FPÖ-Haider: Investitionen im Tourismus sinken, Regierung muss gegensteuern

"Tourismusprognosen belegen, dass Österreicher wegen Krise Urlaub auf Minimum verkürzen"

Wien (OTS) - Kritik an der ÖVP wegen der stark verwässerten Version des heute vom Tourismusausschuss dem Parlament zur Beschlussfassung vorgelegten 5-Parteienantrages übte heute der Tourismussprecher des FPÖ-Parlamentsklubs, NAbg. Mag. Roman Haider:
"Man könnte fast sagen: Berge haben gekreißt, und ein Mäuslein wurde geboren. Es ist zu wenig, den Wirtschaftsminister nur aufzufordern, eine etwaige Aufstockung der Mittel für die Österreich Werbung zu prüfen, wie es im Antrag formuliert ist. Aktuelle Tourismusprognosen und -studien belegen deutlich, dass die Österreicher - aber auch unsere wichtigsten Gäste; die Deutschen - auf Grund der weltweiten Krise massive Einsparungen punkto ihres Urlaubes vorsehen. Viele wollen entweder gar nicht mehr auf Urlaub fahren oder ihren Urlaub auf ein Minimum verkürzen."

Der FPÖ-Tourismussprecher bekräftigte daher einmal mehr seine Forderung, wonach es dringend nötig wäre, Österreich stärker zu bewerben; "sowohl im In- als auch im Ausland", verweist Haider darauf, dass immerhin ein Fünftel der heimischen Arbeitnehmer vom Tourismus abhängig seien. "Wir können diese Arbeitsplätze nur dann erhalten, wenn die Österreich Werbung auch genügend finanzielle Mittel hat, um das Tourismusland Österreich zu bewerben."

Erschwerend für die Tourismusbranche sei auch die Kreditklemme: "46% der Hoteliers werden geplante Investitionen nicht oder stark gekürzt umsetzen, da die Banken Kredite nur schwer oder nur mit Haftungszusagen durch den Staat vergeben", nannte Haider als Beispiel in diesem Zusammenhang die Österreichische Tourismusbank: Allein im ersten Quartal 2009 wurden 40 Prozent mehr Haftungsübernahmen getätigt als im Vorjahr. "Wirtschaftsminister Mitterlehner ist aufgerufen, seinen Einfluss bei den Banken geltend zu machen, damit diese ihrer Verpflichtung nachkommen. Es kann doch nicht sein, dass die Banken Geld vom Staat verlangen und dann nicht dazu bereit sind, dringende Investitionen im Tourismus zu unterstützen", kritisierte der FP-Tourismussprecher. Experten würden davon ausgehen, "dass bei einer Investitionssumme von 3 Milliarden Euro der Tourismus gerade den Qualitätsstandard des Vorjahres halten kann. Um die in der heimischen Hotelerie und Gastronomie notwendigen Investitionen zu erleichtern, die auch der Gesamtwirtschaft nutzen, wäre es als erster Schritt höchst an der Zeit, endlich die Basel II-Verträge auszusetzen. Nur so können Kredite ‚billiger‘ werden. 80% der Investitionsaufträge im Tourismus bekommen Betriebe in der unmittelbaren Region und tragen damit zur Arbeitsplatzsicherung bei", forderte Haider, der darauf verweist, dass ein Arbeitsplatz im Tourismus zwei Arbeitsplätze in der Gesamtwirtschaft sichert.

Glücklicherweise habe die Krise den Tourismus nicht voll erwischt, so Haider, der darauf hinwies, dass die Arbeitslosenzahlen im Tourismus derzeit "nur" um 14% steigen, während sie in der Gesamtwirtschaft um 30% steigen würden. Trotzdem gebe es auch ohne die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise im heimischen Tourismus - etwa beim Thema Aushilfenregelung, wo es nach wie vor so sei, dass sich im Gasthaus der Eltern unentgeltlich aushelfende Familienangehörige strafbar machen würden, wenn sie nicht angemeldet werden - genügend offene Baustellen, die noch vor dem echten Baustellensommer auf Österreichs Straßen beseitigt werden müssten", schloss Haider.

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