MedAustron - aktueller Stand und Ausblick

Wiener Neustadt (OTS) - Aufgrund der jüngst stattgefundenen Diskussionen rund um CERN und damit auch MedAustron wurde im Rahmen einer Pressekonferenz am 04. Juni der aktuelle Stand sowie die Schritte der kommenden Jahre im Projekt MedAustron präsentiert.

Ganze zehn Tage hat die öffentliche Diskussion rund um das von Minister Hahn initiierte Ausstiegsvorhaben aus dem Europäischen Kernforschungszentrum CERN gedauert. Die Arbeit rund um das Projekt MedAustron ging hingegen ohne Einschränkungen weiter und so konnte im Rahmen der Pressekonferenz am 4. Juni der aktuelle Stand präsentiert sowie ein Ausblick in die Zukunft gegeben werden.

In der Vorwoche konnte daher "die gewichtstechnisch schwerste Ausschreibung, nämlich jene für 700 Tonnen speziellen Stahl für alle Magnete bei MedAustron veröffentlicht werden", so der technische Projektleiter Doz. Dr. Michael Benedikt. Die Vorentwurfsplanung wurde von der Bietergemeinschaft "MPD - Moser, Architekten ZTG, Architekt Podsedensek ZTG und Delta Baumanagement GmbH" vor Kurzem abgeschlossen, die Projekteinreichung für das Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren ist für September 2009 geplant. Wenn alles wie geplant läuft, so werden im vierten Quartal 2010 die Ausschreibungen für die Bauarbeiten veröffentlicht, drei Jahre später beginnt dann der Probebetrieb und ab 2014 werden Patientinnen und Patienten bei MedAustron behandelt.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Errichtungs- und Betriebsgesellschaft (EBG) MedAustron, Mag. Klaus Schneeberger hob bei der Pressekonferenz auch die Besonderheit des MedAustron hervor:
"Das MedAustron ist ein Diamant unter den Ionentherapiezentren. Nicht nur, dass es bisher erst ein realisiertes Protonen und Kohlenstoff-Ionen-Zentrum in Japan gibt und zwei in Europa - in Heidelberg und das CNAO in Pavia - erst vor der Fertigstellung sind, der hohe Anteil an nichtklinischer Forschung wird im MedAustron einzigartig sein." Und Dr. Benedikt ergänzte: "Die Forschung, die im MedAustron betrieben werden kann, bringt der österreichische Wissenschaftsgemeinschaft Vorteile und sie wird davon enorm profitieren."

Für Schneeberger steht außer Zweifel, dass ein Ausstieg aus CERN eine existenzielle Frage für das MedAustron-Projekt gewesen wäre:
"Die Kooperation mit CERN ist in Sachen Technologietransfer, technischer Betreuung und in der Frage des Wissensaustauschs überlebensnotwendig."

Für die medizinische Leiterin bei MedAustron, Frau ao. Univ. Prof. Dr. Ramona Mayer, MSc war aber auch wichtig, im Rahmen der Pressekonferenz zu erwähnen, "dass MedAustron nicht das bestehende onkologische Angebot ersetzt, sondern jene Patientinnen und Patienten behandelt werden, die mit der herkömmlichen onkologischen Behandlung kaum oder nur schwer behandelt werden können."

"MedAustron wird im medizinischen Bereich als Ambulatorium geführt, durch die Nähe des neu geplanten Landesklinikums Wiener Neustadt können aber auch stationäre Patientinnen und Patienten einfach behandelt werden. Mit einem Beginn des Probetriebes ist 2013 zu rechnen", so der EBG-Geschäftsführer Dr. Martin Schima.

MedAustron ist das geplante Zentrum für Ionentherapie und Forschung in Wiener Neustadt, wo ab 2014 Patientinnen und Patienten mit Protonen (Kerne des Wasserstoffatoms) oder Kohlenstoffionen (Kerne des Kohlenstoffatoms) behandelt werden. Das Kernstück von MedAustron ist der Teilchenbeschleuniger, in dem diese Teilchen auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden, bevor sie in die Strahlzuführung und anschließend in die Bestrahlungsräume münden.

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