"Ein aufrechter Europäer und tiefgläubiger Christ"

Weihbischof Krätzl: "Einer der glaubwürdigsten Politiker der vergangenen 50 Jahre"

Wien, 09.06.2009 (KAP) Der frühere Vizekanzler, Außenminister und ÖVP-Obmann Alois Mock feiert am Mittwoch seinen 75. Geburtstag. Der Wiener Weihbischof Helmut Krätzl würdigte Mock im Gespräch mit "Kathpress" als "aufrechten Europäer und tiefgläubigen Christen". Mock sei einer der glaubwürdigsten österreichischen Politiker der vergangenen fünf Jahrzehnte gewesen, so Krätzl. Trotz seiner langen Laufbahn und zahlreicher politischer Funktionen habe man nie den Eindruck gehabt, dass Mock ein Karrierepolitiker sei, betonte Weihbischof Krätzl: "Er hat Politik immer als Dienst an unserem Land und an Europa gesehen".

Alois Mock wurde am 10. Juni 1934 im niederösterreichischen Euratsfeld geboren. Nach dem Jus-Studium in Wien, Bologna und Brüssel trat er in das Unterrichtsministerium ein, 1962 ging er in die österreichische OECD-Vertretung nach Paris. 1966 wurde er Sekretär und Kabinettschef von Bundeskanzler Josef Klaus.

Von 1969 bis 1970 war Mock Unterrichtsminister, von 1971 bis 1978 Obmann des ÖAAB und von 1979 bis 1989 Bundesparteiobmann der ÖVP. Von 1987 bis 1989 übte er die Funktion des Vizekanzlers aus, von 1987 bis 1995 war er Außenminister und dabei im Frühjahr 1994 auch österreichischer Delegationsleiter bei den Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union.

Tief im österreichischen Gedächtnis verankert ist zudem das Bild vom 27. Juni 1989, als der damalige Außenminister Mock gemeinsam mit seinem ungarischen Kollegen Gyula Horn mit Drahtscheren symbolhaft den "Eisernen Vorhang" durchschnitt.

Als christlich motivierter Politiker hat sich Mock u.a. deutlich gegen die aktive Sterbehilfe ausgesprochen und war zum anderen stets ein Verfechter des interreligiösen Dialogs. Auf Initiative Mocks kam es 1993 zur 1. internationalen christlich-islamischen Konferenz in Wien, die in der Folge auch zu mehreren iranisch-österreichischen Dialogrunden und zur Etablierung des "Vienna International Christian-Islamic Round Table" führte. In diesem Zusammenhang stattete auch Kardinal Christoph Schönborn im Februar 2001 dem Iran einen vielbeachteten Besuch ab.

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