Wachsender Trend: Immer mehr Österreicher behandeln ihre Beschwerden selbst

Mehr Menschen praktizieren selbstverantwortliches Gesundheitsmanagement und greifen zu rezeptfreien Arzneimitteln.

Wien (OTS) - Rund ein Viertel (*1) der österreichischen Bevölkerung greift bei Erkältungen, Gelenksschmerzen, Allergischen Symptomen oder Verdauungsbeschwerden zu rezeptfreien Medikamenten, so die Gesundheitsbefragung der Statistik Austria. Dieses Ergebnis zeigt, dass Selbstmedikation mit nicht-verschreibungspflichtigen Arzneimitteln (OTC-Produkte) heute ein wesentlicher Bestandteil der Gesundheitsversorgung ist. OTC-Produkte durchlaufen dasselbe Zulassungsverfahren über ihre Wirksamkeit, Sicherheit und Qualität wie rezeptpflichtige Arzneimittel. Ziel der Interessensgemeinschaft österreichischer Heilmittelhersteller und Depositeure (IGEPHA) ist es, den Stellenwert der Selbstmedikation weiter auszubauen und den verantwortungsvollen Umgang mit der eigenen Gesundheit zu fördern.

Um das Image der Selbstmedikation in Gesellschaft und Gesundheitswesen zu fördern, sichert und unterstützt die IGEPHA die Verfügbarkeit von Produkten und Informationen. Im Jahr 2008 waren rund 355.448 (*2) registrierte OTC-Produkte im Handel und es konnte ein Verkaufszuwachs von 5,1 Prozent im Vergleich zu 2007 erreicht werden. "Das stetig steigende Interesse bei nicht-verschreibungspflichtigen Arzneimitteln spricht nicht nur von einem ausgeprägten Gesundheitsbewusstsein der Österreicher, sondern auch für die Qualität der Produkte", so Alfred Grün, Präsident der IGEPHA. Dabei ist die Produktpalette sehr vielfältig. So wird zwischen rezeptfreien Arzneimitteln, Nahrungsergänzungsmitteln, diätetischen Lebensmitteln, Kosmetika und Medizinprodukten unterschieden. "Für die IGEPHA sind Apotheker ganz besonders wichtige Kooperationspartner, die als erste Ansprechpersonen für die Weitergabe von Produktinformationen an die Patienten fungieren. Durch ihre fachlichen Kompetenzen und ausgezeichneten Kenntnisse der Arzneimittel und Gesundheitsprodukte gewährleisten sie als wissenschaftliche Berater die sichere Einnahme von rezeptfreien Medikamenten", bestätigt Alfred Grün. "Wichtig ist uns zu betonen, dass Selbstmedikation nur bis zu einem gewissen Grad zielführend ist und keineswegs einen ausstehenden Arztbesuch ersetzen kann", räumt Grün ein. Um die rechtlichen und praktischen Rahmenbedingungen für den europäischen OTC-Markt zu erweitern und abzusichern, hat die Association of the European Self-Medication Industry (AESGP) bereits im Jahr 2007 in Form der Smart Regulations ihre Vorschläge vorgelegt. Diese werden bei der 45. AESGP-Jahrestagung, die von 3. bis 5. Juni 2009 in Wien stattfindet, diskutiert.

Sicherheit von OTC-Produkten durch Zulassungsverfahren garantiert OTC-Produkte unterliegen einem strengen Arzneimittelzulassungsverfahren auf Basis des Österreichischen Arzneimittelgesetzes (AMG), das für alle Arzneimittelspezialitäten (rezeptpflichtig und rezeptfrei) Gültigkeit besitzt. Experten der AGES (*3) - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit - überprüfen im Zuge des Zulassungsprozesses die Wirksamkeit, Unbedenklichkeit und Qualität des Arzneimittels. Ein Arzneimittel wird nur dann zugelassen, wenn das vorliegende Nutzen-Risiko-Profil im Verhältnis angemessen ist. Demzufolge sind OTC-Produkte genauso wirksam und sicher wie rezeptpflichtige Arzneimittel. Denn erst wenn alle Voraussetzungen in diesem Zulassungsverfahren positiv beurteilt worden sind, darf das OTC-Produkt in den Handel gebracht werden.

Gesundheit in eigener Hand

Das Gesundheitsbewusstsein der Österreicher führt zu einem verstärkten selbstverantwortlichen Handeln im Umgang mit dem eigenen Wohlbefinden. Selbstmedikation umfasst alle Handlungen, die der Einzelne für sich und seine Familie vornimmt, um gesund zu bleiben oder geringfügige Erkrankungen wie Erkältungen oder Kopfschmerzen selbst zu behandeln. Dieses Handeln basiert auf dem Wissen und der Information, die ihm zur Verfügung steht. Seit einigen Jahren ist die Selbstmedikation ein zunehmender Trend europaweit geworden. "Eigenverantwortung und Prävention werden zu immer wichtigeren Paradigmen für die individuellen Entscheidungen der Patienten. Denn es besteht ein großer Wunsch danach, die kleinen Leiden des Alltags wie etwa Kopfweh, leichte Erkältungen oder Magen-Darmstörungen selbst in die Hand zu nehmen, bevor man den Arzt konsultiert", bestätigt Hubertus Cranz, Vorstandsvorsitzender der AESGP.

