Wegweiser für die Weiterentwicklung der Kunstuniversitäten

Österreichischer Wissenschaftsrat präsentiert Empfehlungen zur Entwicklung der Kunstuniversitäten in Österreich, 3. Juni 2009

Wien (OTS) - Drei Jahre lang begleitete der Österreichische Wissenschaftsrat die Implementierung des UG 2002 an den staatlich finanzierten Kunstuniversitäten und führte in dieser Zeit zahlreiche Gespräche mit Universitätsleitungen sowie in- und ausländischen Expertinnen und Experten. Die Ergebnisse wurden mitsamt Empfehlungen heute im Rahmen einer Pressekonferenz vom Vorsitzenden des Wissenschaftsrates, Prof. Jürgen Mittelstraß, und der Leiterin der Arbeitsgruppe Kunstuniversitäten im Wissenschaftsrat, Prof. Dame Janet Ritterman, präsentiert. Bericht und Empfehlungen sollen als starker Impuls für die weitere Entwicklung der Kunstuniversitäten dienen.

Für die staatlich finanzierten Kunstuniversitäten bedeutete die Änderung ihres Hochschulstatus, die 1998 in Kraft getreten war, neue Herausforderungen - Herausforderungen, die mit der Implementierung des UG 2002 noch einmal erheblich gestiegen sind. "Mit seinen Analysen und Empfehlungen sucht der Wissenschaftsrat diese Herausforderungen, die sich im innerösterreichischen Verhältnis wie international stellen, näher zu identifizieren und Vorschläge zu machen, deren Befolgung geeignet ist, den Ruf, die Stellung und den Einfluss der österreichischen Kunstuniversitäten auch in Zukunft weltweit zur Geltung zu bringen", erklärte Vorsitzender Mittelstraß.

Zu den Empfehlungen, die der Wissenschaftsrat an die Wissenschaftspolitik richtet, gehören:

  • Erhöhung der Investitionen in die technische Infrastruktur der Kunstuniversitäten
  • Öffnung des Zugangs zu allen Förderinstrumenten im Bereich der Kulturförderung für Kunstuniversitäten
  • Einrichtung von geeigneten Strukturen zur Förderung der (künstlerischen) Forschung
  • Aufbau einer Nationalen Stiftung zur finanziellen Unterstützung junger KünstlerInnen
  • Einrichtung von Fördermöglichkeiten (Fellowship-Programme) durch Verbindungen zwischen creative industries und Sektionen der Kunstuniversitäten.
  • Etablierung eines Prüfungs- und Monitoringsystems für Vorbereitungslehrgänge an Musikuniversitäten

Den Kunstuniversitäten empfiehlt der Wissenschaftsrat unter anderem:

  • Überprüfung der Instituts- und Abteilungsstrukturen
  • Stärkere Beachtung moderner Entwicklungen an den Kunsthochschulen Europas
  • Wahrnehmung von Initiativen wie Erasmus Mundus zur Steigerung der Attraktivität österreichischer Kunstuniversitäten
  • Weitere Klärung des Forschungsbegriffs im Bereich der Kunst sowie des Begriffs einer Entwicklung und Erschließung der Künste
  • Verbesserung der Verbindung zu den creative industries
  • Verstärkung der interuniversitären Kooperation
  • Unterstützung beim Aufbau einer vorakademischen Qualifikationsschiene

Ferner spricht der Wissenschaftsrat spezielle Empfehlungen für die Disziplinen Musik, Bildende und mediale Kunst sowie Gestaltung, Darstellende Kunst und Architektur aus.

Ein wesentlicher Beitrag in den Empfehlungen betrifft die Klärung des Forschungsbegriffs und des Begriffs der Entwicklung und Erschließung der Künste. Dem diente auch eine vom Wissenschaftsrat veranstaltete Tagung im Dezember des vergangenen Jahres zum Thema "Kunst und Forschung". Der Wissenschaftsrat hofft mit seinen Überlegungen und Empfehlungen auch Einfluss auf die internationale Entwicklung im Bereich der Kunsthochschulen zu nehmen.

"2009 soll das Jahr der Kreativität und der Innovation in Europa werden. Dies sind Werte, die auch den Kunstuniversitäten am Herzen liegen müssen - sie stellen den Kompass dar, nach dem die Universitäten steuern, und zugleich die Maßstäbe, nach denen auf längere Sicht ihr Erfolg beurteilt werden wird. Bei aller Betonung der Stärken einer kulturellen Tradition, auf denen sie beruhen und aus denen sie ihre Stärken ziehen, sind es vor allem diese Werte selbst, die die Entwicklung der österreichischen Kunstuniversitäten in den kommenden Jahren leiten sollten," schloss Dame Janet Ritterman.

Hinweis: Den vollen Text der Empfehlung lesen Sie auf der Homepage des Wissenschaftsrats: www.wissenschaftsrat.ac.at,
unter Empfehlungen/Stellungnahmen.

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Mag. Julia Prikoszovits
Tel.:(0)1/319 49 99-20
Österreichischer Wissenschaftsrat
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