Bundesministerin Heinisch-Hosek eröffnete den Open Space Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt

Glaube nicht, dass die Öffentlichkeit mit gewaltig auseinanderklaffenden Gehaltsschere einverstanden ist

Wien (OTS) - "Es ist eine Schande", sagte Frauenministerin
Gabriele Heinisch-Hosek, "30 Jahre nach In-Kraft-Treten des Gleichbehandlungsgesetzes für die Privatwirtschaft klafft die Schere zwischen Frauen- und Männereinkommen weiter auseinander denn je." Laut Rechnungshofbericht, aber auch zufolge internationaler Studien liege Österreich in Sachen Gleichstellung an vorletzter Stelle in Europa. Innerbetriebliche Gehaltstransparenz solle deshalb einen Vergleich für Frauen ermöglichen, so die Ministerin.

Im Regierungsprogramm sei der Nationale Aktionsplan (NAP) für die Gleichstellung von Frauen und Männern festgeschrieben. Seit gestern, Dienstag, liege der interministeriellen NAP-Arbeitsgruppe außerdem das Leitpapier "Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt" vor. "Doch das ist nur der Rahmen, jetzt sind Praktikerinnen und Expertinnen mit ihren Ideen zur Umsetzung gefragt", betonte Heinisch-Hosek und lud im Rahmen einer "Open Space"-Konferenz dazu ein, Anliegen und Anregungen einzubringen.

Der NAP sei auf fünf Jahre angelegt, jährlich sollen Fortschrittsberichte erstellt und die Frauenorganisationen laufend mit einbezogen werden. Für Ende 2009 kündigte die Ministerin die Präsentation jener Maßnahmen an, die in den folgenden vier Jahren umgesetzt werden. "Und da ist sich etwa die Bundesregierung darin einig, dass die Anzahl der weiblichen Führungskräfte in Österreichs Chefetagen erhöht werden soll. Ich kann auch nicht glauben, dass die Öffentlichkeit mit dieser gewaltig auseinanderklaffenden Gehaltsschere einverstanden ist."

In einer ersten Runde wurden im Rahmen dieser "Open Space"-Veranstaltung Anliegen gesammelt, die nun in Arbeitsgruppen vertieft ausgearbeitet und am späteren Nachmittag der Ministerin in mehreren Paketen überreicht werden sollen.

Die Anliegen reichten von verpflichtender Berufsorientierung für Mädchen und Buben in den Schulen bis zum effektiven Schutz der Frauen vor Gewalt, die insbesondere in Zeiten der Wirtschaftskrise wieder stärker zu Tage tritt. Mehrfach wurde die Verankerung von geteilter Familien- und Hausarbeit im Bewusstsein und auch in gesetzlichem Rahmen angesprochen. Auch die Neubewertung weiblicher Arbeitsfelder wurde thematisiert: Warum etwa bekommt eine Friseurin weniger als ein Mechaniker, warum verdient eine Anglistin weniger als ein Maschinenbauer? In der Wissensgesellschaft seien gerade weibliche Talente mehr gefragt. Positiv äußerten sich viele Frauen zu Quotenregelungen und sprachen sich auch für Sanktionen aus, wenn Gleichstellungsgesetze missachtet werden. Vielfach wurde die verpflichtende betriebliche Einkommenstransparenz eingefordert. Ebenso wurde darauf verwiesen, dass viele Frauen in prekären Arbeitsverhältnissen oder in Teilzeitbeschäftigungen von ihrer Arbeit nicht leben könnten.

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Pressesprecherin der Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek
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