Berlakovich: Verantwortungsvolles Umweltmanagement rechnet sich

Preisverleihung im Rahmen der EMAS-Konferenz 2009 zum Thema "Neue Chancen mit Umweltmanagement"

Wien (OTS) - Als Highlight der diesjährigen EMAS-Konferenz zum Thema "Neue Chancen mit Umweltmanagement" vom 3. bis 4. Juni 2009 in der Johannes Kepler Universität in Linz wurde heute, Donnerstag, der begehrte EMAS-Preis des Lebensministeriums verliehen. Er Preis wird an die fünf besten Umwelterklärungen und die fünf besten UmweltmanagerInnen/Umweltteams vergeben. "Gerade in wirtschaftlich harten Zeiten bieten Umweltmanagementsysteme die Möglichkeit, sich neu zu positionieren, Wettbewerbsvorteile zu nutzen und Chancen durch nachhaltiges Wirtschaften wahrzunehmen. Wir verzeichnen im ersten Quartal des heurigen Jahres bereits 26 EMAS-Neueintragungen, das unterstreicht den Trend hin zu Umweltmanage-mentsystemen deutlich", betonte Umweltminister Niki Berlakovich anlässlich der EMAS-Preisverleihung.

EMAS steht für "eco-management and audit scheme" und ist ein freiwilliges Umweltmanagement-system innerhalb der Europäischen Union hat die kontinuierliche Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes zum Ziel. Mit Hilfe von EMAS können ökologische und ökonomische Schwachstel-len in Organisationen beseitigt sowie Material, Energie und damit Kosten eingespart werden. Die Auszeichnungen erfolgten auf Basis der EMAS-Umwelterklärungen. Einsparungen an Energie und Wasser, CO2-Reduktionen sowie die ökologische Bewertung von Lieferanten stehen heuer im Mit-telpunkt der Umweltprogramme der ausgezeichneten Organisationen und Umweltteams. Alle Bei-spiele zeigen deutlich:
Umweltmanagement lohnt und rechnet sich. Selbst nach mehreren Jahren konsequenten Umweltschutzes werden noch neue Potenziale erkannt und genutzt.

Unter den EMAS Preisträgern befinden sich das Villacher Unternehmen Infineon Technologies Austria AG für die gelungene Integration von Arbeitssicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz sowie für umfassende realisierte Maßnahmen im Energiemanagement. Nicht nur die Produktions-prozesse werden laufend optimiert, auch die Produkte selbst tragen durch gesteigerte Effizienz und Leistungsfähigkeit zum Energiesparen bei. Im Juni 2008 wurde ein Neubau eröffnet, bei dem die neueste Gebäudetechnologie zum Einsatz kommt. Durch den Einsatz von Erdwärme, intelligenter Lüftungselektronik und modernster LED-Lichttechnik ist der Energieverbrauch trotz Erweiterung der Anlagen nur unwesentlich gestiegen. Infineon zeigt auf sehr hohem Niveau, dass trotz Kapazitäts-ausweitung mit konsequenter Optimierung der betrieblichen Abläufe und Fertigungstechnologien weitere Umweltverbesserungen möglich sind.

Auch die Abfall- Entsorgungs- und Verwertungs-GmbH (AEVG) aus Graz erhielt einen Preis. Die AEVG entsorgte im Jahr 2008 172.000 Tonnen Abfall. Dabei ist es der AEGV gelungen, eine verbesserte Auslastung der Fahrten bei der Anlieferung zum Recyclingcenter und dadurch eine CO2-Reduktion zu erzielen. Der Energiebedarf wird in Hinkunft durch eine großflächig angelegte Sonnenkollektoranlage reduziert, wobei der Wärmeüberschuss in das Netz der Grazer Fernwärme eingespeist wird.

Der Preisträger Berndorf Band GmbH setzt seit 2002 konsequent auf die Verbesserung des Um-weltmanagements. Als niederösterreichischer Traditionsbetrieb mit 254 Beschäftigten fertigt Bern-dorf Band endlose Metallbänder, die als Prozess- oder Transportbänder weltweit eingesetzt wer-den.

