BIO AUSTRIA: Tag der Milch

Entscheidung über Zukunft österreichischer Bio-Milchbauern

Wien (OTS) - Der internationale Tag der Milch wird diese Jahr bereits zum 76. Mal abgehalten. Jährlich finden am 1. Juni Aktionstage statt, die das Nahrungsmittel Milch als natürliches und gesundes Getränk im Bewusstsein der KonsumentInnen halten soll. Für die BIO AUSTRIA Bio-Milchbauern war dieser Tag eine Gelegenheit sich bei den vielen Bio-Konsumentinnen zu bedanken aber auch auf die existenzbedrohende Lage durch den angespannten Milchmarkt hinzuweisen.

"Ein großes Dankeschön an unsere Bio-KonsumentInnen. Sie unterstützen nicht nur uns Bio-Bauern sondern leisteten auch einen aktiven Beitrag für artgerechte Tierhaltung, für Gentechnik-freie Lebensmittelproduktion und für Klima- und Trinkwasserschutz. Ich kann die KonsumentInnen nur einladen, weiterhin der Bio-Milch das Vertrauen zu schenken, um diesen Teil der Bio-Landwirtschaft in Österreich auch weiterhin ein Überleben zu sichern. Die Lage ist zurzeit sehr ernst und schwierig. Auf der einen Seite verschleudert der Handel Aktionsmilch zu Werbezwecken zum anderen drängt mit Milchersatzprodukten wie Kunstkäse und Sojaeis eine neue Produktpalette auf den Markt. Unsere Betriebe können in dieser Preisschlacht nicht mehr mithalten und die Bio-Milch vermarkten. Da geht’s ums nackte Überleben", stellt Rudi Vierbauch, Obmann von BIO AUSTRIA, anlässlich des Weltmilchtags fest.

Bio-Milchproduktion in Österreich

Bio-Milchbauern in Österreich produzieren jährlich rund 350 Millionen Liter hochqualitative Bio-Milch. Das entspricht ca. 13 % der österreichischen Milchproduktion. Im Handel wird Bio-Milch zwischen 0,90 bis 1,10 Euro verkauft. Vor allem die Spreitzung hin zu Billigst-Aktionsmilch, die mit rund 0,70 Eurocent bis zu 30% billiger angeboten wird, hat dazu geführt, dass der Bio-Milchabsatz seit Beginn dieses Jahres rückläufig ist. Dazu kommt, dass vermehrt Milchersatzprodukte wie Soja und/oder Palmöl aus Übersee für die Erzeugung von Speiseeis und Analogkäse ("Kunstkäse") Verwendung finden. 10 Cent Ersparnis pro Liter Milch für den Konsumenten summieren sich auf 7 Euro im Jahr (bei einem Durchschnittsverbrauch von 70 Liter pro Kopf). Der Milchbauer mit durchschnittlich 55.000 kg Milchquote verliert 5.500 Euro. Das entspricht knapp drei durchschnittlichen Monatseinkommen eines/r Arbeitnehmers/in.

Bio-Milch - Qualität mit Genuss

Dabei gibt es gute Gründe auf die Qualität von Bio-Milch und Bio-Milchprodukte zu vertrauen und diese zu genießen:

1. keine Gentechnik

Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) sind in allen Verarbeitungsschritten verboten. Die Kuh auf dem Bio-Betrieb bekommt kein gentechnisch verändertes Futter; hofeigenes Futter wird aus gentechnikfreiem Saatgut erzeugt.

2. artgerechte Tierhaltung

Die Bio-Milch kommt von artgerecht gehaltenen Kühen, denen genug Platz im Stall zur Verfügung steht mit regelmäßigen Auslauf und Weidehaltung und Bio-Fütterung.

3. ohne künstliche Aromastoffe

Bio-Milchprodukte sind frei von Geschmacksverstärkern, künstlichen Süßstoffen und künstlichen Aromastoffen.

4. strenge Kontrollen

Zahlreiche Kontrollen auf dem Weg vom Kuhstall des Bio-Betriebes bis ins Kühlregal des Supermarktes sorgen für Sicherheit und einwandfreie Bio-Qualität.: Kontrolle des Bio-Betriebs, Kontrolle des Verarbeiters (Molkerei) und Kontrolle des Lieferanten.

5. klare Kennzeichnung

Bei Bio-Milchprodukten muss die Herkunft aus biologischer Landwirtschaft deutlich nachvollziehbar sein. Das betrifft den Hinweis auf die biologische Erzeugung (aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft) sowie die Anführung der Codenummer der Kontrollstelle bzw. deren Namen auf der Packung; Name und Adresse des jeweiligen Biobetriebes können zusätzlich abgedruckt sein.

"Bio-Milch ist ein gesundes Naturprodukt, streng kontrolliert und absolut sauber im Genuss. Milch ist für die Gesundheit unverzichtbar und die Milchproduktion für den Erhalt bäuerlicher Kulturlandschaft unersetzbar. Ein Grossteil unserer Milchproduktion findet im benachteiligten Bergegebieten statt. Nachhaltig wirtschaften bedeutet für diese Biobauern hochwertige Lebensmittel UND lebenswerte Lebensräume zu erzeugen. Auf diese gesellschaftliche Verantwortung vertrauen die KonsumentInnen. Weniger österreichische Biobäuerinnen und Biobauern würde bedeuten, wir verzichten auch auf einen Teil Österreichs", schließt Vierbauch.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Lukas Schrattenthaler, BIO AUSTRIA - Kommunikation/PR
Mobil: 0676 842214 214
lukas.schrattenthaler@bio-austria.at
www.bio-austria.at

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