"KURIER"-Kommentar von Margaretha Kopeinig: "Der Weckruf von der Grünen Insel"

In der Krise schwärmen die Iren für die EU. Ein schwerer Schlag für die EU-Gegner.

Wien (OTS) - Noch nie hat die irische Bevölkerung die EU so sehr gemocht wie heute.Der Staat mit den meisten EU-Befürwortern ist Irland - ausgerechnet jene Insel im Nordwesten Europas, dessen Bürger im Juni 2008 den Reformvertrag von Lissabon abgelehnt hatten. Dass jetzt Dreiviertel der Iren die Europäische Union gut finden - so eine aktuelle Studie der Pariser Denkfabrik Fondation pour l’innovation politique - ist eine Reaktion auf die schwere Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Iren begreifen die EU als einen Schutzschirm. "Es entsteht gerade ein ganz neues Europagefühl", kommentiert Dominique Reynié,der Chef des Thinktanks. Hoch ist die Zustimmung unter jungen Leuten. Nicht nur sie, sondern quer durch alle Alters-und Berufsgruppen, will die große Mehrheit der Iren im Herbst in einem zweiten Durchgang dem Lissabon-Vertrag zustimmen. EU-Befürworter fühlen sich jetzt sicher bestätigt. Darum geht es aber nicht. Vielmehr sollte das Irland-Beispiel die Gegner der Europäischen Union zum Nachdenken anregen. Es war die EU, die trotz ihres geringen Budgets (ein Prozent des Bruttoinlandsproduktes aller 27 Mitgliedsstaaten) den Wandel vom Armenhaus zum modernen Industrieland vollzogen hat und jetzt alles tut, um den Bankrott des Staates zu verhindern. Die Wähler wissen zu unterscheiden, welche Probleme hausgemacht und welche global bedingt sind.
Der Meinungsumschwung in Irland zugunsten Europas zeigt, dass die Menschen sich mehr auf Fakten als auf die Hetze und Propaganda der EU-Gegner verlassen.

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