eine Bedienung des Bahnhofs Hütteldorf für die Führung der Hauptverkehrsstrecken. Die Liberalisierung des Schienenverkehrs stehe unmittelbar bevor, auch hier sei man sich der Folgen noch nicht bewusst. Nachdem die Frequenz der Personen von derzeit 45.000 auf das Dreifache steigen werde, müsse die Kapazität der U-Bahn zumindest verdoppelt werden, denn die Investitionen würden nichts bringen, wenn die gewonnene Zeit auf dem Weg zum Bahnhof verloren gehen würde. Er plädierte für eine Untertunnelung des Landstraßer Gürtels und brachte einen Antrag für die Anbindung des Bahnhofs an eine zweite U-Bahn-Linie ein. Außerdem wünsche sich die ÖVP Wien mehr Einbindung und Beteiligung am Projekt Hauptbahnhof.

GR Dkfm. Dr. Ernst Maurer (SPÖ) sagte, dass ÖVP und Grüne das Projekt, welches das wichtigste der vergangenen und kommenden Jahre sei, schon immer "schlecht gemacht hätten". Der Bahnhof wäre durch einen Tunnel optimal an die U1 angebunden, zudem sei dies auch kein Pendlerbahnhof, wie Meidling oder Wien-Mitte, die noch besser an die U-Bahn angebunden seien. Im weiteren gebe es im Bereich Hauptbahnhof Schnellbahnen, Straßenbahnen, Busse, Radabstellplätze etc., außerdem sei eine Seilbahnverbindung zum Südtiroler Platz geplant. Es gebe stets genug Informationen für die betroffenen Bezirke, in Info-Veranstaltungen würden alle Anfragen durch die Stadt Wien und ÖBB aufgegriffen und beantwortet werden. Die Untertunnelung des Gürtels erachte er nicht für sinnvoll, da man den Gürtel ja auch verlassen können müsse.

GR Anton Mahdalik (FPÖ) erwähnte eingangs, dass die Freiheitlichen das Projekt Hauptbahnhof unterstützen würden, da es Vorteile für den öffentlichen Verkehr bringen würde. Trotzdem sei nicht alles rosig zu sehen, zum Beispiel seien die Intervalle der Wiener Linien zu lang und es herrsche Personalmangel, trotzdem würden die Tarife regelmäßig erhöht. Man wundere sich seitens der FPÖ, warum man auf die neuen EU-Richtlinien bezüglich Personal nicht früher reagiert habe, noch heute würden 100 Leute bei den Wiener Linien fehlen. Die SPÖ könne nicht stets auf die schwarz-blaue Regierung verweisen, sondern solle selbst "endlich arbeiten". Auch hinsichtlich Radwegplanung gebe es einige Verfehlungen, die zu einem hohem Sicherheitsrisiko für die RadfahrerInnen führen würden. Ebenso wiederhole man Fehler in der Straßenbahnplanung im Norden und Nordosten Wiens.

GR Mag. Rüdiger Maresch (Grüne) sagte, dass er die Führung der U2 bis in die Nähe des Hauptbahnhofs als "nicht sinnvoll erachte". Vielmehr sehe er das Problem, dass man den Hauptbahnhof nicht von Anfang an 300 Meter weiter westlich geplant habe, hier sehe er Verfehlungen bei der ÖBB. Ein weiteres Problem seien die zu engen Bahnsteige, Treppen etc., die auch in einer Studie vom Institut für Raumplanung als risikoreich beschrieben wurden. Bezüglich Cable-Liner bemängelte er die zu erwartenden Bau- und Betriebskosten, hier würden die Grünen Förderbänder vorschlagen, die alle 40 bis 50 Meter unterbrochen werden sollen. Man habe auch vergessen, dass viele Güterzüge den Bahnhof frequentieren werden, die sehr laut wären, auch hier habe man sich seitens der SPÖ keine Lösungen überlegt. Auch die Ampelschaltung lasse für die FußgängerInnen zu wünschen übrig. All dies spreche nicht für eine vorausschauende Planung beim Projekt Hauptbahnhof, schloss Maresch. (Forts.) wil/gse

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