Heinisch-Hosek: Im letzten halben Jahr konnten zahlreiche Verbesserungen für Frauen auf den Weg gebracht werden

Frauenpolitik muss auch Männersache sein

Wien (SK) - "Im letzten halben Jahr konnten - gemeinsam mit dem Koalitionspartner - zahlreiche Verbesserungen für Frauen umgesetzt oder auf den Weg gebracht werden," betonte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek am Donnerstag Abend im Rahmen des "Klub für Frauen -die überparteiliche Fraueninitiative" der diesmal unter dem Motto "Frausein 2009 - wo ist das Problem? Gespräch über Gleichstellung, Fort- und Rückschritte für Frauen und ihren Feminismus" stand. Als Beispiele für die Fortschritte im Bereich der Frauenpolitik und Gleichstellung nannte Heinisch-Hosek den Gratiskindergarten ab dem Herbst 2009, die Absetzbarkeit der Kinderbetreuungskosten, die Steuerentlastung für den Mittelstand und das einkommensabhängige Kindergeld, das "sich bis 1.1.2010 ausgehen kann, wenn wir Druck machen". ****

"Frauenpolitik wird nicht nur vom Frauenministerium gemacht. Sie ist Sache von allen und muss vor allem auch Männersache sein", unterstrich Heinisch-Hosek. Die Frauenministerin erklärte, dass Frauen mit Kindern häufig gerne Karriere machen würden, sie aber oftmals aufgrund fehlender Kinderbetreuungsmöglichkeiten benachteiligt wären. "Politik und Wirtschaft müssen gemeinsam Rahmenbedingungen schaffen, damit die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen und Männer leichter wird und ich hoffe, dass wir das einkommensabhängige Kindergeld bald zu Papier bringen können," so Heinisch-Hosek, die weiter ausführte, dass sie sich durch die Einführung des einkommensabhängigen Kindergeldes höhere Väter-Beteiligung erhoffen würde.

Aktuell stünden jungen Eltern in Österreich drei verschiedene Karenzmodelle zur Auswahl und bei der kürzesten Variante habe sich der Anteil der Männer in Karenz bereits verdoppelt. Im Moment werde gerade untersucht, warum sich Frauen für welche Karenzmodelle entscheiden und "ich würde mir wünschen, dass künftig ca. jeder fünfte Vater für mindestens zwei Monate in Karenz geht", so die Frauenministerin. Um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiter zu erleichtern, müsste auch die Arbeit flexibler gestaltet werden können, so Heinisch-Hosek. "Dann werden auch wieder mehr junge Frauen 'ja' zum Kind sagen", betonte die Ministerin.

Heinisch-Hosek zeigte sich besonders erfreut darüber, dass sich Österreich als einziges Land der EU in seiner Verfassung zu Gender Budgeting bekannt habe. Als Beispiel hierfür nannte die Frauenministerin unter anderem das AMS, das aktuell 50 Prozent der ihm zur Verfügung stehenden Mittel für die Aus- und Weiterbildung von Frauen verwenden müsse. "Wir müssen Frauen qualifizieren, damit sie beruflich weiterkommen können und ein existenzsicherndes Einkommen haben", unterstrich Heinisch-Hosek, die sich weiters für mehr Frauen in höheren beruflichen Positionen aussprach. Um dies endlich zu erreichen, müsse man auch die Frage einer verpflichtenden Quote diskutieren, so die Ministerin.

Als besonders dramatisch bezeichnete Heinisch-Hosek die zumeist noch immer gravierenden Gehaltsunterschiede bei Männern und Frauen in gleichen Tätigkeiten. "Dies liegt häufig daran, dass Frauen gar nicht wissen, dass ihre männlichen Arbeitskollegen bei gleicher Arbeit höher bezahlt werden", kritisierte die Frauenministerin. Hier müsse man darüber diskutieren, so Heinisch-Hosek, ob es zielführend sei, die Einkommen bei größeren Firmen offenzulegen um "für mehr Gehaltstransparenz zu sorgen".

Als wichtigen sozialpolitischen Schritt nannte Heinisch-Hosek die bedarfsorientierte Mindestsicherung "die so rasch wie möglich umgesetzt werden muss". Denn: "Die gesamte Bundesregierung hat erkannt, dass man dort einspringen muss, wo Not an der Frau und am Mann ist". Auf die abschließende Frage, was sie sich für diese Legislaturperiode wünschen würde, antwortete Heinisch-Hosek: "Ich will eine deutlich geringere Einkommensschere, die Erwerbstätigkeit von Frauen soll sich ändern - ich möchte mehr Frauen in Vollbeschäftigung, deutlich mehr Frauen in Aufsichtsratpositionen und bessere Kinderbetreuungsmöglichkeiten für alle Kinder ab dem ersten Lebensjahr." (Schluss) sv

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