Private Haushalte erhöhen ihre Einlagen

Unkonsolidierte Geschäftsentwicklung der österreichischen Banken im ersten Quartal 2009

Wien (OTS) - Die unkonsolidierte Bilanzsumme der in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute stagnierte gegenüber dem 31. Dezember 2008 bei 1.069,53 Mrd EUR. Die Privaten Haushalte erhöhten ihre Sicht- und Spareinlagen um 4,03 Mrd EUR deutlich, insgesamt war ein Einlagenzuwachs von 5,97 Mrd EUR zu erkennen. Da das Einlagengeschäft stärker stieg als das Direktkreditgeschäft verringerte sich die Loan-Deposit Ratio im Kundengeschäft auf 107,9%. Die Nettoforderungsposition gegenüber dem Ausland sank auf unter 100 Mrd EUR.

Die unkonsolidierte Bilanzsumme der in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute belief sich Ende März 2009 auf 1.069,53 Mrd EUR. Gegenüber dem Ultimo des Vorjahres bedeutet dies nur eine marginale Veränderung (+0,43 Mrd EUR).
Die Gesamteinlagen bei allen in Österreich meldepflichtigen Kreditinstituten nahmen gegenüber dem Jahresende 2008 um 2,2% (+5,97 Mrd EUR) auf 281,71 Mrd EUR zu. Dieser Stand verteilt sich zu 56,1% auf Spareinlagen (158,12 Mrd EUR), 27,8% auf Sichteinlagen (78,25 Mrd EUR) und 16,1% auf Termineinlagen (45,34 Mrd EUR). Sowohl die Spareinlagen als auch die Sichteinlagenstände nahmen mit jeweils 2,75 Mrd EUR kräftig zu, während die Termineinlagen mit 0,48 Mrd EUR geringer anstiegen. Das Einlagenplus von 5,97 Mrd EUR war größtenteils auf die Privaten Haushalte zurückzuführen. Sie zogen 1,45 Mrd EUR Termineinlagen ab und veranlagten insgesamt 4,03 Mrd EUR in Sicht- (+1,99 Mrd EUR) und Spareinlagen (+2,04 Mrd EUR). Allgemein ist zu sagen, dass seit Beginn der Finanzkrise zunächst die Termineinlagen anstiegen, seit dem 4. Quartal 2008 allerdings vermehrt in Spar- und Sichteinlagen veranlagt wurde.
Der Stand der Direktkredite an inländische Nichtbanken belief sich Ende März 2009 auf 303,83 Mrd EUR. 82,2% aller Direktkredite waren in Euro denominiert, der Anteil der FW-Kredite lag Ende März bei 17,8% (-0,3%-Punkte). Innerhalb der Eurokredite wurden sowohl bei den privaten Haushalten als auch im Unternehmenssektor geringfügige Rückgänge verzeichnet (-0,62% bzw. -0,33%). Im Fremdwährungskredit-bereich waren in der bei weitem bedeutendsten Währung, dem Schweizer Franken, etwas deutlichere Rückgänge in beiden volkswirtschaftlichen Sektoren erkennbar: Um Wechselkurseffekte bereinigte -0,93% bei den privaten Haushalten und -1,06% bei den Unternehmen. Im Gegensatz dazu erhöhten sich die Kredite in japanischen Yen wechselkursbereinigt sowohl im Haushaltssektor (+1,34%) als auch bei den Unternehmen (+1,71%). Fremdwährungskredite werden sehr oft als endfällige Ausleihungen kombiniert mit Tilgungsträgermodellen in Anspruch genommen. So belief sich der Anteil der endfälligen CHF-Kredite mit Tilgungsträger bei den privaten Haushalten auf beinahe 75% aller CHF-Kredite, während im Unternehmenssektor nur etwa 25% diese Konstruktion aufwiesen. Der Großteil dieser endfälligen Tilgungsträgerkredite weist eine Restlaufzeit von 10 und mehr Jahren auf, sodass die derzeitige krisenbedingte Unterdeckung vieler Tilgungsträgermodelle noch aufgeholt werden kann.
Das Auslandsgeschäft wies im ersten Quartal 2009 ein heterogenes Bild auf. Auf der Aktivseite ging das Geschäft (Forderungen: -3,74 Mrd EUR bzw. -1,0%) zurück, dagegen vergrößerte sich auf der Passivseite der Stand der Verbindlichkeiten (+6,21 Mrd EUR bzw. +2,3%). Ende März 2009 standen 372,80 Mrd EUR Forderungen 275,85 Mrd EUR Verbindlichkeiten im Auslandsgeschäft gegenüber. Durch die unterschiedlichen Wachstumsraten im ersten Quartal 2009 sank die Nettoforderungsposition österreichischer Kreditinstitute gegenüber dem Ausland auf 97 Mrd EUR (Höchststand Vorquartal: 106,89 Mrd EUR). Der Anteil der Auslandsaktiva gemessen an der Bilanzsumme lag Ende März 2009 - nach einem zwischenzeitlichen Höchstwert Ende Juni 2008 von 40,1% - bei 34,9%, jener auf der Passivseite bei 25,8%.
Ende März 2009 betrug das Volumen der Derivativgeschäfte 2.261,38 Mrd EUR, dies entsprach einem marginalen Zuwachs von 4,23 Mrd EUR (bzw. +0,2%) im Vergleich zum Ultimo des Vorjahres. Der Großteil des Derivativgeschäfts waren Zinssatzverträge (77,5% Anteil, +1,0%-Punkte), der Rest entfiel fast ausschließlich auf Wechselkurs-/Goldverträge (21,2% Anteil, -1,1%-Punkte). Das Verhältnis der besonderen außerbilanziellen Finanzgeschäfte zur Gesamtbilanzsumme der österreichischen Kreditinstitute stagnierte bei rund dem 2,1-fachen.
Die nach den neuen Bestimmungen von Basel II errechneten unkonsolidierten anrechenbaren Eigenmittel betrugen Ende März 2009 88,95 Mrd EUR, was einer Erhöhung in den ersten drei Monaten von 0,62 Mrd EUR bzw. 0,7% entsprach. Im Vergleichszeitraum 2008 stiegen die Eigenmittel um 0,72 Mrd EUR oder 0,9%. Mit 65,39 Mrd EUR entfielen rund 74% der Eigenmittel auf das Kernkapital. Die unkonsolidierte Eigenmittelausstattung in Prozent der Bemessungsgrundlage (solvency ratio) betrug 17,4% (+0,2%-Punkte gegenüber dem Ultimo 2008). Die unkonsolidierte Kernkapitalquote bezifferte sich auf 12,7% (+0,1%-Punkte).

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