Berlakovich: Katastrophen wie Galtür so gut es geht zukünftig vermeiden

Lawinensymposium in Galtür zieht Bilanz über die letzten zehn Jahre in der Katastrophenprävention

Wien (OTS) - Derzeit findet in Galtür das internationale Symposium "Lawinenwinter 1999 - Erfahrungen und Konsequenzen in den Alpen" statt, das vom Lebensministerium gemeinsam mit dem Land Tirol veranstaltet wird. Mehr als 160 Fachleute aus Europa, den USA und Kanada diskutieren die Lehren des verheerenden Winter 1999. "Der Lawinenwinter 1999 war selbst für ein Land wie Österreich, das seit jeher mit der ständigen Bedrohung durch Naturgefahren lebt, außergewöhnlich und hatte in der Lawinenkatastrophe von Galtür einen traurigen Höhepunkt. Umso wichtiger war und ist es, rasch und konsequent die Lehren aus dieser Katastrophe zu ziehen", so Umweltminister Niki Berlakovich anlässlich aktuellen Lawinensymposiums in Galltür.

Die Wildbach- und Lawinenverbauung investierte im vergangenen Jahrzehnt rund 10 Millionen Euro in Schutzmaßnahmen für Galtür. Noch im Frühjahr 1999 wurden die ersten Schutzmauern errichtet. Die zerstörten Gebäude wurden in lawinensicherer Bauweise wieder aufgebaut. Der Ort wird nun zusätzlich durch ein wirksames Bündel zusätzlicher Maßnahmen geschützt. Dazu zählen zwei gewaltige Dämme, die einen halben Kilometer lang und bis zu zwölf Meter hoch sind, weiters mehrere hundert Meter lange und bis zu 19 Meter hohe Schutzmauern am Talboden sowie 11 Kilometer Stahlschneebrücken im Anbruchbereich auf dem Berg. Weitere Schutzbauten sind in Bau oder in Planung.

"Insgesamt hat der Lawinenwinter 1999 wesentlich zur Verbesserung von Lawinenvorhersagemodellen und -simulationen beigetragen. Die Richtlinien für die Lawinensicherheit von Bauwerken wurden angepasst. Österreichweit wurden unzählige Katastrophenschutz- und Evakuierungspläne erstellt. Zusätzliche Wettermessstationen für die Lagebeurteilung durch die Lawinenkommissionen wurden eingerichtet. Das Bundesheer kaufte Großraumhubschrauber für Notversorgungs- und Evakuierungsflüge an. Aufforstungen unterhalb der Schutzverbauungen und Lawinengalerien zum Schutz der Straßen schützen künftig Siedlungsraum und Verkehrswege noch besser", so der Minister weiter.

"Wir haben aus Galtür gelernt und setzen zukünftig alles daran, derartige katastrophale Ereignisse zu verhindern. Wir helfen, wenn sich trotz bester Schutzmaßnahmen eine Naturkatastrophe ereignet. Bei allen Anstrengungen lässt sich die Lawinengefahr im Alpenraum jedoch nicht vollständig bannen. Die erstellten Gefahrenzonenpläne der Wildbach- und Lawinenverbauung müssen deshalb strikt beachtet werden. In diesen Gutachten werden die Naturrisiken sehr sorgfältig untersucht und gefährdete Bereiche ausgewiesen, die nicht oder nur mit besonderen Schutzmaßnahmen bebaut werden sollen", so der Minister abschließend.

Österreichweit bedrohen rund 6.000 Lawineneinzugsgebiete Ortschaften. Diese Gefahren zu managen und den immensen Schäden vorzubeugen ist die vorrangige Aufgabe der rund 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wildbach- und Lawinenverbauung, die vor 125 Jahren gegründet wurde. Sie erstellen Gefahrenzonenpläne, beraten Bevölkerung und Baubehörden und errichten Schutzbauten. Allein in den Jahren 1999 bis 2008 wurden von der Wildbach- und Lawinenverbauung rund 300 Mio. Euro in den verbesserten Lawinenschutz investiert.

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