AKNÖ-Arbeitsrechtstipps für Hochwasseropfer

Hochwasser: Freiwillige Helfer müssen Dienstgeber informieren

Wien (AKNÖ) - Zahlreiche NiederösterreicherInnen werden wegen Überflutungen möglicherweise nicht zur Arbeit kommen können. Einerseits, weil sie direkt vom Hochwasser betroffen sind, andererseits, weil sie als freiwillige HelferInnen im Einsatz sind. Die NÖ Arbeiterkammer informiert über ihre arbeitsrechtliche Situation.

Freiwillige Helfer von Rettungsorganisationen haben Anspruch auf Fernbleiben vom Dienst, um Gefahr von Leib und Leben abzuwenden. Aber sie sind verpflichtet, ihrem Dienstgeber unverzüglich bekannt zu geben, dass sie im Einsatz sind und sie müssen Urlaub oder Zeitausgleich nehmen. Das angekündigte Fernbleiben stellt keinen Entlassungsgrund dar. Sollte es zu einer Kündigung wegen des Hochwassereinsatzes kommen, ist diese sicher gerichtlich anfechtbar und es wird von der AKNÖ Rechtschutz gewährt. Bei Nothilfe (z. B. Rettung der 80-jährigen Nachbarin, Abwendung von Gefahr für Hab und Gut) kann der Beschäftigte auch ohne Zustimmung des Dienstgebers vom Arbeitsplatz fernbleiben. Eine Mitteilung an den Chef muss aber erfolgen; diese kann auch nachträglich sein und ist ebenfalls kein Grund für eine Entlassung.

Verlängerter Arbeitsweg zumutbar

ArbeitnehmerInnen werden auf Grund des Hochwassers und der Straßensperren Schwierigkeiten haben, ihren Arbeitsplatz pünktlich zu erreichen. Hier handelt es sich um eine unverschuldete, tatsächliche Dienstverhinderung. Wichtig ist nur, dass ArbeitnehmerInnen auch in solchen Fällen verpflichtet sind, ihnen Zumutbares zu unternehmen, um dennoch und mit möglichst geringer Verspätung zum Arbeitsort zu gelangen. In allen diesen Fällen wird aber dringend geraten, den Dienstgeber umgehend - am besten telefonisch - von der Dienstverhinderung zu benachrichtigen, da es ansonsten zu arbeitsrechtlichen Problemen kommen könnte. Die Beschäftigten sind in solchen Situationen als Personen betroffen und haben einen Anspruch auf Entgelt, selbst wenn sie den Arbeitsort nur verspätet oder überhaupt nicht erreichen konnten. Was zumutbar ist, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Eine Fahrzeitverlängerung von bis zu einer Stunde in eine Richtung wird als zumutbar angesehen. Die AKNÖ-Arbeitsrechtsexperten geben Auskunft unter 05 7171-1717.

Weitere Informationen im Internet unter: noe.arbeiterkammer.at

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