Heinisch-Hosek: Frauen brauchen ein Einkommen, von dem sie leben können

Der Nationale Aktionsplan für Gleichstellung darf nicht nur Papier bleiben

Wien (SK) - "Es ist durchaus legitim, auch als Frau von Macht,
Geld und Zeit zu sprechen und ein selbstbestimmtes, selbstständiges Leben zu führen. Frauen brauchen ein Einkommen, von dem sie leben können und müssen frei wählen können, welchen Weg sie im Leben gehen", betonte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek in ihrer Rede am 16. ÖGB-Frauenkongress am Mittwoch Vormittag. Heinisch-Hosek zeigte sich bestürzt über die hohe Einkommensschere in Österreich. Mit 25 Prozent Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen liegt Österreich damit EU-weit auf dem vorletzten Platz. "Ein Grund mehr dafür, dass der Nationale Aktionsplan für Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt nicht nur Papier bleiben darf", unterstrich die Frauenministerin. ****

Der Nationale Aktionsplan sehe auch mehr Frauen in Führungspositionen vor und hier wolle der Bund, der teilweise schon verpflichtende Quoten eingeführt habe, "Vorbild für die Wirtschaft sein". Heinisch-Hosek betonte, dass der Begriff "Quote" häufig fälschlicherweise mit negativen Aspekten assoziiert werde. "Viele Menschen wissen nicht, wie sie mit dem Begriff Quote umgehen sollen. Ich bin selbst damals als Quotenfrau in den Nationalrat gekommen und stolz darauf", unterstrich die Frauenministerin.

Im Nationalen Aktionsplan werde auch ein Schwerpunkt in der Bildung und Ausbildung von Mädchen gesetzt. "Hier müssen starre, veraltete Rollenbilder durchbrochen werden - sowohl in den Familien, als auch in den Bildungsanstalten", so Heinisch-Hosek, die weiter ausführte, dass man die Jugend auf die großen Chancen in technischen Berufen verstärkt aufmerksam machen müsse. Ein weiteres Ziel des Nationalen Aktionsplans sei es, so Heinisch-Hosek, mehr Frauen in die Vollbeschäftigung zu bringen. Um Frauen besser zu qualifizieren, würden 50 Prozent der Mittel für die aktive Arbeitsmarktpolitik für die Aus- und Weiterbildung von Frauen verwendet.

Heinisch-Hosek erinnerte auch an jene Frauen, die keiner Erwerbstätigkeit nachgehen - dies seien besonders häufig Migrantinnen. Gerade um deren Kinder müsse man sich besonders kümmern, da "sie die Erwachsenen von morgen" seien. "Um ihnen die gleichen Voraussetzungen beim Schuleintritt zu bieten, haben wir das verpflichtende Gratiskindergartenjahr beschlossen. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass auch viele Kinder mit Deutsch als Muttersprache über sprachliche Defizite verfügen", betonte Heinisch-Hosek.

"Wir befinden uns in einer sehr herausfordernden Zeit, aber jetzt haben wir auch die Chance, die Situation für Frauen nachhaltig zu verändern. Das Potenzial, der Bildungsvorsprung von Frauen muss genutzt werden, um Frauen in der Arbeitswelt und Gesellschaft neu zu positionieren", betonte Heinisch-Hosek und unterstrich abschließend:
"Die ÖGB-Frauen leisten hervorragende Arbeit für die Frauen in Österreich. Es braucht Politik für Frauen, mit Frauen - jetzt und in der Zukunft - und dieser Weg muss gemeinsam mit den Männern gegangen werden." (Schluss) sv

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