ÖAMTC und Feuerwehr fordern Einführung von Rettungskarten in Neuwagen (Teil 2)

Fahrzeugsicherheit und Rettungsmaßnahmen müssen sich gemeinsam weiterentwickeln

Wien (OTS) - Sichere Autos - sichere Autofahrer. Eine Gleichung,
die nur auf den ersten Blick aufgeht. "Die Fahrzeugsicherheit entwickelt sich rasant. Auf die damit neuen Herausforderungen für die Rettungskräfte wird von den Herstellern zuwenig geachtet", konstatiert ÖAMTC-Cheftechniker Max Lang anlässlich einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Österreichischen Bundesfeuerwehrverband (ÖBFV). Dazu dessen Präsident, Josef Buchta: "Die technische Entwicklung im Feuerwehrbereich hinkt dem Fortschritt der Automobilindustrie hinterher. Ältere Generationen von Rettungsgeräten sind oft nicht in der Lage, den hochfesten Stahl in A- und B-Säule zu durchtrennen. Vor allem, weil die optimale Schnittführung von Modell zu Modell unterschiedlich ist." Viele notwendige Informationen sind bereits beim Hersteller vorhanden, nicht aber am Einsatzort für die Feuerwehren verfügbar. Die ausgegebenen Rettungsleitfäden sind umfangreich und nicht standardisiert. Nun fordern ÖAMTC und Feuerwehr die Automobilhersteller auf, die vorhandenen "Rettungsinformationen" für jedes Pkw-Modell einheitlich auf einem DIN-A4-Blatt zusammenfassen und ab sofort in allen Neufahrzeugen im Bereich der Fahrer-Sonnenblende einzulegen. "Das wäre ein wichtiger erster Schritt", sind sich Lang und Buchta einig.

Die Forderungen von ÖAMTC und Feuerwehr:

* ÖAMTC und Feuerwehr fordern alle Automobilhersteller auf, die Rettungsinformationen als "Rettungskarte" für jedes Pkw-Modell einheitlich auf einem DIN-A4-Blatt zusammenzufassen. Die standardisierte Darstellung muss für alle Hersteller einheitlich gestaltet werden.

* Es sind Schnittpositionen anzugeben, um Schnitte an hochfesten Stählen und im Bereich von Airbag-Gasgeneratoren sicher auszuschließen. Außerdem müssen Druckpunkte eingezeichnet sein, an denen der Fußraum durch Rettungszylinder erweitert werden kann.

* ÖAMTC und Feuerwehr fordern, dass in allen Neufahrzeugen die DIN-A4-Rettungskarte im Bereich der Fahrer-Sonnenblende eingelegt wird.

* ÖAMTC und Feuerwehr erwarten von den Fahrzeugherstellern eine kostenfreie Bereitstellung der DIN-A4-Rettungskarten je Fahrzeugtyp für alle am Markt befindlichen Fahrzeuge als Download im Internet.

"Die Rettungskarte kann aufgrund der enormen Entwicklung in der Fahrzeugtechnik nur eine Zwischenlösung sein", so der ÖAMTC-Cheftechniker. "Sie muss über kurz oder lang elektronisch umgesetzt werden." Durch eine digitale Lösung könnten die Rettungskräfte alle Informationen für jedes Fahrzeug bekommen und wären dadurch schnell für die unterschiedlichsten Unfallszenarien gewappnet. Der ÖAMTC setzt sich auch auf europäischer Ebene gemeinsam mit seinen Schwesterclubs für die Durchsetzung dieser Forderungen ein.

(Forts.)

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