FPÖ-Gartelgruber: Fonds für Jugendgesundheit ist das Gebot der Stunde

Viele tolle Projekte sind derzeit regional begrenzt und zeitlich befristet - nachhaltiger Weg ist erforderlich

Wien (OTS) - Allein im Bundesland Tirol weisen rund 8.200 Kinder
und Jugendliche dringend zu behandelnde psychische Störungen auf. Depressionen, Ängste, psychiatrische Störungen, Alkohol- und Drogenprobleme steigen ebenso: So ist Suizid bei den 10- bis 19-Jährigen die zweithäufigste Todesursache nach Unfällen. Schon 11.670 Fünf- bis Neunjährige erhielten 2007 in Österreich außerdem Stimmungsaufheller verordnet - 20 Prozent mehr als 2006. Für die 10-bis 19-Jährigen gab es 71.000 Verschreibungen.

Nach einer EU-Statistik aus dem Jahr 2007 leiden 20% aller 8 bis 18-Jährigen an einer psychischen Erkrankung, 5% sind schwer erkrankt und brauchen eine Behandlung, 10% sind chronisch erkrankt. Auch Angststörungen (Schulangst, Sozialphobie) sind ein bedeutender Faktor: 10,4% weisen aggressiv-dissoziale Störungen, 7,5% depressive und hyperkinetische Störungen auf. Nur jeder 6. Schüler Österreichs bewertet seine subjektive Gesundheit mit 'gut bis sehr gut'.
Weiters brachte die Statistik zutage, dass 34% der 11-jährigen und 43% der 15- jährigen Burschen sowie 40% der 11-jährigen und 60% 15-jährigen Mädchen an Müdigkeit, Erschöpfung, Kopfschmerz etc. leiden.

In diesem Zusammenhang stellte FPÖ-NAbg. Carmen Gartelgruber eine Anfrage an den Bundesminister für Gesundheit, welche Zielgruppen-orientierten Maßnahmen seitens der Bundesregierung geplant seien, um die allgemeine Gesundheitsvorsorge von Kindern und Jugendlichen aus in Armut lebenden bzw. armutsgefährdenden Familien zu verbessern und um sicherzustellen, dass alle Kinder und Jugendlichen in Österreich im Bedarfsfall den gleichen Zugang zu psychologischer, psychotherapeutischer und psychiatrischer Hilfe bekommen.
Auch die Verschreibung von Stimmungsaufhellern schon bei Kindern und Jugendlichen war Gegenstand der Anfrage.

"Wenn der Minister behauptet, 'Der Zugang zu psychologischer, psychotherapeutischer und psychiatrischer Hilfe steht grundsätzlich allen Kindern und Jugendlichen offen, die Bedarf nach diesen Hilfen haben. (...) Dabei ist auf länderspezifische Gegebenheiten Rücksicht zu nehmen.', widerspricht er sich selbst und gibt damit zu, dass eben gerade nicht österreichweit dieselben Voraussetzungen für den Zugang zu seelischer Betreuung bestehen, sondern hier je nach Bundesland unterschiedliche Standards bestehen", erklärt Gartelgruber dazu. Die Zahl von Menschen insgesamt, aber auch von Jugendlichen, die auf einen ansässigen Psychotherapeuten/Psychologen entfalle, differiere sehr, je nach Bundesland. Während Wien hier am besten dastehe, sei das Burgenland Schlusslicht.

Im Rahmen der Gesundheitsförderung und Prävention durch die Gesundheit Österreich GmbH passiere offenbar tatsächlich etwas: "Es gibt hier einige tolle Programme und Projekte, die teils auch gemeinsam oder von den Kindern und Jugendlichen selbst entwickelt werden, um sie zu sozial kompetenten und eigenverantwortlichen Persönlichkeiten zu erziehen. Insgesamt flossen bisher mehr als 36 Millionen Euro in die Unterstützung von ca. 725 Projekten durch den FGÖ. Allerdings sind viele dieser Maßnahmen zum einen zeitlich befristet, zum anderen regional begrenzt. Eine österreichweite und nachhaltige Präventionsstrategie fehlt also", so die FP-Mandatarin.

Carmen Gartelgruber tritt deshalb dafür ein, einen eigenen Präventionsfonds für Jugendgesundheit einzurichten, über den bereits erprobte Initiativen flächendeckend und nachhaltig weiterentwickelt werden können.

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