Industrie begrüßt geplante Weiterentwicklung des Universitätsgesetzes 2002

IV-Riemer: Leistungsbezogene Studieneingangsphase rasch umsetzen - Aufwertung des Universitätsrates sinnvoll - Kritik an 4-jährigen Bachelor-Studien

Wien (OTS) - (PdI) Die Industrie begrüßt grundsätzlich die heute von Bundesminister Johannes Hahn präsentierten Eckpunkte einer UG-Novelle als Weiterentwicklung eines der modernsten Hochschulgesetze Europas und geht davon aus, dass diese aufgrund der Dringlichkeit umgehend vom Ministerrat beschlossen und umgesetzt wird. "Österreich wird um dieses Universitätsgesetz in vielen Ländern beneidet. Positiv ist die geplante Einführung einer Studieneingangsphase, die einen Überblick über die wesentlichen Inhalte eines Studiums geben soll und maximal zwei Semester dauern soll", so der Bereichsleiter Bildung, Innovation und Forschung der Industriellenvereinigung (IV) Prof. Dr. Gerhard Riemer, heute, Dienstag. Gleichzeitig sei es wichtig, diese Studieneingangsphase rasch umzusetzen und mit klarem Leistungs- und Qualitätsbezug auszugestalten. "Es dürfen durch den erwarteten Zustrom von Studierenden aufgrund der Abschaffung der Studienbeiträge und der Möglichkeit der mehrfachen Prüfungswiederholung in der Eingangsphase die Universitäten nicht über Gebühr belastet und Studien nicht noch mehr verlängert werden", betonte Riemer. In diesem Zusammenhang komme der Studien- und Berufsinformation bereits in der Oberstufe der Schulen aber auch der Qualität der Matura große Bedeutung zu.

Als sinnvoll bewertet die Industrie die vorgesehene Aufwertung des Universitätsrates als das strategisch beratende Gremium des Rektorats. "Dass der Universitätsrat die Funktion des Rektors ausschreibt und die Findungskommission anführt, ist eine logische Weiterentwicklung des UG 2002", so Riemer.

Erfreulich ist, dass durch intensive Verhandlungen auch Anliegen der Industrie berücksichtigt werden konnte, z.B. die durch den Bundesminister einbehaltenen Budgetmittel für besondere Finanzierungserfordernisse von ursprünglich geplanten 5% auf nunmehr 2% zu reduzieren. "Es freut uns und ist wichtig, dass BM Hahn zugesagt hat, 1% seiner Finanzreserven über den FWF, das heißt nach klaren Wettbewerbskriterien, zu vergeben", sagte der IV-Bereichsleiter. Insgesamt helfe das Gesetz den Universitäten jedoch kaum bei der Lösung neuer Probleme. Dazu zähle, dass offene Universitäten alle Bewerber und Bewerberinnen aufnehmen müssen, nahezu keine Studienbeiträge eingehoben werden und bei knappen Budgetmitteln gleichzeitig Top-Ergebnisse in Lehre und Forschung erzielt werden müssen. Diese Rahmenbedingungen erschweren es mit Universitäten anderer europäischer Länder - wie z.B. Deutschland, die verstärkt in Universitäten investieren - zu konkurrieren.

"Bedenklich" ist für den IV-Bereichsleiter die Möglichkeit, Bachelor-Studien auch 4-jährig zu gestalten, da die Studiendauer österreichischer Studierender bereits jetzt im internationalen Vergleich sehr lange ist. "Ziel der Bachelor-Einführung war ja eine Verkürzung der Studiendauer. Das jetzt wieder aufzuheben und die Studien in Summe - also inklusive Master - zu verlängern, was nebenbei bemerkt auch mehr Kosten verursacht, ist nicht nachvollziehbar", so Riemer. Die Industrie werde diese Entwicklungen in Österreich genau verfolgen und auf internationale Vergleichbarkeit überprüfen.

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