KfV fordert Präventionsprogramm zur Senkung der Kriminalität

Wichtig sinde eine Überarbeitung der Kriminalstatistik und die intensivere Zusammenarbeit mit der Bevölkerung. Prävention braucht einen höheren Stellenwert.

Wien (OTS) - Steigende Kriminalitätszahlen wie etwa im Bereich der Einbrüche in Einfamilienhäuser, bei dem laut Kriminalstatistik von Jänner bis April 2009 um 37 Prozent mehr Delikte begangen wurden als im Vergleichszeitraum 2008, sind ein deutliches Zeichen dafür, dass in Österreich in punkto Sicherheit Handlungsbedarf besteht. "Es ist ein Sicherheitsgipfel notwendig, bei dem sich alle Akteure der Kriminalitätsbekämpfung, sowohl Exekutive als auch Wissenschaft, an einen Tisch setzen und gemeinsam ein Präventionsprogramm mit klaren Zielen und Maßnahmen entwickeln", sagt Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV).

Kriminalstatistik muss geändert werden

Ein wesentliches Element des Präventionsprogramms ist eine zeitgemäße, wissenschaftlich begleitete Kriminalstatistik, die derzeit nur begrenzte Aussagekraft besitzt. "Die jetzige Form der Veröffentlichung von Zahlen ist nicht immer nachvollziehbar und teilweise unpräzise. Damit Entwicklungen analysiert und Maßnahmen abgeleitet werden können, muss die Kriminalstatistik für Experten und auch für die breite Öffentlichkeit zeitnah und in regelmäßigen Abständen verfügbar gemacht werden", fordert Thann. Zusätzliche Erhebungen wie Dunkelfeldstudien, die sich mit der Zahl der nicht angezeigten und daher in der Statistik nicht aufscheinenden Delikte befassen, würden eine gute Ergänzung zur Kriminalitätsstatistik darstellen. "Wir müssen uns den Entwicklungen stellen, um zielgerichtet Schritte zur Senkung der Kriminalität setzen zu können."

Präventionsarbeit in der Bevölkerung stärkt Sicherheitsgefühl und reduziert Kriminalität

Der zweite wichtige Ansatzpunkt ist die Intensivierung der Präventionsarbeit durch die Polizei. "Das Vertrauen in die Polizei muss durch verstärkte Präsenz und den Kontakt zur Bevölkerung, auch in Form von Beratung und Opferbetreuung, gefestigt werden. Nur wenn die Polizei als Partner gegen Kriminalität gesehen wird, steigen die Bereitschaft zur Kooperation, die soziale Kontrolle und das Sicherheitsgefühl", betont Thann. Bewusstseinsbildende Maßnahmen für die Bevölkerung, wie beispielsweise Sicherheits- und Verhaltenstipps zum Schutz vor Einbruch, werden dann eher angenommen. Eine Neuausrichtung der Polizei hin zu problemorientiertem Arbeiten, d.h. ein Eingehen auf lokale Gegebenheiten und Entwicklungen, ist ebenso notwendig wie die intensivere Zusammenarbeit mit anderen Akteuren aus der Jugend- und Sozialarbeit, Nachbetreuungseinrichtungen und Experten der Kriminalitätsforschung. "Die Arbeit der Polizei ist gut, sie ist aber nicht alleine für die Bekämpfung der Kriminalität verantwortlich und braucht Unterstützung, um noch effektiver arbeiten zu können." Dazu zählen beispielsweise mehr personelle Ressourcen, aber auch Qualitätsoffensiven von Aus- und Weiterbildung auf Basis der Erkenntnisse aus der Kriminalitätsforschung.

Prävention braucht einen höheren Stellenwert

Im Zuge der Diskussion zu steigenden Kriminalitätsraten fällt oft die Forderung nach höheren Strafen, effektiver ist aber die Prävention von Straftaten. "Schwerpunkt der Kriminalitätsbekämpfung liegt derzeit auf dem ,Danach', d.h. was getan werden kann, nachdem Delikte begangen wurden. Genauso wichtig ist aber das ,Davor'. Umfassende Präventionsarbeit soll Straftaten im Vorfeld verhindern und Rückfälligkeit reduzieren. Damit kann sie die Wahrscheinlichkeit von kriminellen Handlungen verringern", gibt Thann zu bedenken. "Wir sind gerne bereit, an einem Präventionsprogramm mitzuarbeiten, um die Kriminalität in Österreich langfristig und zielgerichtet zu senken."

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Bakk.phil. Elisabeth Gerstendorfer
Kuratorium für Verkehrssicherheit
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