Umweltdachverband: Stopp dem Ausbau der S31!

Wien (OTS) -

  • Weiterbau S31 Eisenstadt - Schützen ist widersinnig und Natur gefährdend
  • Zahlreiche Schutzgebiete massiv beeinträchtigt
  • Öffentlichen Verkehr forcieren statt rücksichtslos betonieren!

Der geplante Ausbau der S31 Schnellstraße im Norden der Gemeinde Schützen im Burgenland sorgt für heftigen Widerstand. "Das Projekt ist in verkehrs-, umweltpolitischer und wirtschaftlicher Hinsicht widersinnig. Der Verkehr stagniert im betroffenen Abschnitt seit Jahren und die Baukosten von 53 Mio. Euro für zehn Kilometer Straße, die niemand braucht, könnte man klimaschonend in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs investieren. Noch dazu würde der Straßenbau zahlreiche Schutzgebiete beeinträchtigen und die Bevölkerung erhöhter Verkehrs-, Lärm- und Umweltbelastung aussetzen", erklärt Gerhard Heilingbrunner, Präsident des Umweltdachverbandes.

Schleichender Beginn für Lückenschluss zwischen Ost- und Südautobahn "Die Grundlagen für das Projekt beziehen sich u.a. auf den Generalverkehrsplan Österreich 2002, der die Umsetzung von Maßnahmen für Lückenschlüsse im hochrangigen Netz vorsieht. Es erhebt sich somit der dringende Verdacht, dass der Weiterbau der S31 der Beginn des Lückenschlusses zur A4 ist. Wieso wird in der Öffentlichkeit verschwiegen, dass hier eine Transithölle im Anrollen ist?", fragt Heilingbrunner.

Wertvolle Natur rund um Schützen schützen!

Fest steht weiters, dass das fragliche Projekt Lebensräume in mehreren Schutzgebieten beeinträchtigen würde. Konkret geht es um das Natura 2000-Gebiet Nordöstliches Leithagebirge, die UNESCO-Welterbe-Kulturlandschaft Fertö/Neusiedler See, den Biosphärenpark Neusiedler See, die Genussregion Leithaberger Edelkirsche, den Naturpark Neusiedler See - Leithagebirge, das Ramsar-Gebiet Neusiedler See - Seewinkel sowie das Natur- und Landschaftsschutzgebiet Neusiedler See. "Die verantwortlichen PolitikerInnen müssen sich bewusst sein, dass sie bei einem Weiterbau der S31 die Aberkennung von Schutz- und Auszeichnungsprädikaten sowie Sanktionen aus Brüssel riskieren. Wer im Nahbereich dieser Schutzgebiete betoniert, mindert zudem die Lebensqualität der Bevölkerung und verbaut die Chancen auf eine weiterhin nachhaltige Regionalentwicklung", so Heilingbrunner.

Zukunft des Ökotourismus nicht aufs Spiel setzen

"Der kleinstrukturierte Tourismus zwischen Schützen und Jois führt zu einer weit gestreuten Wertschöpfung. Mit dem Naturpark Neusiedler See - Leithagebirge haben sich fünf Gemeinden auf klare Entwicklungsziele geeinigt - jede Beeinträchtigung des Natur- und Kulturerbes ist dabei zu vermeiden", sagt Alois Lang, Entwickler für Ökotourismusangebote. "Der Erfolg des Naturtourismus hat zahlreiche Gemeinden motiviert, ein umfangreiches Naturerlebnisangebot zu entwickeln. Eine Erhöhung des Transitverkehrs würde das Ende dieses Vorhabens bedeuten. Wir brauchen hier keine Schnellstraße, sondern intelligente Standortentwicklung", betont Lang. "Durch den Bau der S31 und den längerfristig zu befürchtenden Lückenschluss droht eine Zerschneidung der Grundstücke und dadurch eine Entwertung von Kulturland. Große Weinbauflächen würden dadurch verloren gehen", ergänzt Gerhard Triebaumer, Winzer aus Rust.

Fazit: Der Umweltdachverband spricht sich strikt gegen den Weiterbau der S31 aus und appelliert an BM Bures, LH Niessl und den Bgm. von Schützen: "Verbetonieren Sie nicht die heimischen Naturschätze, sondern forcieren Sie den Ausbau des öffentlichen Verkehrs in dieser Region - gerade rund um die Gemeinde Schützen sollte das Schützen von Fauna, Flora und der Lebensqualität der Menschen doch selbstverständlich sein!"

Rückfragen & Kontakt:

Dr.in Sylvia Steinbauer, Umweltdachverband - Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 01/40 113-21,
E-Mail: sylvia.steinbauer@umweltdachverband.at, http://www.umweltdachverband.at

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