Guatemala: Keine Ruhe nach dem Sturm

Ein Dorfentwicklungsprogramm der Kindernothilfe gibt indigenen Familien und ihren Kindern neue Zukunftsperspektiven

Cúa/Wien (OTS) - Als 2005 der Wirbelsturm "Stan" im Nordwesten Guatemalas eine Schneise der Vernichtung hinterließ, waren im Department San Marcos vor allem die Armen betroffen. Die indigene Bevölkerung, die schon bisher kaum von der kleinbäuerlichen Landwirtschaft auf den kargen Böden in der Bergregion leben konnte, stand vor dem Nichts. Im Angesicht der Verwüstungen, ohne ausreichende Bildung und ohne Arbeit begannen viele - insbesondere die jungen Männer - aus der Region abzuwandern, um der Armut und Hoffnungslosigkeit zu entkommen.

Die Gemeinde Cúa hatte der Hurrikan besonders getroffen: Ein Erdrutsch begrub fast das ganze Dorf unter sich. Über 500 Häuser, die Schule und die beiden Kirchen wurden von den Schlammmassen mitgerissen, die Wasser- und Elektrizitätsversorgung sowie die umliegenden Felder zerstört. Durch ihre lokale Partnerorganisation AGROS gelang es der Kindernothilfe damals, rasch und erfolgreich Nothilfemaßnahmen für die traumatisierten Familien umzusetzen.

Jetzt, dreieinhalb Jahre nach der Katastrophe, herrscht in Cúa Aufbruchstimmung: Es waren vor allem die Frauengruppen, die -ermutigt von den ersten Erfolgen - ein neues, insbesondere an den Bedürfnissen der Kinder ausgerichtetes Dorfentwicklungsprogramm starten wollen.

169 Kinder unter 13 Jahren und 78 Jugendliche unter 17 Jahren werden gemeinsam mit ihren insgesamt 80 Familien von den Maßnahmen profitieren: Unterstützung gibt es bei der Sanierung der beschädigten Häuser, beim Zugang zu sauberem Trinkwasser, bei der Verbesserung der Schul- und Erwachsenenbildung sowie bei der Erweitung des Wissens über alternative Anbaumethoden für eine ausgewogene Ernährung.

Mit gemeinsamen Kleinprojekten zum lokalen Umweltschutz sowie der Gründung von Kleinkreditgruppen soll auch die Gemeinschaft in Cúa gestärkt werden. In der Umsetzung des aus der Eigeninitiative von den Frauen entstandenen Programms ist ausdrücklich vorgesehen, dass Kinder und Jugendliche mitentscheiden, welche Prioritäten und Akzente das Projekt setzt.

"Es ist wirklich erfreulich, dass die Familien in Cúa durch die erfolgreichen Katastrophenhilfsmaßnahmen neuen Mut geschöpft haben und sich jetzt selbst auf den Weg aus der Armut machen. Das ist Hilfe zur Selbsthilfe", meint Luzia Wibiral, Geschäftsführerin der Kindernothilfe Österreich. "Wir wollen die Frauengruppen von Cúa bei ihrem neuen Dorfentwicklungsprojekt unterstützen, vor allem, weil es sich vorrangig an den Zukunftschancen für ihre Kinder orientiert."

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