Umweltmanagement in der öffentlichen Verwaltung - Vorbildwirkung und Impulsgeber

Das Land Oberösterreich als EMAS Preisträger (Amtsgebäude Promenade 3) hat - wie auch Niederösterreich - eine Vorreiterrolle in der öffentlichen Verwaltung. Das Umweltmanagement am Standort zeichnet sich durch eine besonders hohe Integration und Akzeptanz bei allen Beschäftig-ten aus. Vor allem die Lieferantenbewertung und der ökologisch ausgerichtete Einkauf nimmt einen hohen Stellenwert im Umweltmanagement der OÖ Landesregierung ein.

Gesundheit und eine intakte Umwelt bilden eine Einheit

Das Wiener Otto-Wagner Spital mit seinen 1135 Spitalsbetten und 239 Pflegebetten als fünfter Preisträger ist seit Ende April 2009 an EMAS beteiligt. Mit innovativen Ideen, wie z. B. durch die Anschaffung von Dienstfahrrädern oder Elektromobilen, durch ökologische Ausrichtung der Be-schaffung oder durch Einbindung einer ebenfalls EMAS-geprüften Wäscherei wird Umweltschutz konsequent umgesetzt. Mit EMAS kann auch ein Krankenhaus in dieser Größenordnung wesent-liche Umweltfaktoren berücksichtigen und deutliche Verbesserungen erzielen.

Die besten UmweltmanagerInnen 2009

Die Jury zum EMAS-Preis 2009 sah in der Leistung von Mag. (FH) Teresa Pernkopf und im Um-weltmanagementsystem am FH Campus Wieselburg eine wichtige Pionierleistung, die beispielge-bend für andere universitäre Einrichtungen sein kann und Bewusstseins¬bildung bei den Absolven-tInnen bewirkt.

Der zweite niederösterreichische Preisträger, das Umweltteam der B. Braun Austria Gesellschaft mbH kann neben den konkreten Erfolgen in der verbesserten Abfalltrennung, Einsparungen bei Wasser und Energie ein weiteres besonders innovatives, erfolgreiches Projekt vorweisen. Seitens des Umweltteams wurde eine Kunststoffhohlkörpersammlung an mehreren niederösterreichischen Krankenhäusern initiiert, was eine Verbesserung der CO2-Bilanz von mehr als 150 Jahrestonnen bringt.

Weiterer Preisträger ist das Umweltteam der steirischen VAE Eisenbahnsysteme GmbH für sehr nachhaltige und konkrete Maßnahmen, die seit 1997 konsequent umgesetzt werden. Durch die Verbesserung der Stauberfassungen und Filteranlagen konnte die Belastung an Arbeitsplätzen um 90 Prozent verringert werden. Im Laufe der letzten zehn Jahre hat das Umweltteam durch vielfälti-ge Maßnahmen, wie thermische Sanierungen, technische Neuerungen, verbessertes Kompresso-rensystem, den Erdgasverbrauch um rund 30 Prozent senken können und wodurch etwa 1.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden konnten.

Auch das Umweltteam der Austria Glas Recycling GmbH (Wien) erhielt für das vorbildliche En-gagement vom Lebensministerium den EMAS Preis 2009. Die AGR ist besonders bemüht, Sozial- und Umweltbelange in Geschäftsbeziehungen zu integrieren.

Der oberösterreichische Preisträger, das Landesabfallverwertungsunternehmen AG betreibt in ganz Oberösterreich 112 Altstoffsammelzentren. Dem Umweltteam, das seit rund zehn Jahren Umweltmanagement nach der ISO 14001-Norm umsetzt, ist es nicht nur gelungen, alle relevanten Umweltdaten und Sammelmengen komprimiert in der neuen Umwelterklärung darzustellen, son-dern es arbeitet auch unentwegt daran die Verwertungsquoten bei Altstoffen zu steigern sowie Alt-stoffsammelmengen insgesamt zu erhöhen. Dies teilt das Lebensministerium abschließend mit.

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