Industrie zu Einkommenstransparenz: Nachhaltige Strategie statt Zwang

IV-VGS Koren: Ökonomische Gleichstellung von Frauen und Männern wichtiges Ziel - Freiwillige Maßnahmen effizienter und nachhaltiger als Regulierungen und Zwang

Wien (OTS) - (PdI) Die Industriellenvereinigung (IV) setzt sich
aus wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Gründen vehement für die ökonomische Gleichstellung von Frauen und Männern ein. Regulierungsmaßnahmen seien aber der falsche Weg, um dieses Ziel zu erreichen, betonte der Vize-Generalsekretär der Industriellenvereinigung, Ing. Mag. Peter Koren, anlässlich der heute, Mittwoch, stattfindenden Open Space-Veranstaltung "Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt". Den Vorschlägen von Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek und den gleichlautenden Forderungen von Arbeitnehmerseite könne die Industrie daher wenig abgewinnen. Eine verpflichtende Offenlegung der Gehälter bei Betrieben mit mehr als 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie die geforderten Sanktionen seien der falsche Weg. "Wie soll bei diesem Vorschlag garantiert werden, dass nicht Äpfel mit Birnen verglichen werden?", fragte Koren. Grundsätzlich seien gezielte freiwillige Maßnahmen effizienter und nachhaltiger als Regulierungen und Zwang. "Was es wirklich benötigt, statt oberflächliche Scheindiskussionen zu führen, ist eine nachhaltige und langfristige Strategie, um die ökonomische Gleichstellung von Frauen und Männern zu erreichen. Übrigens darf darauf hingewiesen werden, dass viele Unternehmen in Österreich diese Gleichstellung längst leben."

Die IV sieht vor allem drei Schlüsselbereiche als Chance und Hebel für mehr Gleichstellung, die sie auch in den Nationalen Aktionsplan, der derzeit in Erarbeitung ist, eingebracht hat.

  • Förderung von atypischer Berufswahl von Mädchen und Burschen z.B. durch frühzeitigen Abbau von berufsbezogenen Geschlechterstereotypen im Kindesalter und professionelle Bildungs-, Berufswahl- und Karriereberatung; bildungspolitische Schwerpunktsetzungen im Bereich der Primärausbildung zur Förderung der technisch-naturwissenschaftlichen Kompetenzen von Mädchen; Vermittlung moderner Berufs- und Rollenbilder
  • Besserer Karriereverlauf für Frauen z.B. durch Karenzmanagement und aktive Planung der Berufsrückkehr von Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteigern; Aufwertung von Teilzeitarbeit und Förderung der qualifizierten Teilzeit
  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser möglich machen z.B. durch den Ausbau und die Optimierung der Kinderbetreuung, vor allem für Kleinkinder (flächendeckend und mit erwerbsfreundlichen Öffnungszeiten), Einführung eines einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeldes; Dynamisierung der Zuverdienstgrenze; weit reichender und langfristiger Bewusstseinsbildungsprozess für Männer und Frauen, um eine nachhaltige Veränderung von Rollenbildern und Lebensmodellen zu unterstützen und Partnerschaftlichkeit zu fördern

"Ebenso wie wir Regulierungsmaßnahmen für den falschen Weg halten, um mehr Gleichstellung zu erreichen, sind wir auch gegen willkürliche Maßnahme wie Quotenregelungen für die Besetzung von Vorständen und Aufsichtsräten", ergänzte der IV-Vize-Generalsekretär. Bei verpflichtenden Quoten bestehe die Gefahr, dass Frauen nicht aufgrund ihrer Qualifikation, sondern aufgrund ihres Geschlechts für eine Position ausgewählt werden. Es sei zudem ein Faktum, dass die Rahmenbedingungen für eine funktionierende Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Österreich verbesserungswürdig seien. "Solange hier nicht mehr getan wird, ist ein Vergleich mit Regelungen in Norwegen nicht aussagekräftig", schloss Koren.

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