Lehrer-Gewerkschaften gegen Zwangspensionierungen

JA zu sozial verträglichen Modellen, NEIN zu Zwangsentfernung teurerer LehrerInnen

Wien (OTS) - Die Vorsitzenden der Lehrergewerkschaften stellen mit Erstaunen fest, dass BM Schmied über die Zeitung ÖSTERREICH verkündet, rund die Hälfte der österreichischen LehrerInnen zwangsweise in Pension schicken zu wollen.

In den kürzlich abgeschlossenen Verhandlungen mit den Lehrergewerkschaften waren es diese selbst, die praktikable Modelle zur Verbesserung der Altersstruktur in der Lehrerschaft vorgeschlagen und mit dem BMUKK ausverhandelt haben. Wir bekennen uns zu sinnvollen und fairen Modellen, die Lehrern die Möglichkeit bieten, ihre berufliche Laufbahn flexibler zu gestalten.

Durch das von der Gewerkschaft entwickelte Zeitkontomodell wird ebenso wie durch die Möglichkeit der Altersteilzeit tausenden Pädagogen ermöglicht, ihre letzten Berufsjahre individuell zu planen. Dass es dadurch zu einer sukzessiven Verjüngung der Lehrerschaft kommt, ist zweifellos ein positiver Nebeneffekt, der außerdem das Bildungsbudget entlastet.

Den Medien müssen wir nun entnehmen, dass BM Schmied unter Missachtung aller sozialdemokratischen Prinzipien offenbar ein neues Zwangsmodell nach ultra-kapitalistischem Muster plant, das Tausende erfahrene PädagogInnen in die Zwangspension schicken soll.
Seit Jahrzehnten fordert die Gewerkschaft ein neues Besoldungsrecht mit abgeflachter Gehaltskurve. Gescheitert ist diese stets an der Regierung, die am alten System festhielt, solange die Mehrzahl der LehrerInnen in niedrigen Gehaltsstufen waren.

Zu Recht fühlen sich ältere Lehrkräfte von BM Schmied verhöhnt, wenn sie in jungen Jahren mit überaus niedrigen Anfangsgehältern abgespeist wurden und die Ministerin ihnen heute ausrichten lässt, dass sie zu teuer seien und gefälligst Platz für billigere Arbeitskräfte machen sollen.

Wer ältere LehrerInnen in Pension schicken will, sollte sich auch rechtzeitig darüber Gedanken machen, wie er zu einer ausreichenden Zahl gut ausgebildeter junger Berufseinsteiger kommt. Der drohende Engpass in den nächsten 10 Jahren ist dem Ministerium seit langem bekannt, getan wurde allerdings bisher offenbar nichts.

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