Schützenhilfe aus dem Institut für Wirtschaftsforschung

Schratzenstaller unterstützt Zusammenfassung von Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträgen

Wien (OTS) - Prominente Unterstützung erhält der Vorschlag der Kammer der Wirtschaftstreuhänder, Lohnsteuern und Sozialversicherungsabgaben durch eine einheitliche Flat Tax-Rate mit Freibetrag zu ersetzen. Die Steuerexpertin und Referentin für öffentliche Finanzen des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung, Margit Schratzenstaller, bezeichnet das von der Kammer der Wirtschaftstreuhänder ausgearbeitete Modell des integrierten Einkommensteuer- und Sozialbeitragstarifs als "mittelfristig erwägenswert."

Das Flat Rate-Modell der Kammer ist im April 2008 erstmals vorgestellt worden. Ausgangspunkt ist die Überlegung, dass die Abgabenbelastung lohnsteuerpflichtiger Einkommen wegen der Höchstbeitragsgrenze in der Sozialversicherung und wegen der Sechstel-Begünstigung längst nicht mehr von unten nach oben gestaffelt ist, wie dies aus sozialen Gründen wünschenswert wäre. Im Gegenteil: Die obersten Einkommen, für die keine zusätzlichen Sozialabgaben entrichtet werden müssen, sind prozentuell weniger belastet als die mittleren Einkommen, für die Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge zu bezahlen sind.

Die Kammer der Wirtschaftstreuhänder schlägt deshalb ein Modell vor, das alle Einkommen mit einem einheitlichen Abgabensatz von 44 Prozent belastet, mit dem Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeitrag gemeinsam entrichtet werden. Ein Freibetrag von 11.000 Euro sorgt für soziale Gerechtigkeit. Einkommen bis zu dieser Höhe bleiben dadurch zur Gänze steuerfrei. Die Auswirkung des Freibetrages auf die Gesamtbelastung sinkt mit steigenden Einkommen.

Alternativ zum einheitlichen Tarif im Flat Tax-Modell der Kammer, kann sich Schratzenstaller eine progressive Gestaltung innerhalb der gemeinsamen Abgabe für Lohnsteuer und Sozialversicherung vorstellen. Das Wifo-Modell selbst lässt diese Frage offen. Jedenfalls hätte eine solche Totalreform erhebliche Auswirkungen auf die Kosten der Steuer-und Sozialversicherungssysteme. Die möglichen Einsparungen liegen jenseits der Milliarden-Euro-Grenze.

Dass eine Systemreform dringend nötig ist, unterstreicht Schratzenstaller mit Erhebungen der OECD. In der Publikation "Taxing Wages" stellt die OECD fest, dass die Abgabenbelastung in Österreich in den vier Jahren vor der Steuerreform vor allem für die Gering- und Durchschnittsverdiener angestiegen ist. Die Steuerreform 2009 habe weder die niedrigsten Einkommen entlastet, die keine Lohnsteuer zahlen, noch die internationale Position Österreichs verbessert, weil auch andere Länder Steuern gesenkt haben.

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