Neugebauer: Es begann in Danzig

II. Nationalratspräsident in Vertretung des österreichischen Parlaments bei den Feierlichkeiten anlässlich des 20. Jahrestages der ersten freien Wahlen in Polen

Wien (ÖVP-PK) - Anlässlich der 20-Jahr-Feierlichkeiten der ersten freien Wahlen nach 1945 in Polen, am 4. Juni 1989, haben sich die Präsidenten und Vizepräsidenten der Parlamente von 25 Staaten Europas in Warschau zu Feierlichkeiten zusammen gefunden. Am Programm stehen die Ausstellungseröffnung "Der polnische Weg zur Freiheit 1980 bis 1989" sowie eine große Konferenz im polnischen Parlament - im Sejm. Die Feierlichkeiten fanden gestern Abend und heute Vormittag in Anwesenheit der Präsidenten Lech Walesa und Aleksander Kwasniewski sowie des ehemaligen Premierministers Tadeusz Mazowiecki statt. ****

"Hier ist der europäische Geist spürbar, die Zustimmung für die Europäische Union ist hoch. Es ist beeindruckend, den Weg, den Polen die letzten 20 Jahre gegangen ist, hier nochmals Revue passieren zu lassen. 1989 wurden ‚die Fesseln des Systems gesprengt’, wie die deutsche ‚Zeit’ damals titelte. Der Fall des Kommunismus, die Bewegung der Solidarnosc und die christlichen Gewerkschaften waren die notwendigen Wegbereiter für unser heutiges Europa, für eine Einigung in Frieden und Solidarität zwischen den Völkern Europas", so der Zweite Präsident des Nationalrates Fritz Neugebauer, der derzeit in Vertretung des österreichischen Parlaments an den Feierlichkeiten in Warschau teilnimmt.

"Aufgrund einer eklatanten Fehleinschätzung ihrer eigenen Kräfte kam es zu einer Niederlage des damaligen kommunistischen Spitzenkandidaten, anderseits haben sich auch die christlichen Gewerkschafter mit ungeheurem Mut und großem Engagement für eine Änderung ihrer Lebenswelt eingesetzt - die Ergebnisse dieser Wahl und die darauf folgenden Umwälzungen haben nicht nur in Polen, sondern für den gesamten osteuropäischen Raum massive Auswirkungen gehabt -ohne die Aufstände von Danzig zu Beginn der 80er-Jahre, ohne Gründung der Solidarnosc hätte es den 4.6.1989 nicht gegeben, würde es kein Europa, wie wir es heute kennen, geben", betonte der Zweite Präsident des Nationalrates

Der Präsident des Europäischen Parlaments Hans Gert Pöttering hielt in seiner Rede ein Plädoyer für Europa. "Die europäischen Werte sind stärker als alle Waffen, die uns bedrohten - Menschenrechte, Demokratie, Rechtsordnung, Frieden und Freiheit, verbunden durch die Solidarität zwischen den Völkern. Ein gemeinsamer europäischer Wertekonsens ist auch notwendig, um die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft zu begegnen", so Pöttering. Die Soziale Marktwirtschaft, in der der Markt nicht Zweck an sich ist, sondern den Menschen dient, müsse Grundlage sein für ein europäisches Sozialmodell.

"Die Freiheit hat sich als schwieriger erwiesen, als wir gedacht hatten, aber die Völker haben alles Recht, diesen Anlass zu feiern", so der ehemalige Premierminister Tadeusz Mazowiecki. Neugebauer nahm dies zum Anlass, abschließend dazu aufzurufen, "die Grundwerte der Demokratie durch Nützen des Wahlrechts, auch am kommenden Sonntag bei der Wahl zum Europäischen Parlament, zu leben und zu achten". (Schluss)

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