Volkshilfe begrüßt Hundstorfer Forderung nach Pflege-Teilzeit

Fenninger: "Rechtsanspruch auf Teilzeit sollte rasch umgesetzt werden"

Wien (OTS) - In unserem Land werden 70 bis 80% aller Pflege- und Betreuungsbedürftigen von ihren Angehörigen gepflegt, etwa ein Drittel davon ist berufstätig. Für diese Gruppe der pflegenden Angehörigen braucht es dringend Entlastung, daher begrüßt und unterstützt die Volkshilfe Österreich die Forderung nach einem Rechtsanspruch auf Teilzeitbeschäftigung von Sozialminister Rudolf Hundstorfer ausdrücklich.

"Auch ein Recht für pflegende Angehörige, flexible Arbeitszeiten im Betreuungsfall zu beantragen, wäre für viele Betroffene ein Fortschritt und würde oft unsichere individualisierte Vereinbarungen ersetzen" ergänzt Erich Fenninger, Geschäftsführer der Volkshilfe Österreich. Entsprechende gesetzliche Regelungen gibt es beispielsweise in Großbritannien. Das Recht auf flexible Arbeitszeitgestaltung sollte unbefristet sein. Um es für Unternehmen jedoch praktikabler zu gestalten ist eine 12-monatige Befristung mit der Möglichkeit um jeweilige 6-monatige Verlängerung denkbar.

Weitere Unterstützung nötig

Pflegende Personen müssen sich oft "von heute auf morgen" auf sich verändernde Pflegenotwendigkeiten einstellen, daher fordert die Volkshilfe auch, dass eine gesetzliche Möglichkeit zur Freistellung von der Arbeit für pflegende Angehörige für bis zu 10 Tagen geschaffen wird. In jedem Fall ist ein besonderer Kündigungsschutz für die betroffenen Personen einzurichten. Des Weiteren fordert die Volkshilfe Freistellungsmöglichkeiten (Carerkarenz) inklusive Entgeltfortzahlung im Pflege- und Betreuungsfall (ähnlich dem Kinderbetreuungsgeld), sowie die Übernahme von Arbeits-, Sozial- und Pensionsversicherung in Fällen, wo es keine Entgeltfortzahlung gibt.

"Wir dürfen nicht die Augen vor der Tatsache verschließen, dass das System der Angehörigenpflege durch gesellschaftliche Veränderungen wie die demographische Entwicklung, Frauenerwerbstätigkeit, viele Alleinlebende und nicht zuletzt zuwenig Pflege- und Betreuungspersonal immer stärker unter Druck gerät. Leider wird in der Öffentlichkeit das Thema der Vereinbarkeit von Pflege- und Berufstätigkeit derzeit noch zu wenig beachtet, umso erfreulicher ist der Vorstoß des Sozialministers", schließt Erich Fenninger.

Rückfragen & Kontakt:

Erwin Berger, MAS
Leiter Kommunikation Volkshilfe Österreich
Mobil: 0676 83 402 215
E-mail: erwin.berger@volkshilfe.at

Mag. Robert Hartmann
Leiter Fachbereich Gesundheit
Mobil: 0676 83 402 239
E-mail: robert.hartmann@volkshilfe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VHO0001