- 04.06.2009, 10:37:06
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Liebe verdient Respekt: Plakatkampagne gegen Homophobie
Frauenberger begrüßt aus Berlin importierte Kampagne
Wien (OTS) - Eine heute, Donnerstag, präsentierte Plakatkampagne -
drei verschiedene, mehrsprachige Sujets gegen Intoleranz und
Diskriminierung - richtet sich vor allem an Jugendliche, aber auch an
migrantische Communitys, um der immer noch vorhandenen
Homosexuellenfeindlichkeit entgegenzutreten. Die bis Ende 2009
konzipierte Kampagne wird schwerpunktmäßig in Schulen, Jugendzentren
und Jugendeinrichtungen, begleitet von verschiedenen Workshops und
Projekten, durchgeführt.****
Die Toleranz in der Gesellschaft ist gewachsen, dennoch stoßen
Lesben, Schwule, Bisexuelle und TransGender-Personen oft noch auf
Ablehnung. Die Vorbehalte speisen sich nicht selten aus Unkenntnis
und Unsicherheit. Es sind Vorurteile. Respekt fällt aber leichter,
wenn man den Anderen zumindest ein wenig kennt.
Viele Lesben, Schwule, Bisexuelle und TransGender-Personen sowie
ihre Angehörigen sind in einem hohen Maß offenen und auch verdeckten
Diskriminierungen ausgesetzt: Seien es Schwulen/Lesben-"Witze", die
permanente Konfrontation mit unhaltbaren Vorurteilen und Zerrbildern,
Beschimpfungen, Mobbing am Arbeitsplatz bis hin zu Drohungen und
offener körperlicher Gewalt. Der "Eurobarometer" 2008 reiht
Diskriminierung auf der Grundlage der Homosexualität als
zweithäufigste Form der Diskriminierung in der EU nach der
Diskriminierung auf der Grundlage der ethnischen Herkunft.
Problematisch ist auch, dass viele Formen homophober Gewalt gar
nicht bewusst als Diskriminierungen wahrgenommen werden.
Gleichgeschlechtlich empfindende Menschen haben sich einerseits
"daran gewöhnt", benachteiligt zu werden, da die gesellschaftliche
Diskriminierung von Lesben und Schwulen eine lange Geschichte
aufweist. Andererseits sind - vor allem oft auch Jugendlichen -
diskriminierende Aussagen gar nicht bewusst. "Wir wissen heute, dass
die Selbstmordversuchsrate in Österreich bei Homosexuellen siebenmal
so hoch ist als bei Heterosexuellen. Hauptursache ist die mangelnde
familiäre, soziale und rechtliche Unterstützung. Über 90% aller
Selbstmordversuche von gleichgeschlechtlich empfindenden Menschen
geschehen im Alter zwischen 15 und 27 Jahren, also während des oft
sehr schmerzhaft erlebten Coming-out-Prozesses", formuliert Mag.
Johannes Wahala, Leiter der Beratungsstelle "Courage", seine
Besorgnis.
Kein Platz für Intoleranz und Homophobie in Wien
Die für Antidiskriminierung und gleichgeschlechtliche
Lebensweisen zuständige Stadträtin Sandra Frauenberger begrüßt die
aus Berlin importierte Kampagne, die von der MA 17 (Integrations- und
Diversitätsangelegenheiten) mitfinanziert wird: "Wien ist eine Stadt
der Offenheit und des gegenseitigen Respekts. In Wien kann sich jede
und jeder sein Lebens- und Liebesmodell frei wählen. Intoleranz und
Homophobie sollen hier keinen Platz finden, Diskriminierungen
aufgrund von sexueller Orientierung werden nicht toleriert. Dafür
gibt es ein breites Bündnis zwischen der Stadtregierung, zahlreichen
NGOs und engagierten BürgerInnen. Die aktuelle Kampagne leistet hier
einen wichtigen Beitrag und verdient daher - genauso wie jede Form
von Liebe - Aufmerksamkeit und Respekt."
Jugendliche informieren - Jugendliche unterstützen
Diskriminierungen hinterlassen nicht selten Gefühle der Schuld
und Scham bei den diskriminierten Personen und viele fühlen sich
damit alleine gelassen. "Die fehlende gesellschaftliche
Auseinandersetzung mit homophoben Vorurteilen und antihomosexueller
Gewalt verstärkt diese Gefühle und führt nicht selten zu
Selbstwertkrisen, Depressionen, Angstzuständen, Einsamkeit und
Isolation, bis hin zu Suizidversuchen", führt Wahala aus. Hier setzen
die mehrsprachigen Plakate für Respekt und Toleranz an: Sie dienen
als Ausgangspunkt, um mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen, zu
sensibilisieren, Informationen weiterzugeben und Vorurteile
abzubauen. Im Rahmen der Kampagne wird aber auch versucht,
MultiplikatorInnen aus den Bereichen Jugendarbeit und Schule, aber
auch VertreterInnen der migrantischen Communitys auf das Thema
aufmerksam zu machen und die AkteurInnen im Rahmen dieses Themas zu
vernetzen.
Präsentation und Vernetzungsabend
Am Mittwoch, 17. Juni (19.00 Uhr, Hauptbücherei Wien, 7.,
Urban-Loritz-Platz 2a) wird - eröffnet durch Frau Staatssekretärin
Christine Marek - ein erstes Präsentations- und Vernetzungstreffen
erfolgen. Geladen sind MultiplikatorInnen und Interessierte aus den
Bereichen Jugend, Bildung, Integration/ Migration, den
lesbischen/schwulen/bisexuellen und transGender-Communitys und
Medien, aber auch politische VertreterInnen, um nach einer kurzen
Präsentation der Kampagne in persönlichen Gesprächen Strategien gegen
Homophobie und Intoleranz zu diskutieren.
Nationale und internationale Kooperation
Die Kampagne "Liebe verdient Respekt" wurde vom LSVD - Lesben-
und Schwulenverband Berlin-Brandenburg entwickelt und im März 2009 in
Berlin präsentiert. In Kooperation mit dem LSVD hat COURAGE die
Sujets für Österreich adaptiert. Für die Umsetzung der Kampagne auf
nationaler Ebene konnte COURAGE den Verein Wiener Jugendzentren und
Verein wienXtra - Jugendinfo Wien gewinnen. Finanziert wird die
Kampagne von den ProjektpartnerInnen und der MA 17, zuständig für
Integrations- und Diversitätsangelegenheiten.
o Service: Presse- & Fotomaterialien: ab 4.6. unter www.homophobie.at o Details zur Kampagne: www.homophobie.at www.jugendzentren.at www.courage-beratung.at www.wienxtra.at www.zeig-respekt.de
(Schluss) see
Achtung: Zu dieser Meldung ist demnächst eine
Bildberichterstattung geplant. In einer OTS-Aussendung wird auf die
online-Abrufbarkeit noch hingewiesen.
Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Verein Wiener Jugendzentren
Maria Seebauer
Mobil: 0676 897 060 332
E-Mail: m.seebauer@jugendzentren.at
COURAGE
Hikmet Kayahan
Telefon: 01 585 69 66
Mobil: 0664 382 53 40
E-Mail: info@courage-beratung.at
wienXtra
Susi Dieterich
Telefon: 01 4000-84375
E-Mail: susi.dieterich@wienXtra.at
Mag.a Marianne Lackner
Mediensprecherin Stadträtin Sandra Frauenberger
Telefon: 01 4000-81853
E-Mail: marianne.lackner@wien.gv.at
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