Pneumokokken-Infektionen: Menschliches Leid, verhinderbar

Wien (OTS) - Diese Meldung löste nicht nur in Österreich Betroffenheit aus: Wie Medien gestern, Dienstag, berichteten (1), starb in England ein fünfjähriger Bub an einer Pneumokokken-Infektion. Seine Eltern waren darüber so verzweifelt, dass sie die Leiche ihres Sohnes in einen Rucksack packten und mit ihr von einer Steilklippe in Südengland in den Tod sprangen. Berührendes Detail: die britische Küstenwache, die die sterblichen Überreste der Familie barg, fand danebenliegend noch einen zweiten Rucksack, der Kuscheltiere des Kindes beinhaltete.

Der einzig mögliche wirksame Schutz gegen die potenziell tödlichen Pneumokokken-Erkrankungen ist eine Impfung im Säuglings- und Kleinkindalter.

Pneumokokken-Erkrankungen allein kosten jährlich 1,6 Millionen Menschen das Leben, darunter bis zu einer Million Kinder unter fünf Jahren. Mehr als 90 Prozent dieser Todesfälle treten in Entwicklungsländern auf. Lungenentzündung, die am weitesten verbreitete Form einer schweren Pneumokokken-Erkrankung, ist für jeden vierten Todesfall bei Kindern verantwortlich und damit die häufigste Todesursache bei Kindern unter fünf (2).

Umdenken in Österreich dringend erforderlich!

In Österreich werden derzeit lediglich Risikokinder auf Kosten der öffentlichen Hand gegen Pneumokokken-Infektionen geimpft, obwohl der Impfausschuss des Obersten Sanitätsrates seit Jahren eine generelle Übernahme der Pneumokokkenimpfung für Babys und Kleinkinder bis zu fünf Jahren in das kostenlose Impfprogramm fordert. Erst jüngst erklärte Gesundheitsminister Alois Stöger, dass eine Kostenübernahme derzeit aus budgetären Gründen nicht möglich sei. Ein Umdenken ist daher in Österreich dringend erforderlich. Neben medizinischen Experten forderte zuletzt auch der Vorarlberger Gesundheitslandesrat Wallner (3) die Einführung einer "bezahlten" Impfung für alle Kinder in Österreich. Zusätzlich fordern Kommentare auf Posting-Seiten von Medien (z.B.
http://www.oe24.at/welt/weltchronik/Paar_sprang_mit_totem_Sohn_in_den
_Tod_0474034.ece#posting) ebenfalls ein Einlenken des Ministers.

Was eine "Durchimpfung" aller Kinder kosten würde

Der in Österreich verfügbare PCV-7-Impfstoff (für Fachmedien:
Prevenar (R) von Wyeth) ist als einziger Kinderimpfstoff sowohl für ein 3+1 als auch für ein 2+1-Impfschema zugelassen. Wendet man das 3+1-Impfschema, wie es z.B. auch in Griechenland, Frankreich, Luxemburg, Deutschland, den Niederlanden, Spanien und in Zypern Usus ist, an, würden bei einer jährlichen Geburtenkohorte von 75.000 Kindern (s. Ref. 2) dem österreichischen Staat Kosten von jährlich 14,7 Millionen Euro erwachsen. Bei einem 2+1-Impfschema, wie es etwa in Belgien, Dänemark, der Schweiz, in Italien, Norwegen, der Slowakei und England Usus ist, würden die staatlichen Impfstoff-Ausgaben bei 11,4 Millionen Euro liegen. In den genannten Zahlen ist der Anteil der "Risikokinder", die ohnedies geimpft werden, bereits enthalten. Der Kostenanteil des Bundes beträgt dabei zwei Drittel des Gesamtbetrages; das restliche Drittel wird zu gleichen Teilen von Ländern und Sozialversicherung übernommen.

Auch "ärmere" Länder als Österreich impfen ihre Kinder gratis

Derzeit erstatten 35 Länder - darunter 25 in Europa - die Pneumokokken-Impfung für Säuglinge und Kleinkinder bis fünf Jahren. Sie tragen damit dazu bei, die gefährlichen Pneumokokken-Infektionen, an denen weltweit pro Jahr mehr als eine Million Kinder sterben, zu vermeiden. In Österreich erkranken etwa 9.000 Menschen jährlich an einer Pneumokokken-Pneumonie. Besonders gefährdet sind Kinder unter zwei Jahren und Menschen über 60, soferne sie nicht vorsorglich geimpft wurden (4). Internationale Studien belegen, dass 10 Prozent der invasiven Pneumokokken-Infektionen tödlich verlaufen, bei mehr als einem Drittel der Überlebenden kommt es zu schweren Dauerbehinderungen. Abgesehen davon können Pneumokokken auch z.B. Mittelohrentzündungen, eine lebensbedrohliche Sepsis oder Hirnhautentzündungen auslösen.

Neben "reichen" europäischen Ländern wie z.B. Deutschland, Dänemark, Schweden, England und der Schweiz haben auch "ärmere" wie die Slowakei, Ungarn und die Türkei den Nutzen der Impfung erkannt und stellen den Impfstoff Säuglingen und Kindern kostenlos zur Verfügung. - Außerhalb Europas haben erst jüngst Saudi Arabien, der Oman und Südafrika die Impfung in ihr nationales Impfprogramm aufgenommen.

Über Wyeth

Wyeth ist weltweit eines der größten forschenden Arzneimittel- und Gesundheitsvorsorgeunternehmen, in dem 50.000 Mitarbeiter beschäftigt sind (Sitz in Madison/USA). Der österreichische Sitz des Unternehmens ist die Wyeth Lederle Pharma GmbH in Wien. Der Schwerpunkt von Wyeth liegt auf der Forschung und Entwicklung von innovativen, verschreibungspflichtigen Präparaten, wofür jährlich rund drei Milliarden US-Dollar investiert werden. Dabei konzentriert sich das Unternehmen insbesondere auf die Bereiche Rheumatologie, Dermatologie, Impfstoffe, zentrales Nervensystem, Frauengesundheit, Infektiologie, Hämophilie, Transplantationsmedizin und Onkologie.

Referenzen:
(1) z.B. STANDARD, 2.6.2009, "Österreich", 2.6.2009
(2) WHO-Report "Pneumonia - The forgotten Killer of Childern, publiziert 2006, Autoren: Wardlaw/Johannson/Hodge OTS von 7.4.2009 (3)
http://www.gruenes-kreuz.org/oegk/tl_files/gruenes_kreuz/dynamics/fil
es/1132844278_PNEUMOKOKKEN.pdf, Abruf 19.5.2009

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