Leitl: Umfassende Bildungsreform rasch umsetzen!

Forderung nach extern kontrollierten Bildungsstandards, leistungsorientierter Lehrerbezahlung und Abschaffung der Landes- und Bezirksschulräte

Wien (PWK459) - In seiner Pressekonferenz, heute, Mittwoch,
forderte der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl, eine rasche Umsetzung einer umfassenden Bildungsreform ein. "Um die Beschäftigung in Österreich langfristig zu sichern, benötigen wir mehr Investitionen bei Innovationen und Qualifikationen. Uns läuft die Zeit davon wenn wir nicht rasch handeln". Die beiden ressortzuständigen Minister Johannes Hahn und Claudia Schmied seien aufgefordert, die Dinge schneller in Bewegung zu bringen. Gerade angesichts der aktuellen arbeitsmarktpolitischen Situation sei es noch wichtiger, in Aus- und Weiterbildung zu investieren. Je höher der Bildungsabschluss, desto höher seien die Chancen in Beschäftigung zu bleiben bzw. desto besser sei der eigene Job.

Leitl nannte im Zusammenhang eine sofortige Einführung von extern kontrollierten Bildungsstandards sowie eine leistungsorientierte Bezahlung für Lehrer. Denn nur wer seine gute Leistung honoriert bekomme, sei auch weiterhin motiviert, das Beste erreichen zu wollen. Schuldirektoren sollten außerdem künftig die Möglichkeit haben, sich ihr Team selbst zusammenstellen zu können. "Wenn Direktoren quasi als Teamkapitäne agieren, müssen sie sich auch ihre Mannschaft aussuchen können", so der WKÖ-Präsident.
Zur Mittelaufbringung meinte Leitl, der Kern liege zum wiederholten Male in der Bürokratie. Künftig sollte es nach Vorstellung der Wirtschaft keine Landes- und Bezirksschulräte mehr geben. Deren Aufgaben könnten in den jeweiligen bildungspolitischen Abteilungen der Länder erfüllt werden.

Verpflichtende Berufsorientierung muss kommen!

Leitl sprach sich auch für eine verpflichtende Berufsorientierung aus. Fakt sei, dass noch immer 50 Prozent der weiblichen Lehrlinge sich in lediglich drei Lehrberufen wiederfinde. Zudem würden in sogenannten Zukunftslehrberufen vor allem im technischen Bereich Lehrplätze vielfach unbesetzt bleiben. Über das Internet wolle die Wirtschaftskammer hier auch unterstützend wirken. Künftig werde es einen eigenen Technik-Talente-Test im Internet geben mit dem Jugendliche ihre Interessen und Fähigkeiten hin zu einem technischen Lehrberuf abtesten können. Dass das Angebot neuer Inhalte die Jugendlichen anspricht, zeige der Unternehmerführerschein, der mit rund 14.000 Teilnehmern sehr gut angenommen werde. Künftig solle der Unternehmerführerschein - in Abstimmung mit dem Bildungsministerium -österreichweit flächendeckend eingesetzt werden.

Konzept des LebensLangenLernens ist bestes Rezept gegen Arbeitslosigkeit

Als wichtigen Kernbestandteil einer umfassenden Bildungsreform forderte Leitl die Erstellung eines Konzepts für Lebenslanges Lernen. Hier verfüge man über das beste Rezept gegen Arbeitslosigkeit, wenn es gelinge, sein Können ständig auf der Höhe der Zeit zu halten. Während in den ersten Berufsjahren die Weiterbildungsrate sehr hoch ist, sinke diese aber der zweiten Hälfte des beruflichen Lebens rapide ab. Dies führe zu "Modernisierungsverlierern", also jenen Menschen, die nicht in Fortbildung investieren und damit den Anschluss an die aktuelle Job-Welt verlieren. Zum Vergleich: Während das Bundesbudget für den Bereich Grundausbildung etwa 13 Mrd. Euro pro Jahr betrage, würde in die Weiterbildung weniger als 1 Mrd. Euro investiert - hier sind entsprechende AMS-Mittel bereits eingerechnet. (us)

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