ÖGB Frauenkongress: Soziale Absicherung von Frauen nötig

Arbeitsprogramm beschlossen

Wien (ÖGB) - Die Delegierten des 16. ÖGB Frauenkongresses beschlossen heute Nachmittag ihr Arbeitsprogramm für die kommenden Jahre. Einkommensgerechtigkeit, Abmilderung der Folgen der Krise auf Frauen und starke öffentliche Dienste stehen dabei im Zentrum.++++

Zur Beseitigung von Einkommensunterscheiden zwischen Frauen und Männern fordern die ÖGB-Frauen unter anderem die verpflichtende, systematische, transparente und geschlechtergerechte Arbeitsbewertung, um Arbeitsplätze von Frauen und Männern vergleichbar zu machen. Ein laufend aktualisierter Lohn-/Gehaltsrechner soll Auskunft über branchenübliche Einkommen in verschiedenen Berufen und Tätigkeiten geben, um vor allem Frauen bei Bewerbungsgesprächen zu unterstützen.

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten werden Frauen von ihren oft ohnehin schon schlecht bezahlten Arbeitsplätzen in noch unsichere Jobs oder in die Arbeitslosigkeit gedrängt. Die ÖGB-Frauen fordern daher, dass der Staat besonders in Krisenzeiten rasch Maßnahmen setzt, um Arbeitsplätze nachhaltig zu sichern, neue zu schaffen, und dass mehr Geld für Investitionen im Gesundheits-, Betreuungs-, Pflege- und Sozialbereich zur Verfügung steht.

Der Vereinbarkeit von Beruf und Familie widmet das Frauenprogramm zahlreiche Forderungen, darunter zuallererst ein flächendeckendes, leistbares und qualitativ hochwertiges Kinderbetreuungsangebot, weiters die Ausweitung des Rechtsanspruchs auf Elternteilzeit oder die Einführung eines einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeldes mit Wahlmöglichkeit zwischen Zuverdienst- und Arbeitszeitgrenze.

Zur besseren sozialen Absicherung von Frauen verlangen die ÖGB-Frauen unter anderem die generelle Versicherungspflicht für alle Beschäftigungsverhältnisse, die Verbreiterung der Finanzierungsbasis des Sozialversicherungssystems oder die bessere Anrechnung von Kindererziehungszeiten in der Pensionsversicherung. Auch die Erhöhung der Nettoersatzrate beim Arbeitslosengeld würde dazu beitragen, das Armutsrisiko vor allem von Frauen zu verringern, ebenso die Streichung der Anrechnung des Partnereinkommens bei der Notstandshilfe.

ÖGB, 3. Juni 2009 Nr. 346

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