Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Die Krise als billige Budget-Ausrede (von Markus Kaufmann)

Ausgabe 4. Juni 2009

Klagenfurt (OTS) - In Zeiten der Krise spielen Schulden keine
Rolle. Nach diesem Motto präsentierten die orange-schwarzen Koalitionäre gestern ihren Haushaltsentwurf für das heurige Jahr. Dass die Nettoneuverschuldung mit 166 Millionen Euro so hoch ist wie seit Jahren nicht mehr und die außerbudgetäre Gebahrung ein bis zu 235 Millionen großes Loch in die Landeskasse reißt, spielt keine Rolle. Auch dass die Gesamtverschuldung die Zwei-Milliarden-Marke durchbricht und jeder Kärntner 3800 Euro Schulden hat, interessiert die Politik nur wenig. Schließlich ist man doch "inmitten der globalen Wirtschaftskrise".

Die Argumentation der Koalition hat aber einen ganz gravierenden Schönheitsfehler: Auch in Zeiten, als die Wirtschaft florierte, massenhaft Ertragsanteile des Bundes ins Land flossen und man das letzte Familiensilber verscherbelte, schaffte es das Land nicht, sich auch nur das geringste Finanzpölsterchen aufzubauen. Jetzt die schwache Finanzsituation einzig und allein auf die Krise zu schieben ist deshalb eine mehr als billige Ausrede.

Rückfragen & Kontakt:

Kärntner Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
redaktion@ktz.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KTI0001