Leitl : Alle Instrumente nützen, um Arbeitsplätze zu sichern

Von Arbeitgebern mitfinanzierte Jugendstiftung kommt - wenn Deutschland bei Kurzarbeit vorangeht, muss Österreich nachziehen

Wien (PWK419) - "Auch wenn die Arbeitslosenzahlen in Österreich im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen sind, so gibt doch der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Mai im Vergleich zum Vormonat Grund zur Hoffnung." Für WKÖ-Präsident Christoph Leitl zeigen sich derzeit vor allem zwei Problembereiche am heimischen Arbeitsmarkt: "In der Sachgütererzeugung (+80,8%) und bei Jugendlichen (+38,3%) ist die Arbeitslosigkeit besonders stark gestiegen. Kurzarbeit und zielgerichtete Maßnahmen zur Jugendbeschäftigung wie die von uns vorgeschlagene und mit 5 Millionen Euro an Arbeitgebergeldern massiv finanzierte Jugendstiftung sind daher die Mittel der Stunde."

"Wenn Deutschland wie angekündigt die Bedingungen für Kurzarbeit verbessert, muss Österreich nachziehen", fordert WKÖ-Chef Leitl. Die österreichische und die deutsche Wirtschaft sind so stark miteinander verbunden - so werden 40% des Außenhandels mit dem Nachbarn abgewickelt -, dass sich Österreich Wettbewerbsnachteile nicht leisten kann. Schon jetzt bietet das deutsche Kurzarbeitsmodell klare Vorteile für Betriebe. So ersetzt die deutsche Bundesagentur für Arbeit den Unternehmen die Hälfte der Sozialversicherungsbeiträge. Daher befanden sich in Österreich mit 1. Juni ca. 60.000 Arbeitnehmer in 300 Betrieben in Kurzarbeit, in Deutschland waren es bereits im März 1,1 Millionen Personen. Aus Sicht der Wirtschaftskammer ist das ein Grund, warum die Arbeitslosigkeit beim Nachbarn geringer angestiegen ist als hierzulande.

Die zweite Problemgruppe sind Jugendliche. Eine eigene Stiftung soll sich der Jugendlichen annehmen, diese ausbilden und an Unternehmen vermitteln. Konzept und Finanzierung der Jugendstiftung stehen. "Das ist auch der Wirtschaft zu verdanken, die einen Großteil der Kosten übernimmt", betont Leitl.

"Das Motto aller Maßnahmen ist: Arbeit fördern, nicht Arbeitslosigkeit", erteilt Leitl der Forderung nach Erhöhung des Arbeitslosengelds eine Absage. "Wir helfen den Menschen mehr, wenn wir sie mit allen verfügbaren Mitteln, egal ob Kurzarbeit, Wiedereinstellungsvereinbarungen oder der Jugendstiftung in Beschäftigung bringen bzw. halten." (Rh)

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