Kuntzl zu UG-Novelle: SPÖ hat wesentliche Verbesserungen für Studierende erreicht

Keine Knock-Out-Prüfung - Ausbau der Studierendenberatung - "Optimistisch" bezüglich Klärung offener Punkte

Wien (SK) - Im nunmehr vorliegenden Entwurf zur Novelle des Universitätsgesetzes (UG-Novelle) sei "in wesentlichen Punkten die sozialdemokratische Handschrift ablesbar" und die SPÖ habe "in gutem, konstruktiven Klima" wesentliche Verbesserungen für Studierende erreicht, betonte SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl am Dienstag. So habe sich die SPÖ erfolgreich für eine "faire Studieneingangs- und Orientierungsphase" eingesetzt, die "ausdrücklich nicht als quantitative Zugangsbeschränkung dient sowie Teil des ordentlichen Studiums und damit keine Zulassungsvoraussetzung" sei. Weitere Vorteile: Keine Knock-Out-Prüfung, Ausbau der Studierendenberatung und Erhöhung des Frauenanteils in leitenden Funktionen. Kuntzl zeigte sich weiters "optimistisch", dass die offenen Punkte bis zur nächsten Woche geklärt werden können. In Sachen standardisierte Matura erwarte sie sich von der ÖVP "klare Signale und Bewegung in der Verhandlungsbereitschaft", so Kuntzl. ****

Im Folgenden präsentierte Kuntzl die wichtigsten Eckpunkte der UG-Novelle aus sozialdemokratischer Sicht:

STUDIENEINGANGS- UND ORIENTIERUNGSPHASE: Diese Phase soll sich über mindestens ein, maximal zwei Semester erstrecken, Lehrveranstaltungen müssen mindestens ein halbes Semester dauern, so dass sie als wirkliche Orientierungsphase dienen. Zudem gibt es die Möglichkeit zur Prüfungswiederholung wie im restlichen Studium (im ursprünglichen Begutachtungsentwurf war lediglich eine Chance vorgesehen). Die Studien- und Orientierungsphase ist bis 2015 befristet, zusätzlich gibt es eine Evaluierung und einen Bericht an den Nationalrat.

ZUGANG ZUM MASTERSTUDIUM: Möglichkeit autonomer Gestaltung nach qualitativen Gesichtspunkten im Zusammenhang mit jenen Fächern, auf denen das Masterstudium aufbaut. Die Absolvierung eines Bachelorstudiums berechtigt ausdrücklich zur unmittelbaren Zulassung zu mindestens einem facheinschlägigen Studium an der jeweiligen Universität. Befristet bis 2017, hier ist ebenfalls eine Evaluierung und ein Bericht an den Nationalrat vorgesehen.

VERBESSERUNGEN DER STUDIENBEDINGUNGEN: Im Rahmen der Leistungsvereinbarungen zwischen Ministerium und Unis sind künftig u.a. folgende Punkte vereinbart: Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Kinderbetreuung und wissenschaftlicher Karriere, Verringerung der Zahl der StudienabbrecherInnen, Coaching und Mentoring in der Studieneingangsphase, mehr Angebote für berufstätige Studierende, gezielte Förderung von Nachwuchsforscherinnen.

STÄRKUNG DES FINANZIELLEN SPIELRAUMS DER UNIVERSITÄTEN: Festlegung der Gestaltungsvereinbarungen auf 2 statt 5 Prozent (denn bei 5 Prozent hätte die Gefahr der Beschneidung der Flexibilität der Unis bestanden). Auch dürfe diese Ministerreserve "keine beliebige Handkasse" für den Minister sein, sondern solle u.a. für die Initiierung neuer wissenschaftlicher Entwicklungen und die Förderung interuniversitärer Kooperationen abgeschlossen werden.

40 PROZENT FRAUEN: Hier hat sich die SPÖ erfolgreich dafür eingesetzt, dass es eine 40-Prozent-Quote für Frauen in allen Universitätsgremien gibt.

REKTORINNENWAHL: Die zentrale Rolle des Senats bleibt erhalten, eine ausgewogen besetzte Findungskommission erstellt nicht bindende Vorschläge, daher könne künftig keine Rektorin, kein Rektor gegen den Willen des Senats bestellt werden.

Bei der Neuzusammensetzung des Senats komme es zudem zu einer Stärkung des Mittelbaus, zudem gibt es weiterhin eine Sperrfrist von 4 Jahren für Ex-PolitikerInnen im Unirat. Auch sei das abgekürzte Berufungsverfahren erweitert worden, während es zudem eine erweitere Mitwirkung der BetriebsrätInnen im Unirat gebe, nannte Kuntzl weitere Vorteile, für die sich die SPÖ stark gemacht habe.

SPÖ-Wissenschaftssprecherin unterstützt Bildungsministerin Schmied

Kuntzl machte auch klar, dass es zwischen der UG-Novelle und der standardisierten Matura (beide Materien sind Teil des Regierungsprogramms) einen engen inhaltlichen Zusammenhang gebe, denn die Matura sei "eine Qualitätssicherung der Zugangsvoraussetzung für die Universitäten". Sie verstehe daher die Vorgangsweise von Bildungsministerin Claudia Schmied, die sich von der ÖVP in Sachen Unterricht jene Verhandlungsbereitschaft erwartet, die die SPÖ in Sachen Wissenschaft gezeigt habe. Angesichts des Umstands, dass die UG-Novelle durch die Verbesserungen der Studienbedingungen im Interesse der Studierenden ist, unterstütze sie es auch, dass die UG-Novelle mit 1. Oktober in Kraft treten kann, so Kuntzl abschließend. (Schluss) mb

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