Kosteneinsparungspotential durch OTC-Produkte

"Verantwortungsvolle Selbstbehandlung und Selbstmedikation stellen eine sinnvolle Eigeninitiative dar, deren gesundheitspolitischer und ökonomischer Effekt in Österreich noch viel zu wenig anerkannt wird. Die Selbstmedikation leistet einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Solidargemeinschaft der Versicherten. Dieser Entlastungseffekt geht weit über die Kosten der selbstfinanzierten Arzneimittel hinaus", betont Alfred Grün. "Wenn Patienten wissen und verstehen lernen, wie sie die Behandlung ihrer kleinen Leiden selbst in die Hand nehmen können, hätte das eine positive Wirkung sowohl auf das Befinden der Bevölkerung als auch auf das Gesundheitssystem im Ganzen", so Grün weiter. Dadurch können zusätzliche Kosten für ärztlich verordnete Arzneimittel und eine breite Palette weiterer Belastungen für das Gesundheitssystem vermieden werden.

IGEPHA will mit "Smart Regulations" die Zukunft der OTC-Produkte sichern

Die IGEPHA will in Österreich im Interesse des modernen Menschen Selbstmedikation fördern und eine breite Auswahl an hochqualitativen Behandlungsoptionen zur Verfügung stellen. Unter dem Titel "Smart Regulations 2015" wurden bereits im Jahr 2007 Vorschläge für eine künftige Regulierung des europäischen Marktes von OTC-Produkten gemacht. Sie thematisieren die wichtigen Bereiche Werbung, Information, europaweite Regelungen sowie staatliche Intervention und bringen Lösungen ein, die den Marktzugang für OTC-Produkte erleichtern sollen. Die Smart Regulations sollen den Dialog zwischen den einzelnen Vertretern des Gesundheitswesens fördern, um den stetig wachsenden gesellschaftlichen Trend des selbstverantwortlichen Gesundheitsmanagements voranzutreiben. Die Implementierung und praktische Umsetzung der Smart Regulations werden ein zentrales Thema der diesjährigen AESGP-Jahrestagung sein. Dabei kommen unter dem Motto "Changing Landscapes of Self-Care" Referenten aus Europa zusammen, um über die rechtlichen, wirtschaftlichen und praktischen Veränderungen, die sich derzeit im Bereich der Selbstmedikation vollziehen, zu sprechen. Während der Tagung soll der Frage nach den sich verändernden europäischen Rahmenbedingungen für OTC-Produkte nachgegangen werden, um eine optimale gesellschaftliche Gesundheitsversorgung auch künftig zu gewährleisten. "Wir wollen uns bestmöglich auf die Zukunft vorbereiten. Die Industrie muss sich darauf einstellen, dass die Verbraucher neben einer wesentlich besseren Produktleistung auch eine höhere Kommunikations-Qualität erwarten. Der Innovationsdruck für die Unternehmen steigt. Auch von regulatorischer Seite wachsen die Anforderungen: Wenn mehr Produkte in die Rezeptfreiheit überführt werden, heißt das nicht, dass dies mit Erleichterungen für die OTC-Hersteller verbunden ist. Im Gegenteil: Die Industrie muss zukünftig viel stärker evidenzbasiert argumentieren, wenn es um Arzneimittelsicherheit oder Wirksamkeit geht. Eine Voraussetzung ist es hier, dass die EU die Arzneimittelsicherheit verbessert und verstärkt, sodass Sicherheitsrisiken erkannt und beseitigt werden können", so Hans Regenauer, Präsident AESGP, über die Herausforderungen des zukünftigen OTC-Marktes.

Webtipp zur Selbstmedikation: www.igepha.at

Die in diesem Pressetext verwendeten Personen- und Berufsbezeichnungen treten der besseren Lesbarkeit halber nur in einer Form auf, sind aber natürlich gleichwertig auf beide Geschlechter bezogen.

*1 STATISTIK AUSTRIA, Gesundheitsbefragung 2006/2007. Einnahme von ärztlich nicht verordneten Medikamenten 2006/2007. Erstellt am 18.07.2008. Grundgesamtheit: Personen im Alter von 15 und mehr Jahren.

*2 2009 IMS Health Incorporated or its affiliates.

*3 AGES PharmMed

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