Belakowitsch-Jenewein: Umbenennung des Josef-Weinheber-Platzes ist Denkmalsturm der übelsten Sorte!

Künstlerische Tätigkeit Weinhebers muß aus der Sicht seiner Zeit beurteilt werden!

Wien, 18-06-2009 (fpd) - Die geplante Umbenennung des Josef-Weinheber-Platzes in Ottakring sei nichts anderes als ein Denkmalsturm der übelsten Sorte. Ein Antrag der Grünen in der Bezirksvertretung Ottakring ziele darauf ab, den Platz in Ottakring, der dem bekannten Wiener Literaten Weinheber gewidmet ist, einen neuen Namen zu geben, um die Person Weinheber aus dem öffentlichen Gedächtnis zu streichen. Dabei werde - wie so oft - die Mitgliedschaft Weinhebers in der NSDAP, sowie seine schöpferische Tätigkeit während der NS-Zeit als Begründung mitgeliefert, so heute die Bezirksparteiobfrau der FPÖ-Ottakring, NAbg. Dr. Dagmar Belakowitsch-Jenewein.

Das literarische Schaffen Weinhebers ist mannigfaltig und nicht nur solch unvergängliche Kunstwerke, wie etwa "Wien wörtlich", oder das "erbauliche Kalenderbuch" O Mensch, gib acht sind Beispiele für die Möglichkeit künstlerischer Gestaltung, die durch die Stoffästhetik der damals bereits gängigen "Blut und Boden"-Doktrin gefährdet sind. Wenn behauptet werde, Weinheber sei ein "bekennender Nationalsozialist" gewesen, so werde damit das Wirken Weinhebers, sowie aller anderen Schriftsteller, Musiker oder Intellektuellen in der Zeit des 3. Reiches simplifiziert. Das Engagement sowohl von Josef Weinheber, aber auch vieler anderer bedeutender Künstler jener Zeit für die "nationale Erneuerung", war keineswegs auf einer Annäherung an ideologische Positionen des Nationalsozialismus gegründet. Weinheber etwa geht bereits 1934 wieder auf Distanz zur NSDAP, der er ein Jahr zuvor als "Illegaler" beigetreten war. Im Jahr 1936 geht Weinheber auch auf kritische Distanz zum mittlerweile etablierten NS-System im "Deutschen Reich" und entwickelt sich auch zum "Anschluß"-Gegner. (siehe auch Zwischen Kosmos und Chaos. In:
Stimmen der Zeit. Katholische Monatsschrift für das Geistesleben der Gegenwart, Jg. 67, Bd. 132, H. 12, Freiburg i. Br. September 1937, S. 366-373.)

Dem "schwarz-weiß" Denken der Grünen Gutmenschen, die hinter jedem Baum einen versteckten Sympathisanten des NS-Regimes vermuten, sei zudem ins Stammbuch geschrieben, daß die künstlerische Tätigkeit all jener, die in der Zeit des Nationalsozialismus gelebt und gewirkt haben, natürlich aus der Sicht ihrer Zeit beurteilt werden müssen. Weinheber, der sich Zeit seines Lebens nie etwas zu Schulden kommen ließ, der für Generationen ein klassischer Wiener Literat, Mundartdichter und Lyriker war und auch heute noch ist, hat im Mai 1945 den Freitod gewählt. Sein angeschlagener Gesundheitszustand, sowie seine seit langem bekannte Alkoholkrankheit führten schon - wie zahlreich erhalten gebliebene Briefe eindeutig belegen - Monate vorher zu Depressionen und Suizidgedanken. Hier einen Bogen zu "Rechtsextremismus" und "Menschenfeindlichkeit" zu konstruieren, könne wirklich nur der verwirrten Denkweise grüner Politiker entspringen, so Belakowitsch-Jenewein abschließend. (Schluss) jen/hn

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