Einkommenssteuerreform reduziert Stipendien um 100 Euro! AK fordert sofortige Reparatur

Linz (OTS) - Ein Fehler im System der gerade erst in Kraft getretenen Einkommenssteuerreform reduziert die Förderungen der Familien von Stipendienbeziehern/-innen. "Es kann nicht so sein, dass von der einen Hand den Eltern zusätzliche Mittel gegeben werden, von der anderen Hand aber den Studierenden sogar mehr Geld wieder genommen wird", kritisiert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer die nicht erfolgte Anpassung der Studienförderung und fordert eine rasche Reparatur.

Der Kinderabsetzbetrag wurde durch die Steuerreform um 90 Euro erhöht. Bei der Berechnung der Studienbeihilfe von Studierenden mit Anspruch auf Familienbeihilfe (unter 26/27 Jahren) wird er aber abgezogen. Und das komplizierte Stipendienberechnungssystem hat zur Folge, dass dieser abzuziehende Betrag sogar noch um zwölf Prozent auf 100,80 Euro erhöht wird. Die Eltern erhalten also pro Jahr 90 Euro mehr, die Studierenden 100,80 Euro weniger: Unter dem Strich ergibt das einen Realverlust von 10,80 Euro! Bei mehreren Studierenden kommt das bei jedem Kind zu tragen.

Dazu kommt, dass in den beiden letzten Reformen der Studienförderung die Höhe der Stipendien nicht annähernd der Lohn-und Preisentwicklung der letzten Jahre angepasst wurde. "Wenn jetzt nicht reagiert wird, verlieren die Studierenden ein weiteres Mal. Vor allem Kinder von Arbeitnehmern/-innen wird es so sukzessive erschwert, finanziell abgesichert zu studieren", kritisiert AK-Präsident Kalliauer und fordert ein rasches Eingreifen des zuständigen Wissenschaftsministers.

Bereits betroffen von der Verschlechterung sind jene Studierenden, die seit 1. April 2009 einen Stipendienbescheid erhalten haben. Ohne gesetzliche Änderung werden ab Herbst beinahe alle Bezieher von Studienförderung weniger Stipendium erhalten.

Die Arbeiterkammer Oberösterreich fordert, dass das Studienförderungsgesetz noch vor der Sommerpause des Parlaments so geändert wird, dass sich die Erhöhung des Kinderabsetzbetrages nicht negativ auf die Stipendien auswirken: "Die Steuerreform soll schließlich allen Familien und den Studierenden voll zu Gute kommen. Gerade in der Wirtschaftskrise, in der viele Familien Einkommen verlieren, ist es notwendig, Studierende aus einkommensschwächeren Familien stärker zu unterstützen. Dafür braucht es neben dieser Sofortmaßnahme aber auch dringend eine weitreichende Stipendienreform", so Kalliauer.

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