Greenpeace und ECA Watch fordern: Hände weg von Tasmanien!

Spektakulärer Protest gegen geplante Urwaldzerstörung durch Andritz AG

Andritz/Wien (OTS) - Mit einer spektakulären Aktion vor dem Firmengebäude der Andritz AG in Graz protestierten heute dreißig Aktivisten der beiden Umweltorganisationen Greenpeace und ECA Watch gegen die Beteiligung des Unternehmens an der "Bell Bay"-Papierfabrik, eines gigantischen Zellstoffwerkes in Tasmanien. Mit der Verwandlung des Andritz-Haupteinganges in ein Holz fressendes Ungeheuer verdeutlichten die Umweltaktivisten, dass sich das Grazer Unternehmen maßgeblich daran beteiligt, einen der letzten Urwälder unserer Erde zu vernichten.

"Nach dem Ilisu-Staudamm in der Südost-Türkei wollen sich die Andritz AG und die Österreichische Kontrollbank nun an einem weiteren Skandal-Projekt beteiligen", berichtet Thomas Wenidoppler von ECA Watch. "Massiven Umweltauswirkungen und einem gewaltigen Widerstand aus der Bevölkerung zum Trotz soll dieses Vorhaben durchgepeitscht werden", so Wenidoppler weiter. Auf der zu Australien gehörenden Insel Tasmanien soll mit dem "Bell Bay"-Zellstoffwerk die drittgrößte Papierfabrik der Welt gebaut werden, und das mit ungeheuerlichen Folgen für die Natur. Um die Fabrik schließlich betreiben zu können, sollen in den nächsten zwei Dekaden rund 200.000 Hektar Urwald gerodet und durch Eukalyptus-Plantagen ersetzt werden.

"Die Andritz AG will eine Papierfabrik errichten, die eine Urwaldfläche fast so groß wie Vorarlberg zerstören wird, und unser Steuergeld soll als Rückendeckung für dieses Geschäft herhalten", kritisiert Greenpeace-Sprecher Jurrien Westerhof. "Dass sich ausgerechnet ein Unternehmen aus der Grünen Mark schon wieder in einen solchen Umweltskandal involviert, ist wirklich eine Schande. Andritz und die Kontrollbank müssen aus diesem Projekt unbedingt aussteigen", fordert Westerhof.

Durch die Urwald-Rodungen und den Betrieb der Anlage würden jedes Jahr rund zehn Millionen Tonnen Treibhausgase entweichen, was fast den jährlichen Emissionen der gesamten Steiermark entspricht. Die Konsequenzen für Natur, Mensch und Tier wären unabsehbar: Zahlreiche nur in Tasmanien vorkommende Arten - darunter der Tasmanische Teufel sowie über tausend Jahre alte und mehr als hundert Meter hohe Mammutbäume - wären in ihrer Existenz akut bedroht.

Aufgrund dieses Projekts sind in Australien bereits zahlreiche Gerichtsverfahren anhängig. Sowohl australische wie auch zahlreiche internationale Banken haben eine Finanzierung bereits abgelehnt -unter ihnen die heimischen Geldinstitute Hypo Vereinsbank, RZB und Erste Bank. Auch die Bank Austria wird sich eigenen Angaben zufolge nicht beteiligen. Dennoch will die Andritz AG nach wie vor an dem Projekt teilhaben und einen Teil des Auftrages über kolportierte fünfhundert Millionen Euro von der Kontrollbank absichern lassen.

Greenpeace und ECA Watch sprechen sich entschieden gegen dieses katastrophale Vorhaben in den Urwäldern Tasmaniens aus: "Wir werden nicht zulassen, dass Andritz mit der Rodung eines der letzten Urwälder unsere Planeten Gewinne schreiben kann", sind sich Westerhof und Wenidoppler einig.

Rückfragen & Kontakt:

Attila Cerman, Greenpeace CEE; Tel.: 0664-3435354
DI Jurrien Westerhof, Greenpeace CEE; Tel.: 0664-6126701
Mag. Thomas Wenidoppler, ECA Watch; Tel.: 0650-8225200

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