Eine neue Filmförderung für den österreichischen Film

ÖVP Klubobmann Kopf kündigt zusätzliches Fördermodell nach dem Vorbild des Deutschen Filmförderfonds bis zum Jahresende 2009 an!

Wien (PWK424) - Seit der Nationalrat am Freitag vorige Woche auf Initiative der ÖVP-Kultursprecherin Silvia Fuhrmann per gemeinsamen Antrag der Kultursprecherinnen der Koalitionsparteien die Bundesregierung aufgefordert hat, Maßnahmen zur Stärkung des Filmstandortes Österreich "wie etwa das Modell des Deutschen Filmförderfonds" zu prüfen, geht es Schlag auf Schlag.
In einer gemeinsamen Veranstaltung der Produzentenverbände AAFP, Film Austria und Fachverband der Film- und Musikindustrie am 02. Juni 2009 kündigte ÖVP Klubobmann Karl Heinz Kopf nach Gesprächen im Finanz-und Wirtschaftsministerium an, dass bis zum Jahresende eine zusätzliche Finanzierungssäule für den österreichischen Film nach dem Muster der Rabattmodells des Deutschen Filmförderfonds geschaffen werden solle. http://www.fafo.at/?category=1&actP=85

Kulturministerin Schmied zeigt sich in ihrer Einleitungsrede erfreut "über jede Ausweitung, zu der es bei der Finanzierung kommt" und sieht den kommenden Gesprächen mit Interesse entgegen.
http://www.fafo.at/?category=1&actP=85

Die Ankündigung von Klubobmann Kopf folgte einem engagierten Vortrag des deutschen Kulturstaatsministers Bernd Neumann, der als politischer "Vater" des Erfolgsmodells DFFF wesentlich dessen Einführung im Jahr 2007 mitgestaltet hat.

Das Produktionskostenerstattungsmodell des DFFF, das 20 % der in Deutschland ausgegebenen Filmproduktionskosten refundiert, hat seit seiner Gründung 209 Projekte mit insgesamt Euro 129 Mio. gefördert. Durch diese Anforderungen und förderfähige Projekte hat der DFFF seit seinem Start für bemerkenswerte positive Effekte in der deutschen Filmwirtschaft gesorgt. Der DFFF hat damit, so Neumann, den Filmstandort Deutschland wesentlich gestärkt und für Image-Transfer bei internationalen Koproduktionen gesorgt, Arbeitsplätze gesichert und Deutschland damit zu einer der gefragtesten Adressen im internationalen Filmgeschäft werden lassen. Internationale Großprojekte, wie "Speed Racer", "Valkyrie" oder "The International", zahlreiche deutsche Produktionen und Koproduktionen mit Frankreich, Großbritannien und den USA waren nur durch die Unterstützung des DFFF möglich. Nicht nur wurde damit ein ökonomischer budgetwirksamer Multiplikator von insgesamt Euro 812 Mio. - das Sechsfache der Fördersumme - erreicht, sondern kam es auch zu einem wertvollen Erfahrungsaustausch und damit zu einem Know-How-Transfer für die österreichische Filmwirtschaft.

Auch Oscar-Regisseur Ruzowitzky wies auf die Notwendigkeit einer durchgehenden wirtschaftlichen Infrastruktur zu Gunsten der Filmschaffenden hin:"Es kann nur einer nationalen Produktionslandschaft gelingen, eine filmische Infrastruktur zu schaffen und am Leben zu erhalten. Das wäre aus meiner Sicht mehr als erfreulich!" Dass der österreichische Film weltweit erfolgreich ist, ist inzwischen unbestritten. Koproduktionen, wie Michael Hanekes "Das weisse Band" oder Stefan Ruzowitzkys "Hexe Lilli" - der erfolgreichste Kinderfilm seit Bestehen der Filmförderung -, wären ohne eine Spitzenfinanzierung des DFFF so nicht möglich gewesen.

So tritt auch Danny Krausz, Obmann des Fachverbandes der Film- und Musikindustrie und Produzent von Hexe Lilli, für die Schaffung eines Mehrsäulenmodelles der Filmfinanzierung ein. Nur in gemeinsamer Finanzierung von Bundes- und Regionalförderung, dem ORF als Partner und zusätzlicher, kumulierender Spitzenfinanzierung in einem Rabattmodell sind Koproduktionen mit international konkurrenzfähigen Budgets möglich. http://www.fafo.at/?category=1&actP=85

Ein Finanzierungsmodell nach dem Vorbild des DFFF würde Österreich als Filmstandort stärken, da Österreich damit für internationale Koproduktionen im Kinobereich deutlich attraktiver wird. Das Beispiel Deutschland beweist es. Und ein weiterer Aspekt: "Durch diese zusätzliche Fördersäule wird der Druck, der auf der Filmförderung im ÖFI lastet, verringert und wieder mehr Spielraum für die Vielfalt von heimischen Produktionen geschaffen" freut sich Gabriele Kranzelbinder, Vorsitzende der AAFP und Geschäftsführerin der KGP.

Die Einführung dieses Fördermodelles wäre nach Meinung der Filmexperten innerhalb einiger Monate zu schaffen. Der DFFF bringt eine win-win Situation auch für Österreich - ein Finanzierungsmodell erhöht die verfügbare Kapitalmenge für Österreichs Filmwirtschaft und ist eine mit bestehenden Förderungen kombinierbare Finanzierungssäule. Der Produktionsstandort Österreich gewinnt für internationale Koproduktionen an Attraktivität, wobei auch majoritäre Beteiligungen österreichischer Produzenten leichter sicherzustellen sein werden. Durch eindeutige transparente Fördervorgaben -insbesondere durch Einführung eines Kulturtests - werden Produktionen schneller realisiert. Neben den künstlerischen Aspekten erwarten sich Österreichs Kultur- und Filmverantwortliche auch handfeste wirtschaftliche Vorteile für den Film und für den Standort Österreich. Das von der österreichischen Filmwirtschaft geforderte Volumen von Euro 20 Mio. (in Deutschland Euro 60 Mio.) ergibt unter Zugrundelegung des in Deutschland erwirtschafteten Multiplikators einen Kapitalfluss von Euro 120 Mio. für das Budget und für die Beschäftigung der Filmschaffenden und der nachgelagerten Bereiche bis in die touristische Wertschöpfung hinein.
Die nun angekündigte kurzfristige Umsetzung des Modells wird für Österreich rasch Erfolge zeigen und ist eine angemessene Antwort auf die herausragenden internationalen Erfolge des österreichischen Films.

Die österreichischen Produzentenverbände - der Verband der unabhängigen Filmproduzenten AAFP, der Fachverband der Film- und Musikindustrie der Wirtschaftskammer Österreich und die Vereinigung der kreativen Filmproduzenten Film Austria - haben seit Jahren auf die Einführung einer zusätzlichen Finanzierungssäule auch unter Hinweis auf bestehende Modelle in anderen Ländern hingewiesen.

Mit dem Beschluss des Nationalrates und der nun erfolgten Ankündigung von ÖVP Klubobmann Kopf, dieses Modell schnell umsetzen zu wollen, hat die Regierung insgesamt ein wichtiges und dankenswertes Bekenntnis zum österreichischen Film abgelegt. (us)

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